Weniger Rente durch betriebliche Altersvorsorge?

77 Kommentare

Die betriebliche Altersvorsorge wird von allen empfohlen. Doch wer nicht aufpasst, hat im Alter weniger Geld als geplant. Wir klären über die Nachteile auf.

Betriebliche Altersvorsorge in Deutschland

Die betriebliche Altersversorgung gehört zur sogenannten zweiten Schicht der Alterssicherung in Deutschland. Die erste ist die gesetzliche und die (private) Basisrente. Zur zweiten Schicht gehören Riester- und Betriebsrente. Die dritte Schicht sind dann private Rentenversicherungen.

3-Schichten-Modell

Die Altersversorgung besteht in Deutschland aus drei Schichten.

Bei der betriebliche Altersvorsorge (bAV) gibt es verschiedene Durchführungswege: Pensionskasse, Unterstützungskasse, Pensionsfonds, Direktzusage und Direktversicherung. Alle haben ihre Vor- und Nachteile, die hier aber nicht besprochen werden sollen. Meist entscheidet der Betrieb sich zusammen mit Steuer- und Unternehmensberatern sowie Anwälten für einen oder mehrere Wege. Vielfach wird die Direktversicherung gewählt, da sie für alle Beteiligten eine einfache und unkomplizierte Lösung ist. Dabei schließt der Arbeitgeber mit einer Versicherung eine Rentenversicherung ab. Der Vertrag „gehört“ dem Betrieb, die Leistung erhält jedoch der Arbeitnehmer.

Entscheidender und Gegenstand dieses Beitrags ist die Bezahlung des Vertrags. Da gibt es drei Möglichkeiten: eine reine Arbeitgeberfinanzierung, eine reine Arbeitnehmerfinanzierung und eine Mischform. Um die betriebliche Altersversorgung in Deutschland zu stärken, wurde 2002 das Betriebsrentengesetz dahingehend verändert, dass jeder Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Einrichtung einer Betriebsrente hat. Bietet der Arbeitgeber bislang nichts an, muss er zumindest die Möglichkeit einräumen, eine rein arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge zu installieren.

Seit dem steigt vor allem die Zahl dieser sogenannten Entgeltumwandlungen. Dabei verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Bruttogehalts oder eine Erhöhung des Bruttogehalts zugunsten einer bAV.

So funktioniert die Entgeltumwandlung

Fast immer wird damit geworben, dass man Steuern und Sozialabgaben spart. Hintergrund ist, dass sich Steuern und Sozialabgaben am Bruttogehalt bemessen, ist das niedriger, sind entsprechend weniger Abgaben fällig. Um das zu veranschaulichen, hier ein Beispiel:

Ohne bAV Mit bAV
Bruttogehalt 2.500€ 2.400€
Lohnsteuer (Single, Lohnsteuerklasse I) 342€ 316€
Sozialversicherung (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) 523€ 502€
Nettogehalt 1.635€ 1.582€
Beitrag bAV 0€ 100€
Tatsächlicher Aufwand 53€
„Förderung“ 47%

In dem Beispiel verzichtet der Angestellte also auf 100€ Bruttogehalt, die in eine Rentenversicherung gesteckt werden. Tatsächlich sinkt sein Nettogehalt jedoch nur um 53€. Findige Vertreter und Makler sprechen also von einer staatlichen Förderung von 47%. Toll! Oder?

Was der Vertreter verschweigt

Diese „Förderung“ hat jedoch auch Nachteile, über die die Vertreter, Makler und auch der Chef eher selten sprechen. Denn nicht nur die Abgaben bemessen sich am Bruttogehalt, sondern auch nahezu alle Sozialleistungen. Im Klartext heißt das, weniger Brutto bedeutet weniger Elterngeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld, Erwerbsminderungsrente und Altersrente!

Wie sich das in Zahlen auswirkt, haben wir hier näherungsweise aufgelistet:

Tom (ohne bAV) Stephan (mit bAV) Differenz
Brutto 2.500€ 2.400€
Netto 1.635€ 1.582€ -53€
Krankengeld 1.295€ 1.235€ -40€
Elterngeld 1.008€ 974€ -34€
Arbeitslosengeld 980€ 950€ -30€
Volle Erwerbsminderungsrente 885€ 850€ -35€
Altersrente 1.165€ 1.120€ -45€

Die „Förderung“ von 47€ „klaut“ der Staat also wieder klammheimlich, wenn ich Sozialleistungen beziehe.

Die zweite Kehrseite der Medaille findet sich während des Rentenbezugs, also der Leistungsphase. Hierzu vergleichen wir zwei Angestellte: Tom und Stephan. Tom verzichtet auf die Entgeltumwandlung in seinem Betrieb und schließt stattdessen eine private Rentenversicherung (3. Schicht) ab. Stephan entschließt sich nach einem Vortrag eines Vertreters bei der Betriebsversammlung, in dem über die großartigen Vorteile berichtet wird, für den Abschluss einer betriebliche Altersvorsorge mittels Entgeltumwandlung. Beide sparen so 100€ im Monat für ihre Altersvorsorge. Beide beziehen später 200€ garantierte Rente aus ihrem Vertrag. Die Berechnungsgrundlagen sind jeweils die gleichen.

Tom Stephan Differenz
Aktuelles Bruttogehalt 2.500€ 2.400€
Bruttorente Gesetzliche Rente 1.165€ 1.120€ -45€
Bruttorente Zusatzrente 200€ 200€
Nettorente GRV 990€ 959€ -31€
Nettorente Privat/bAV 192€ 124€ -68€
Gesamtrente 1.182€ 1.083€ -99€

Während Tom, der mit der privaten Rentenversicherung vorgesorgt hat, sich über knapp 1.200€ freut, guckt Stephan, der mittels betrieblicher Altersvorsorge vorgesorgt hat in die Röhre und wundert sich, warum er 100€ weniger im Monat erhält. Nicht nur, dass er während des Erwerbslebens weniger Sozialleistungen als sein Lieblingskollege bekommt, nein, nun hat er auch noch 100€ weniger Rente pro Monat!

Wie kann das sein?

Nun, die Rente aus einer betriebliche Altersvorsorge (2. Schicht) wird zu 100% besteuert. Die aus einer privaten Rente (3. Schicht) nur mit dem sogenannten Ertragsanteil. Das ist die Differenz aus eingezahlten Beiträgen und ausgezahlten Leistungen. Wer mit 67 Jahren später in Rente geht, muss nur 18% seiner privaten Rente versteuern. Außerdem wird auf die Betriebsrente der komplette Krankenkassen- und Pflegebeitrag fällig.

Anders gesagt: Was ich im Berufsleben an Sozialversicherungsbeiträgen „einspare“, zahle ich später „zurück“. Ähnlich ist es mit der Steuer. Das gilt im Übrigen auch für die „Riester-Rente“.

Doch wer profitiert nun von einer Entgeltumwandlung? Vor allem der Arbeitgeber! Denn dieser zahlt ja auf das Bruttogehalt die Arbeitgeberbeiträge. Diese reduzieren sich ebenfalls. Während jedoch der Arbeitnehmer in der Rente auf den kompletten Kosten der Krankenkasse sitzen bleibt, ist der Arbeitgeber aus der Pflicht entlassen. Daneben profitiert „der Staat“ über die gesetzliche Rentenversicherung. Einerseits zahlt er weniger gesetzliche Rente, da ja weniger eingezahlt wurde und andererseits entfällt der hälftige Beitrag zur Krankenkasse (Krankenversicherung der Rentner) der gesetzlichen Rentenversicherung. Alle, die eine gesetzliche Rente beziehen, erhalten darüber die Hälfte des Beitrags zur Krankenkasse. Wer eine Betriebsrente bezieht, trägt diesen Beitrag komplett allein.

Fazit

Wer eine rein arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge abschließt, verzichtet auf Sozialleistungen und hat weniger Rente. Es profitieren nur der Arbeitgeber und die gesetzliche Rentenversicherung.

betriebliche Altersvorsorge im Ergebnis

Staat und Arbeitgeber freuen sich über die betriebliche Altersvorsorge, nur der Arbeitnehmer guckt in die Röhre

Lohnt sich denn da überhaupt eine betriebliche Altersvorsorge?

Es kommt drauf an!

Bei einer Mischfinanzierung (Arbeitnehmer und Arbeitgeber beteiligen sich) muss man rechnen.

Bei einer reinen arbeitgeberfinanzierten betriebliche Altersvorsorge rechnet es sich immer, da es quasi „geschenktes“ Geld ist. Besteht jedoch die Wahl zwischen einer Lohnerhöhung und einer arbeitgeberfinanzierten Betriebsrente in gleicher Höhe, ist es sinnvoller, die Lohnerhöhung zu nehmen und z.B. mit einer privaten Rentenversicherung oder einem Aktiensparplan selbst vorzusorgen.

Als Denkanstoß (vor allem für Arbeitgeber) sei erwähnt, dass es auch andere Formen der Mitarbeiterförderung gibt: betriebliche Krankenversicherung, Betriebskindergärten, Tankzuschuss, Jobticket, Zuschuss zur Kantine, Rückenschule, Massage usw. Diese sind unter gewissen Umständen tatsächlich steuerfrei. Sprecht eure Chefs doch einmal darauf an! Die Arbeitgeber dürfen gern zu uns kommen und wir finden gemeinsam Ansätze.


NACHTRAG vom 30.10.2015

Da einige Leser nachfragten, haben wir noch eine Rechnung aufgemacht. Wie oben gezeigt, zahlt Stephan 100€ in die Direktversicherung ein. Durch die Förderung sinkt sein tatsächlicher Aufwand auf 53€. Wie sieht das Ganze nun aus, wenn er die Förderung nutzt, um seinen eigenen Beitrag auf exakt 100€ zu erhöhen? Dann haben Tom und Stephan einen tatsächlichen Aufwand von 100€. Durch die Förderung zahlt Stephan dann 193€ in die Direktversicherung.

Tom Stephan Differenz
Brutto 2.500€ 2.307€
Netto 1.635€ 1.535€ -100€
Krankengeld 1.295€ 1.187€ -108€
Elterngeld 1.008€ 936€ -72€
Arbeitslosengeld 980€ 904€ -76€
Volle Erwerbsminderungsrente 885€ 817€ -68€
Altersrente 1.165€ 1.075€ -90€

Die Sozialleistungen sinken also sehr deutlich. Wie sieht es in der Rentenphase aus?

Tom Stephan Differenz
Aktuelles Bruttogehalt 2.500€ 2.307€
Beitrag Zusatzrente 100€ 193€ +93€
Gesetzliche Rente brutto 1.165€ 1.075€ -90€
Zusatzrente brutto 200€ 386€ +186€
GRV + Zusatzrente netto 1.182€ 1.165€ -17€

Aufgrund des deutlichen höheren Beitrags in die betriebliche Altersvorsorge, steigt natürlich auch die ausgezahlte Rente. Allerdings wird die Betriebsrente voll versteuert und der volle Krankenkassenbeitrag wird fällig. Der Effekt ist so stark, dass die gesamten ausgezahlten Renten bei Stephan immer noch niedriger sind, als die von Tom. Stephan verzichtet also in der Sparphase deutlich auf Sozialleistungen und hat in der Rentenphase auch noch weniger als Tom, der auf die Entgeltumwandlung verzichtet hat und stattdessen auf eine Privatrente gesetzt hat.

Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen. Eine rein arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge (Entgeltumwandlung) ist für gesetzlich Krankenversicherte sinnlos.

77 thoughts on “Weniger Rente durch betriebliche Altersvorsorge?”

  1. Sebastian Palm says:

    Hey ihr beiden!

    Wie sähe denn die Vergleichsrechnung zwischen “Stephan” und “Tom” aus, wenn der Arbeitgeber den gleichen Beitrag wieder der Arbeitnehmer beisteuert?

    Liebe Grüße,
    Sebastian

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Sebastian,

      danke für deine Nachricht! Das müssten wir individuell berechnen, da das ganze ja von verschiedenen Faktoren abhängt. Das können wir gern tun, z.B. in einem der nächsten Beratungen. Sag einfach Bescheid!

      Viele Grüße

      Tom

  2. dirk says:

    hallo, super verständlich dargestellt, echt klasse.
    mein Arbeitgeber beteiligt sich mit 12.50 ab einer umwandlung von 50 euro
    lohnt sich das denn?, im Prinzip sind doch so mini beträge quatsch, wenn man dadurch einbußen bei seinen sozial Leistungen hat, und besteht der Arbeitgeber Anteil, wenn ich das unternehemen wechsel?

    eine riester rente hatte ich auch irgendwann mal abgeschlossen, das werde ich jetzt auch noch mal überdenken.

    bei den vorhandenen Informationen und dem wirr war, denke ich sollte man sich eine private Rentenversicherung suchen, wo man zumindest später das rausbekommt , was man eingezahlt hat und sie sollte lebenslang ausgezahlt werden

    immerhin muss ich 20 jahre einzahlen, naja, da wird es jetzt langsam dringen,
    wer gute ratschläge/Erfahrungen hat, kann sie gern mit mir teilen,
    danke dirk

  3. Ralf says:

    Hallo Herr Wonneberg,

    leider beinhaltet die Berechnung, aus meiner Sicht, einen gravierenden Fehler.
    Sie schreiben, dass beide 100 € in die private und betriebliche Altersversorgung aufwenden und daraus jeweils monatlich 200 € garantierte Rente erhalten.
    Jedoch berücksichtigen Sie hier den wesentlichen Vorteil der betrieblichen Altersversorgung nicht. Bei der betrieblichen Altersversorgung fliessen steuerfrei 100 € in den Vertrag und bei der privaten Altersversorgung kann ich bei einem ledigen AN (in Ihrem Beispiel) nach Steuer-und Sozialversicherungsabzug nur 53 € einzahlen. Daraus ergibt sich dann aber nicht die gleiche Rentenhöhe.

    Herzliche Grüße
    Ralf

  4. Ralf Dornemann says:

    Ja das ist ja mal wieder so eine Milchmädchenrechnung…da lach ich mal wieder über diese “Schlauratgeber” … die Rechnung des Vergleich ist ja völlig verkehrt. Wenn beide 100 Euro in Ihre Rentenversicherung einzahlen , und der Tom das aus seinem Brutto macht, dann hat der Tom aber nur netto 50 Euro netto weniger im Geldbeutel – der Stephan aber ,dem fehlen tatsächlich 100 Euro netto….tja was will man denn jetzt vergleichen.Also mal wieder völliger Quatsch – wie so oft wenn man sich damit nicht auskennt…
    Wenn man dann den “richtigen Vergleich macht also beiden fehlt quasi 100 Euro netto —dann hat der Tom ja auf einmal eine zusätzliche Betriebliche Altersrente von sagen wir mal 300 Euro und der Stephan halt nur 200 Euro…jetzt dann die Steuern runter und…aha…ganz anderes Ergebnis.

    Freundlicher Gruß
    Ralf

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Ralf,

      vielen Dank für deinen Kommentar. So ganz habe ich ihn jedoch nicht verstanden. Kernaussage der Rechnung ist letztlich, dass nach Kosten, Steuern vor und während des Rentenbezugs, Sozialabgaben die Betriebsrente bei der reinen Arbeitnehmerfinanzierung schlechter abschneidet. Die meisten erklären eben nicht, dass die gesetzliche Rente durch die Betriebsrente aufgrund der Entgeltumwandlung sinkt.

      Wir plädieren daher dafür, bei einer Beratung zum Thema Betriebsrente die gesamte Laufzeit zu berücksichtigen. Wer nur die Zeit BIS zur Rente betrachtet, unterschlägt die Kehrseite der bAV. Das halten wir für unredlich.

      Viele Grüße

      Tom

  5. Markus says:

    Hallo,

    der Beitrag ist mehr als hilfreich! Danke dafür!

    Wie schaut es eigentlich aus wenn die Situation eine weitere Option enthält. Wir im Unternehmen haben noch eine Chemie Förderung, welche einen Fix Betrag enthält und einen weiteren Betrag je 100 EUR welche man mehr einzahlt. Lohnt es sich dann ggf eine betriebliche abzuschließen? Oder ist das auch Augenwischerei, da nach 100% Besteuerung und dem Wissen jahrelang eigentlich weniger Sozialleistung gezahlt zu haben?

    Ich persönlich habe eine private Altersvorsorgung vor 2005 abgeschlossen, nur habe ich mit einem Kollegen eine Diskussion über das Thema laufen was besser ist 😀

    Gruß Markus

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Markus,

      das kommt natürlich immer auf den Einzelfall drauf an. Wenn die Förderung vom Arbeitgeber kommt, ist das Geld quasi geschenkt. Die Besteuerung spielt da also weniger eine Rolle. Beispiel: Wenn man die hundert Euro schenkt, darauf aber 25% Steuern fällig werden, hast du immer noch 75€ mehr als vorher 😉 Um herauszufinden, ob sich das ganze lohnt oder nicht, musst du die Ein- und Auszahlungsphase betrachten. Dabei kann dir ein Versicherungs- oder Rentenberater helfen. Ansonsten gilt: Selber rechnen!

      Zur privaten Altervorsorge: Da du sie vor 2005 abgeschlossen hast, ist die Auszahlung steuerfrei, du zahlst darauf auch (nach heutigem Stand) keine Sozialabgaben. Außerdem kannst du dir die komplette Summe der privaten Altersvorsorge auszahlen. Das ist bei einer Betriebsrente meist nicht möglich.

      Ich hoffe, die Erklärungen bringen etwas Licht ins Dunkel.

  6. Frank D. says:

    Guten Tag,
    ich hätte da mal ein-zwei Fragen.
    1. Ich habe 2012 eine bav abgeschlossen. 80€ gehen von meinem Brutto, 20€ zahlt der Betrieb. Lohnt sich das Ganze? Ich verdiene ca. 1600€ netto. Sollte man später einmal auf Grundsicherung angewiesen sein, wird die bav dann später genauso angerechnet wie Riester?
    2. Meine Freundin arbeitet als Friseurin.( kann man sich ja denken was man du so verdient) Sie hat vor ein paar Jahren eine Riester Rente abgeschlossen. Wenn ich das aber richtig verstehe, wäre das das komplett sinnlos, weil sie später so oder so auf Grundsicherung angewiesen wäre und ihre Riester komplett an die Grundsicherung angerechnet wird.
    Frank D.

    1. Tom Wonneberger says:

      Lieber Frank,

      1. Mit deinen 1.600€ Nettogehalt wirst du später wahrscheinlich eine gesetzliche Rente von 1.100€ – 1.200€ erhalten. Dazu kommt die bAV. Du wirstalso eher nicht auf Grundsicherung angewiesen sein. Grundsätzlich werden alle Einkommen auf Grundsicherung angerechnet. Ob sich die bAV “lohnt” hägt von vielen Faktoren ab, die eine Einzelfallprüfung notwendig machen würden. Die 20€ Zuschuss liegen etwa in Höhe der Steuer- und Sozialabgabenersparnis (ca. 20€) für den Arbeitgeber. Es könnte also bei +/- 0 rauskommen für dich.

      2. Je nachdem wie viel deine Freundin verdient, könnte sie auf Grundsicherung angewiesen sein. Allerdings gibt es ja die Bedarfsgemeinschaften. Das heißt, wenn ihr dann noch zusammenseit, zählt euer Haushaltseinkommen. Es könnte also sein, dass sie gar keinen Anspruch auf Grundsicherung hat, da euer Haushaltseinkommen darüber liegt. In diesem Fall wäre die Riester nicht komplett sinnlos. Auch hier müsste man den Einzelfall überprüfen.

      Ich hoffe, ich konnte deine Fragen beantworten.

      Viele Grüße

      Tom

      1. Frank D. says:

        Vielen Dank für die Antwort.
        Aber ich dachte ab 2030 geht man mit nur noch ca. 43% vom letzten Netto in Rente?

        1. Tom Wonneberger says:

          Hallo Frank,

          deine Rente wird NICHT vom letzten NEttoeinkommen bestimmt, sondern von deinem Bruttoeinkommen deines gesamten Erwerbslebens.

          Es gibt drei Möglichkeiten, deine Rente zu ermitteln:

          1) Renteninformation: Die bekommst du jährlich ab dem 27. Lebensjahr.
          2) Ein Blick in den Haufe Kompass “Versicherungen 2015” (Altersrente ab 67 (bei 2.400€ BRUTTO-Einkommen): 1.110€)
          3) Rentenhochrechnung unseres Kollegen Rieksmeier: http://www.klartextfinanzen.com/die-rente-ist-jetzt-entschlue%C2%A7%C2%A7elt/

          Wichtig: Das sind alles drei Prognosen und sie werden NICHT eintreten. Es wid anders kommen, aber sie geben eine Richtung vor.

          Liebe Grüße

          Tom

  7. Patrick says:

    Ralf hat mit seinem Einwand absolut Recht und ich finde es schade, dass auf die falsche Berechnung nicht weiter eingegangen wurde und nur Nachteile in den Köpfen der Menschen verbleibt.

    Vergleichen müsste man die betriebliche Altersvorsorge mit einem Sparbeitrag von 200 EUR aus dem Brutto, was etwa 100 EUR netto entspricht. Und ups, dann verdoppelt sich die Rente der bAV ja plötzlich auf 248,00 EUR, obwohl beide den gleichen Nettoaufwand von 100 EUR monatlich haben. Die Steuern und Sozialabgaben holt sich der Staat auch nicht in voller Höhe von der Betriebsrente wieder, da ich doch als Rentner keine identischen Einkommenssteuersatz wie ein Arbeitnehmer habe. Ich habe keine Lust nachzurechnen, mit welcher Einkommenssteuer die Betriebsrente in dem Beispiel versteuert wurde, aber ich gehe davon aus, dass der verminderte Steuersatz als Rentner hier keine Berücksichtigung gefunden hat.

    Dass die Betriebsrente zudem Hartz IV sicher und die Sozialämter bei Arbeitslosigkeit keinen Zugriff darauf haben, ist in meinen Augen ein riesen großer Vorteil gegenüber der Lebensversicherung aus der 3. Schicht.

    Es bleibt aber dabei, dass jeder seines Glückes Schmied ist und sich jeder selber mit der Thematik beschäftigen und vor allem diverse Quellen nutzen sollte.

    Viele Grüße

    Michi

    1. Tom Wonneberger says:

      Lieber Patrick,

      deinem letzten Satz stimme ich gern und vollumfänglich zu!

      Unser Ansatz in dem BEitrag war es, über die Nachteile zu sprechen. Wir wollten keine vollständige Abhandlung über eine bAV erstellen. Gleichwohl scheint das viele zu interessieren, so dass wir darüber nachdenken, genau so etwas zu tun. Also über Vor- und Nachteile gleichermaße zu sprechen/schreiben.

      Wie denkst du darüber?

      Zur Hartz-IV-Sicherheit: Jein, in der Rentenphase gibt es die eben gerade nicht. Richtig ist: In der Ansparphase existiert ein sehr hoher Schonbetrag, der gern als Hartz-IV-Sicherheit bezeichnet wird. Es existiert im übrigen auch ein Schonbetrag für die dritte Schicht.

      Besteuerung: Ja, die durchschnittliche Steuerbelastung im Rentenalter ist meist geringer aufgrund der geringeren Einkommen. Das kann sich aber auch durchaus ändern. Ein Blick in die Vergangenheit verrät: Nichts ändert sich so grundlegend und häufig wie die Steuergesetzgebung.

      Brutto-Nettoaufwand: Wir orientieren uns an der Realität. Und die sieht so aus, dass der “eingesparte” Aufwand bei der bAV eben gerade nicht dafür verwendet wird, um mehr in die bAV zu investieren. Insofern ist der Vergleich akademisch gesehen nicht gänzlich korrekt, aber auch nicht falsch. Wie gesagt, wahrscheinlich werden wir die akademisch korrekte Berechnung in Zukunft nachliefern, womöglich sogar mit Unterstützung eines Versicherungsmathematikers.

      Zum Schluss: Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  8. Olivia Dunham says:

    Hallo Tom,

    Vielen Dank für deinen Blog.

    Könntest du auch den Link für ein Gesamtrente Brutto – Netto Rentenrechnker (inkl. Bav) mal schicken? In unsere Firma wir überlegen ob es lohnt für die Mitarbeiter überhaupt die baV als ihre Investition zu machen. Eventuell wollen wir 2 fälle vergleichen:

    Person 1: Verdient 3.000 eu durchschnittlich und will 150 eu (brutto) Beitrag von sein Gehalt geben und 30 eu zahlt die Firma.

    Person 2: Verdient 5.000 eu durchschnittlich und will auch gleich 150 eu brutto Beitrag für bav mit aber 15 eu Firmazuschlag zahlen.

    Wie viel bekommen die beide von die gesetzliche rente? Die Firma zahlt 20% für die Gehalter bis 4.125 und dann noch 10%, weil sonst es lohnt sich nicht für den Arbeitgeber.

    Danke und Beste Grüße
    Olivia

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Olivia,

      zum Überschlagen was eure Mitarbeiter von der gesetzlichen Rente erwarten dürfe, empfehle ich den Bierdeckel unseres geschätzten Kollegen Rieksmeier:

      http://www.klartextfinanzen.com/die-rente-ist-jetzt-entschlue%C2%A7%C2%A7elt/

      Dort kann man innerhalb von wenigen Sekunden erstaunlich genau seine Ansprüche ermitteln.

      Wenn du mehrere Renteneinkünfte hast und wissen möchtest, was netto wahrscheinlich rauskommt, solltet ihr euch einen Berater suchen. Wir haben dazu einen Rechner auf Excel-Basis geschrieben. Diesen nutzen wir für unsere Beratungen, stellen ihn jedoch nicht online. Sicher haben solche Rechner auch andere Kollegen. Ansonsten kannst du gern noch einmal auf uns zukommen.

      Wichtig: Solche Rechnungen sind immer grobe Prognosen!

      Liebe Grüße

      Tom Wonneberger

  9. klaroline says:

    Meiner Meinung nach hat die Beispielrechnung ausser Acht gelassen, dass Tom dadurch,dass er die Altersvorsorge von 100 €aus seinem Nettoverdienst zahlt,nur noch Netto 1535€ , also eher Netto 47€ weniger als Stefan zur Verfügung hat.Das über die Zeit von 20 Jahren gerechnet ist ja auch schon mal ein schönes Sümmchen. Bei einer angenommen Rentenbezugsdauer von 15 Jahren fällt der Rentenverlust,zumal der wirkliche Nettobetrag dann schon gar nicht mehr so ins Gewicht.Ausserdem ist es inzwischen auch so, das viele BAV z.B.eine Erwerbsminderungsrente oder Hinterbliebenenrente vorsehen . Auch beim Alg oder Krankengeld ist die Rechnung rein hypotetisch. Manch einer kommt vielleicht nie in die Verlegenheit, dieses beanspruchen zu müssen..Mit einer privaten Rente hat man evtl.das Pech, das diese nur 10 Jahre garantiert wird oder es keine Rentenanpassungen, sprich Verzinsung gibt. Also so pauschal kann man die BAV nicht schlecht machen. Es kommt immer auf die Konditionen eines Vertrages und weitere Stellschrauben,wie steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge zur Altersvorsoge oder spätere Individualbesteuerung an.

    1. Tom Wonneberger says:

      Liebe Klaroline,

      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Du hast Recht, dass es immer auf die individuellen Umstände ankommt. Pauschal schlecht machen wollten wir die bAV nicht. Wir haben lediglich auf die Nachteile der Entgeltumwandlung (reine Arbeitnehmerfinanzierung) hingewiesen.

      Deinen Hinweis mit dem Unterschied von Brutto- und Nettoaufwand habe ich im Nachtrag berücksichtigt. Der zeigt ganz klar: Es gibt keinen Vorteil, wenn man Spar- und Rentenphase betrachtet. Die Gründe habe ich bereits dargelegt.

      Du hast Recht, dass viele bAV-Verträge eine Erwerbsminderungs-, BErufsunfähigkeits, und/oder Hinterbliebenenrente vorsehen. Allerdings kosten diese Zusatzversicherungen wiederum Beitrag. Vergleiche einfach mal eine Vertrag zur reinen Altersvorsorge mit einen um BU oder HInterbliebenenrente ergänzten Vertrag.

      Recht hast du, dass die Rechnung wegen Arbeitslosen-, Kranken- und Elterngeld rein hypothetisch ist. Di Wahrscheinlichkeit, eine oder mehrere dieser Sozialleistungen zu beziehen, schätze ich jedoch als sehr hoch ein. Und das gehört für uns zur ganzen Wahrheit.

      Was meinst du mit “das Pech, das diese nur 10 Jahre garantiert wird oder es keine Rentenanpassungen, sprich Verzinsung gibt.”? Eine bAV ist genauso eine private Rentenversicherung, die lediglich steuerlich und sozialversicherungstechnisch anders behandelt wird. Rentenanpassungen sind in der Regel nicht garantiert. Hingegen ist, wie in einer ganz “normalen” privten Rentenversicherung garantiert, dass du lebenslang eine Rente bekommst.

      Ich hoffe, ich konnte für mehr Klarheit sorgen.

      Liebe Grüße

      Tom Wonneberger

  10. Jörg says:

    noch ein großer Nachteil der betrieblichen Altersvorsorge, lese ich nirgendwo_

    Arbeitnehmer, die mehr verdienen als die Beitragshöchstgrenze zur Krankenversicherung, das sind aktuell 49.500,–
    Brutto pro Jahr, sparen keinen Cent Krankenversicherung.
    Für die betriebliche Altersrente müssen aber Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden.

    Das sind 8,2% ohne Freibeträge.

    1. Tom Wonneberger says:

      Lieber Jörg,

      ja, das stimmt! Danke für den Hinweis. Allerdings sei gesagt, dass viele, die über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen, sich privat krankenversichern (können). Die fahren mit der bAV tatsächlich nicht schlecht.

      Der Beitrag zur Krankenversicherung beträgt im Ruhestand jedoch 14,0% zzgl. Zusatzbeiträge und der volle BEitrag zur Pflegeversicherung!

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  11. Bernd says:

    Hallo,
    ich hätte da auch mal eine Frage,
    weil ich bei den ganzen Beispielen und hin und her gerechne nicht durchblicke.
    Ich habe auch eine bAV schon vor ein paar Jahren abgeschlossen.
    Habe schon mal was davon gehört mit dem höheren Steuern und Sozialabgaben.
    Nun habe ich meine Versicherung stilllegen lassen.
    Solgeich kam von meinen Versicherungsvertreter folgender Hinweis:

    1. Ihr für die Altersvorsorge eingezahltes Geld wird über die gesamte Vertragslaufzeit mit einem
    Garantiezins von 2,25% p.a. verzinst. Zusätzlich erhalten Sie noch einen Zinsüberschuss.
    Mit diesem Zusammen wird Ihr Geld in 2015 mit 3,6% verzinst.

    2. Derzeit fließen 50 € über den Weg der BetriebsRente in Ihre Altersvorsorge.
    Davon zahlt 10 € Ihr Arbeitgeber. Damit verbleiben für Sie 40 € vom Bruttolohn als Aufwand.
    Durch Einsparung von Steuer- und Sozialabgaben beträgt Ihr Nettoaufwand rund 20 €.

    Das heißt, verzichten Sie zukünftig auf die betriebliche Altersvorsorge, dann haben Sie
    zwar 20 € monatlich mehr an Nettoeinkommen, dafür verschenken Sie im Gegenzug aber 30 €/Monat
    für Ihre eigene Altersvorsorge.

    Hat er nun Recht, bzw. lohnt sich das Ganze jetzt stillzulegen oder soll ich lieber die 20 € in eine priv. Rentenversicherung investieren? Mein montl. Nettoeinkommen beträgt 1600 €.

    Vielen Dank
    Bernd

    1. Tom Wonneberger says:

      Lieber Bernd,

      vielen Dank für deine Frage!

      Wir können und dürfen leider hier nicht auf individuelle Fragen eingehen. Das wäre Versicherungsberatung und die dürfen wir hier nicht leisten.

      Allgemein kommt es auf viele Faktoren an: Wann ist der Vertrag begonnen worden? Welcher Anbieter und welcher Tarif? Gilt der Garantiezins von 2,25% auch nach einer Beitragsfreistellung?

      Du siehst, es sind sehr viele Punkte, die man für eine konkrete und richtige Aussage braucht. Gern kanst du dich direkt an uns wenden oder du suchst einen spezialisierten Versicherungs- oder Rentenberater.

      Ich hoffe, ich konnte dir damit weiterhelfen.

      Liebe Grüße

      Tom Wonneberger

  12. Henrik says:

    Hallo,

    liegt das Bruttoeinkommen weit oberhalb der Bemessungsgrenze und auch nach Abzug der bAV noch oberhalb der Bemessungsgrenze und ist parallel noch privat Krankenversichert hat das doch auf die Höhe der späteren Rente keinen Einfluss (wenn es überhaupt noch was gibt!!).
    Auch der Anteil für die Krankenversicherung ist nicht fällig wegen der privaten Versicherung.
    Eine bAV wäre doch in dem Fall sehr sinnvoll,oder?

    Gibt es eine jährliche Grenze für den steuerfreien Betrag, der in eine bAV eingezahlt werden kann?
    Ich plane die kommenden vier Jahre jährlich einen Betrag von 30 T€ einzuzahlen und diesen Betrag dann bis 2037 ruhen zu lassen. Es ist ein reiner Arbeitnehmeranteil. Der Arbeitgeber verzinst mit 4,0% p.a..

    Vielen Dank für die Antworten im Voraus!
    Grüße
    Henrik

    1. Tom Wonneberger says:

      Lieber Henrik,

      zur privaten Krankenversicherung: Ja, wer privat versichert ist, hat mehr von der Betriebsrente, da auf diese im Alter keine ca. 16% Sozialabgaben fällig werden. Allerdings musst du natürlich deinen Beitrag zur privaten KRankenversicherung bezahlen. Ob sich das “rechnet” weiß kein Mensch.

      Bemessungsgrenze: Diese spielt nur für die gesetzlichen Sozialversicherungen eine Rolle. Wenn du privat krankenversichert bist, ist diese also uninteressant. Denn dort richtet sich dein BEitrag nach deinem Alter, deinem Tarif und deinem Gesundheitszustand.

      Steuerfreier Betrag: Das kommt auf den sogenannten Durchführungsweg an. Jede hat Vor- und Nachteile. Bei der Direktversicherung, also die Betriebsrente über eine Versicherung, sind 4% der Beitragsbemessungsrenze West der Rentenversicherung (aktuell 2.904€ jährlich) und zusätzlich, sofern du noch keine andere bAV hast, 1.800€ steuerfrei möglich. Also insgesamt 4.704€ jährlich. Deine Variante klingt sehr nach Direktzusage vom Arbeitgeber. Dort gelten andere Spielregeln. Diese sind komplett steuerfrei, allerdings in der Rentenphase als normales Gehalt zu versteuern: https://de.wikipedia.org/wiki/Direktzusage#Beim_Arbeitnehmer

      Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.

      Liebe Grüße

      Tom Wonneberger

  13. Markus Morche says:

    Euer Artikel und Internetseite ist nach meiner Ansicht nicht seriös. Ihr veröffentlicht nur, was euch in den Sinn kommt.
    Wie soll ich Leuten vertrauen, die über Nacht Betriebsrentnern mit doppelten Krankenkassenbeiträgen abkassieren und morgen je nach Kassenlage wieder? Trust is to be earned, not given!

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Markus,

      wir freuen uns immer über konstruktive Kritik, die uns hilft, euch besser aufzuklären.

      Wie meinst du das, dass wir nur veröffentlichen, was uns in den Sinn kommt? Was genau findest du nicht seriös? Welche “Leute” meinst du mit denen, die “doppelte Krankenkassenbeiträge abkassieren”?

      Ich freue mich auf den Dialog, da dieser uns helfen wird, einander zu verstehen.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  14. Alexander says:

    Hallo Herr Wonneberger,

    ich habe nächsten Monat meine Ausbildung beendet. Danach liegt mein Bruttogehalt bei ca. 2850 Euro.
    Ich erhalte derzeit 40 Euro VL vom AG die in eine BAV einfließen. Nun bekomme ich vom AG das Angebot eine neue BAV abzuschließen ( diese ist eine neue Tarifgeneration) & die alte kann nicht einfach erhöht werden. Demnach soll ich bis zum Maximum Beitrag in Höhe von 242 Euro einzahlen. Da der eine Vertrag 40 Euro bereits beträgt bleibt ein Rest von 202 Euro. Dies wäre mein Anteil in die Direktversicherung BAV. Somit soll ich mein Bruttogehalt schmälern und das Geld voll in den “topf” wandern. Nach dem durchlesen deines Artikels bin ich aber davon überzeugt´, dass es sinnvoller wäre die ca 100 Euro netto mitzunehmen. GKV versichert werde ich definitiv bleiben und meine Bonität ist bei Banken etc höher angesehen für einen eventuellen Kredit einer Immobilie?

    Liebe Grüße aus Mainz

    1. Tom Wonneberger says:

      Lieber Alexander,

      sofern es sich um eine reine arbeitnehmerfinanzierte bAV handelt, gilt das, was wir oben geschrieben haben. Diese ist für gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer in der Regel ein Minusgeschäft. Einen kleinen Zuschuss in Form der vermögenswirksamen Leistung erhältst du. Inwieweit sich das positiv niederschlägt, müsste man individuell durchrechnen. Daneben kommt es jedoch auch auf die Vertragskonditionen an. So sind die Kosten natürlich für das Ergebnis ein wichtiger Faktor. Ein sehr günstiger bAV-Vertrag KANN am Ende besser sein, als ein teurer privater Rentenvertrag.

      Ob sich das höhere Brutto beim Verzicht auf die bAV positiv auf deine Bonität auswirkt, kann ich nicht sagen, ich vermute es jedoch.

      Gibt es nicht noch andere Möglichkeiten, mit denen sich dein/euer Arbeitgeber erkenntlich zeigen kann? Zum Beispiel eine betriebliche Krankenversicherung, Zuschüsse zum Nahverkehr/Auto, Kantinenzuschuss, betriebliches Gesundheitsmanagement usw?.Solche Dinge kommen direkt bei dir als Arbeitnehmer an und der Arbeitgeber profitiert ebenfalls. Sprich ihn doch dazu einmal an.

      Ich hoffen, ich konnte dir damit weiterhelfen und wünsche dir ein schönes neues Jahr!

      Beste Grüße aus Dresden

      Tom Wonneberger

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  17. André says:

    Hallo Zusammen,

    dieser Beitrag bietet einige interessante Denkanstöße. Danke dafür!

    Ich persönlich Verfolge einen gänzlich anderen Benchmark für solche “Produkte”. Wenn Tom die 53€ über sein Berufsleben von sagen wir mal 45 Jahren einfach spart könnte er sich über die ~17 Jahre welche seiner durchschnittlichen Rentenbezugsdauer entsprechen (arme Männer…) einfach 193€ selber zahlen! Netto versteht sich und unter der konservativen Annahme das die Zinsen nicht wieder steigen.

    Mangels Disziplin (so scheint es mir) lassen die meisten ihr Geld aber lieber fremd verwalten.

    Gruß André

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo André,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, da hast du Recht. Eine Einschränkung gibt es jedoch: Den Kaufkraftverlust. Nach 45 Jahren sind die 193€ bei 2% Inflation bloß noch 78€ wert. Und tatsächlich ist für die meisten eine fremde Verwaltung, mit all den Nachteilen wie Gebühren, die erste Wahl. Viele glauben, sie könnten ihr Geld nicht selber verwalten, was aber eigentlich Quatsch ist. Es ist keine Raketenwissenschaft. Außerdem kann man sich in den zahlreichen Blogs, Foren und mit Literatur ausreichend Wissen dafür aneignen. Einzig der Wille fehlt oft. Schade eigentlich!

      Viele Grüße

      Tom

      1. André says:

        Hallo Tom,

        Inflation ist natürlich immer ein Thema. Oft unterliegen die Beiträge einer Dynamik welche man sich idealerweise beim sparen selber auferlegen sollte. Ich wollte mich in dem Fall aber nah an eurem Beispiel bewegen.

        Ich denke vielen Leuten ist es auch einfach nicht bewusst was man selber mit einfachsten Mitteln ansparen kann und dieser Vergleich wird faktisch nie gezogen. Immer nur Prudukt a gegen Produkt b. Kapitallebensversicherungen sind auch so ein heißes Thema. Man sieht nen kleinen Beitrag und einen riesen Endbetrag. Das man selber auch fast in solche Regionen kommt findet oft keine Beachtung.

        Gruß André

        1. Tom Wonneberger says:

          Hallo André,

          da hast du vollkommen Recht. Hir gilt es, vernünftig aufzuklären! Menschen sind in der Regel bequem, da sist ok, allerdings sollten sie über die Nachteile der Bequemlichkeit verständlich informiert werden.

          Grüße Tom

  18. Markus Reickert says:

    Entgeltumwandlung mindert nicht Anspruch auf Elterngeld
    Wer betriebliche Altersversorgung via Entgeltumwandlung betreibt, dem darf der Anspruch auf Elterngeld nicht gekürzt werden.
    Für die Berechnung des Elterngeldes bei Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit sind die relevanten Einnahmen nicht auf das steuerpflichtige Bruttoentgelt beschränkt. Vielmehr sind alle Einnahmen relevant, also das sogenannte Gesamtbruttoeinkommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es steuerpflichtig ist oder nicht (Sozialgericht Aachen, Urteil vom 8.4.2008, S 13 EG 19/07)

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Markus,

      ja, mit dem Urteil hast du Recht. Allerdings hat das Bundessozialgericht anders entschieden:

      http://lexetius.com/2009,2592

      “Die steuerfreien Beiträge, die der Arbeitgeber zum Aufbau einer kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung des Arbeitnehmers an eine Pensionskasse zahlt, sind […] nicht als Einkommen […] zu berücksichtigen.”

      Nach meinem Kenntnisstand wird also das Elterngeld durch die Entgeltumwandlung reduziert.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  19. Wolfram Schmidt says:

    Hallo,

    ich zitiere: “Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen. Eine rein arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge (Entgeltumwandlung) ist für gesetzlich Krankenversicherte sinnlos.”

    Das kann man meines Erachtens nicht so stehen lassen. Man erwirbt sich dadurch ebenfalls zusätzliche Ansprüche fürs Alter. Vieleicht etwas weniger als bei anderen Anlageformen, aber trotzdem einen Anspruch.
    Von daher ist auch eine arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge als zusätzliche Komponente fürs Alter sinnvoll.

    MfG
    Wolfram

    1. Wolfram Schmidt says:

      Noch eine Ergänzung.

      Sinnlos ist, gar nichts zu tun.

      MfG
      Wolfram

    2. Tom Wonneberger says:

      Hallo Wolfram,

      ja, du hast Recht, dass sich der Sparer ebenfalls Ansprüche erwirbt, mehr als wenn er nichts tut. Geht es also darum, ob man nichts oder irgendwas macht, hast du in jedem Fall Recht!
      Wenn man es unter dem Gesichtspunkt betrachtet, wo kommt am Ende wahrscheinlich am meisten raus, ist eine Entgeltumwandlung für gesetzlich krankenversicherte jedoch aus unserer Sicht sinnlos. Geht es also nicht um das “Ob”, sondern um das “Wie”, bleiben wir bei unserem Statement.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  20. Annabel says:

    Hallo eine kurze Frage,

    ich habe von meiner Firma nun auch eine Direktversicherung angeboten bekommen. Bruttogehalt 3.000€. Sie würden mir 60 € Direktversicherung zahlen ich würde 40€ zahlen um somit auf glatte 100€ zu kommen.

    Rentiert sich die Versicherung in meinem Fall später mal?
    Sollte ich mehr als 40 € selbst zusteuern?

    Vielen Dank für deine Hilfe.

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Annabel,

      individuelle Beratung können und dürfen wir hier nicht machen.

      Ob sich die Direktversicherung für dich lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig sind z.B. die Kosten der versicherung. Davon hängt ab, wie viel deiner beiträge tatsächlich angelegt werden. Des Weiteren sind die Zinsen, die die Versicherung erwirtschaftet, wichtig. Da gibt es große Unterschiede. Dabei kommmt es darauf an, wie die Beiträge angelegt werden: klassisch oder fondsgebunden.

      Positiv ist auf jeden Fall, dass sich dein Arbeitgeber mit 60€ beteiligt. Dadurch lohnt sich der Vertrag wahrscheinlich.

      Am besten du suchst dir einen Berater, der dir zeigt, welche Variante sich über die gesamte Laufzeit, also auch in der Rentenbezugsphase, für dich am meisten lohnt.

      Gern kannst du dich dafür bei uns dafür melden: http://www.progress-dresden.de/home/was-machen-wir/helfen/verbraucher/

      Liebe Grüße

      Tom

  21. Jens W. says:

    Etwas ist Unstimmig. Wo liegt mein Fehler?
    Der eine MIT bav wendet 100€ auf hat aber Netto 47€ mehr in der Tasche zum Leben. Der andere wendet 100€ von seinem Netto auf. Wenn man das vergleichen möchte muss aber dein MIT bav AUCH 100€ vom Netto abziehen. Also hat dieser ja 47€ um ZUSÄTZLICH etwas fürs Alter zu tun und hat somit die Kombimöglichkeit 47€bav brutto dazu 53€ nettoaufwand PLUS die 47€ die ( im gegensatz zu dem privatsparer) nicht vom netto abgehen und somit zur Verfügung stehen. Ich denke wenn beide gewillt sind 100€ vom Netto aus zu geben steht dann der mit 100€bav (was nur 53€ vom Netto ausmacht) plus den 47 euro wesentlich besser da. Und die 47€ kann er dann auch gemächlich per Kabitalertrag, wenn nicht sogar hälftig versteuern lassen! Was haltet ihr davon? Seh ich das falsch?

    Lg Jens

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Jens,

      vielen Dnak für deinen Kommentar und deine Fragen!

      Hierzu folgende Anmerkungen:

      1) Du hast Recht, dass es sinnvoll ist, zu schauen, was bei gleichem Nettoaufwand herauskommt. Doch je mehr der MIT bAV spart, desto mehr reduziert sich sein Brutto und damit seine gesetzliche Rente. Da können wir gern mal konkrete Zahlen nachliefern.

      2) In der Realität sieht es jedoch genau anders aus. Dort wird gesagt, dass man Geld spart und nicht so viel aufwenden muss, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. Es wird selten argumentiert, die Ersparnis zusätzlich zu investieren.

      3) Was meinst du mit “gemächlich per Kabitalertrag, wenn nicht sogar hälftig versteuern lassen”?

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  22. Lutz Birke says:

    Liebe Kollegen,

    Gratulation zu diesem Blog. Viele Argumente sehe, rechne und berate ich ebenso.

    Für alle “Ganz-Genau-Rechner” und Zweifler an euren Berechnungen, vielleicht noch ein zu berücksichtigender Punkt:
    Zwar gibt es bei bei einem Wechsel des Arbeitgebers das Recht auf “Portabilität”, sprich, das Guthaben des Altvertrages auf einen neuen BAV-Vertrag beim neuen Arbeitgeber übertragen zu dürfen.
    Aber. Es gibt eben kein Recht auf die Übernahme des Altvertrages durch den neuen Arbeitgeber. Oft haben diese – aus welchen Gründen auch immer – eigene BAV-Lösungen und akzeptieren auch nur diese.
    Dann kann man seinen Altvertrag eben nur beitragsfrei stellen und… tatataa, fabriziert beim Neuvertrag meist neue Abschlusskosten.
    Die entscheidende Frage pro/contra BAV aus meiner Sicht ist also: Wir wahrscheinlich ist ein oder mehrere AG-Wechsel bis Endalter 67?!
    Je nach Antwort schießt sich die BAV ziemlich an dieser Stelle aus dem Rennen, da die Gesamtrendite von z.B. 5 x neuen Vertragskosten kaum noch positiv sein kann. Wer dann etwas “H4-sicher” ansparen möchte, hat dann als Angestellter mit Riester eine deutlich flexiblere und ansonsten durchaus vor- und nachteilige AV, verglichen mit BAV.

    Aber wie ihr schon immer wieder richtig anregt: Muss jeder für sich entscheiden, ob er das AG-Wechsel-Risiko eingehen möchte, oder nicht.

    Kollegiale Grüße aus Niedersachsen
    Lutz Birke

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Lutz,

      vielen Dank für deinen Kommentar und die treffenden Ergänzungen!

      Beste Grüße

      Tom Wonneberger

  23. Frank Hoffmann says:

    Hallo Herr Wonneberger!
    Vielen Dank für den Artikel. Er ist wirklich hilfreich. Ich persönlich bin auf das Thema erst durch einen kleinen Hinweis im Konzern Intranet aufmerksam geworden.
    Eine Frage: Ist es nicht so, dass sich keine Nachteile / Einbußen ergeben, wenn man die Beitragsbemessungsgrenze (derzeit 74T€ für RV&AV und 51T€ für KV&PV) bereits überschritten hat?
    Liebe Grüße Frank

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Frank,

      sehr gern! Was für ein Hinweis war das denn?

      Ja, da haben Sie Recht. Wer nach dem Abzug durch Entgeltumwandlung noch über der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung von 6.200€ (West) bzw. 5.400€ (Ost) brutto monatlich verdient, ist davon nicht betroffen. Wer über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung von 4.237,50€ brutto monatlich, aber unter der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung verdient, muss Einbußen bei der Rente und Arbeitlosenversicherung, nicht aber bei den Ansprüchen von z.B. Krankengeld hinnehmen.

      Beste Grüße

      Tom Wonneberger

      1. Manuel Rettinger says:

        Auch ich liege über den beiden Beitragsbemessungsgrenzen. Ihr schreibt es gibt dann keine Nachteile mehr. Ist es aber nicht so, dass ich bei voll durch Arbeitnehmer finanzierter bAV in der Erwerbsphase keine Vorteile durch Ersparnis der Sozialversicherungsbeiträge habe, jedoch in der Rentenphase nur dann keine Nachteile habe, wenn ich immer noch über den Beitragsbemessungsgrenzen liege?

        VIle Grüße
        Manuel Rettinger

        1. Tom Wonneberger says:

          Hallo Manuel,

          danke für deinen Kommentar!

          “Ihr schreibt es gibt dann keine Nachteile mehr. Ist es aber nicht so, dass ich bei voll durch Arbeitnehmer finanzierter bAV in der Erwerbsphase keine Vorteile durch Ersparnis der Sozialversicherungsbeiträge habe”

          Wir haben beide Recht. Du hast keine Nachteile (weil deine Sozialleistungen nicht sinken), du hast aber auch keine Vorteile (weil deine Sozialabgaben nicht sinken. Deine Steuerbelastung jedoch dürfte in der Erwerbsphase durch die Entgeltumwandlung geringer sein.

          Bei der Entgeltumwandlung haben in der Rentenphase privat Krankenversicherte einen Vorteil. Denn dort kommt es bei der Ermittlung des Beitrags nicht auf das Einkommen (Rente) an. Wenn du gesetzlich krankenversichert bist, zahlst du den vollen KV-Beitrag (14,6%) und Pflege-Beitrag (2,55%) bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Liegt die gesamte beitragspflichtige Rente darüber (4.350€) wirkt es sich in der Tat nicht mehr negativ aus.

          Ich hoffe, dass hilft dir weiter.

          Viele Grüße

          Tom Wonneberger

  24. Michael says:

    Hallo Tom,

    erstmal vielen Dank für den tollen Blog und all die gut aufbereiteten Informationen und Beispiele!
    Ich hätte darauf bezugnehmend auch noch eine Frage:
    Mit meinem Gehalt liege ich wie Frank Hoffmann über der Beitragsbemessungsgrenze und zahle aktuell 150€ pro Monat (von meinem Netto-Lohn, d.h. ca. 1800€ im Jahr) in eine betriebliche Pensionskasse ein, mein Arbeitgeber steuert den gleichen Betrag nochmal dazu – alles in allem ein toller Deal.

    Verunsichert bin ich aber jedes mal bei meiner Steuererklärung… soll ich die 1800€ absetzen und mich über jährlich über eine höhere Rückzahlung vom Finanzamt freuen – aber hinnehmen, dass die daraus später geleistete Firmenrente voll versteuert wird – oder es aber nicht absetzen?

    Laut Hochrechnung meiner Pensionskasse erhalte ich mit 67 ca. 1200€ monatliche Betriebsrente, diese 1200€ müsste ich doch voll versteuern, wenn ich bis dahin meine Zahlungen jedes Jahr von der Steuer abgesetzt hätte, oder? D.h. man müsste doch nur ausrechnen, wo unterm Strich mehr rauskommt:

    – Die kommenden 35 Jahre jedes Jahr 1800€ mehr von Steuer absetzen = Betrag X
    versus
    – Die zu erwartenden Abzüge auf die 1200€ Betriebsrente, die ich dann bei voller Versteuerung zu erwarten habe.

    Habe ich irgendwo einen Denkfehler?
    Ich weiß dass ihr hier keine Individualberatung macht, aber es ware vielleicht auch für andere hier von generellem Interesse dazu einen Hinweis zu bekommen, denn Absetzen kann ja jeder Arbeitnehmer seine vom Netto eingezahlten Beiträge.

    Danke und Gruß,
    Michael

    1. Tom Wonneberger says:

      Lieber Michael,

      in der betrieblichen Altersvorsorge gibt es fünf Durchführungswege. Bei euch wird die Pensionskasse genutzt. Die Beiträge kann dein Arbeitgeber in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzen. Die Beiträge (bis 2.976€ jhrl.) sind auch für dich in voller Höhe steuerfrei (§ 3 Nr. 63 EstG). Allerdings werden die Leistungen aus einer Pensionskasse als Arbeitslohn angesehen und sind dann voll zu versteuern (§22 Nr. 5 EstG).

      Du solltest also unbedingt die Beiträge angeben. Besprich das mit deinem Steuerberater.

      Ich hoffe, ich konnte dir weiter helfen.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  25. Severin says:

    Hallo Tom,
    Vielen Dank für den Beitrag und deine Professionalität in den Antworten, trotz manchen harten Kritiken!
    Folgende Situationen:
    1. Bei mir
    Wir haben im Unternehmen eine Chemie Förderung. Der Arbeitgeber zahlt jährlich bei einer Direktversicherung in die BAV 613€ jährlich. Wird der Arbeitnehmer selbst aktiv, bekommt er je 100 eingezahlte Euro aus seinem Bruttolohn 13€ vom Arbeitgeber oben drauf.
    Lohnt es sich noch für mich eine Private RV mit Riester abzuschließen? Oder einfach die Förderung des AG nutzen und zusätzlich einzuzahlen? Wenn ja wie hoch sollte ungefähr die optimale monatliche Aufwand sein, damit es sich für mich richtig lohnt (etwa 53.000 euro Brutto im Jahr)?
    2. Bei meiner Freundin
    Angebot ihrer Firma: Berufsunfähigkeitsrente mit 300€/Jahr Arbeitgeber-Anteil. Dafür musst sie aber eine Entgeltumwandlung zustimmen: heißt 300€/Jahr aus ihrem BruttoLohn einzahlen um von der jährlichen Arbeitsgeberförderung zu profitieren. Lohnt sich das?

    Gruß
    Severin

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Severin,

      danke für dein Feedback!

      Um deine Fragen beantworten zu können, bräuchte ich noch einiges mehr an Informationen. Unser Blog dient ja der allgemeinen Aufklärung und soll keine Beratung ersetzen. Da es sich bei deinen Fragen um konkrete Sachverhalte handelt, kann und darf ich hier nicht darauf eingehen. Das wäre auch nicht sinnvoll. Es ist besser, wenn du dir einen spezialisierten Versicherungsberater oder Makler suchst, der deine Fragen kompetent beantworten kann. Gern stehen wir auch dafür zur Verfügung! Wir beraten ja als Versicherungsmakler zu Finanzen.

      Das ist unsere Homepage: http://www.progress-dresden.de/ Schau dich doch einmal um. Dort knnst du auch direkt online einen Termin zum Kennenlernen mit uns vereinbaren.

      Ich hoffe, du verstehst, dass ich hier deine konkreten Fragen nicht so beantworten kann. Ich würde mich freuen, anderweitig von dir zu hören!

      Beste Grüße

      Tom

  26. Paskal says:

    Hallo,
    mein Chef möchte es komplett übernehmen, wie sieht es denn dann aus. Habe ich dann irgendwo Einbußen ? Weil es oben heißt :
    — Denn nicht nur die Abgaben bemessen sich am Bruttogehalt, sondern auch nahezu alle Sozialleistungen. Im Klartext heißt das, weniger Brutto bedeutet weniger Elterngeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld, Erwerbsminderungsrente und Altersrente!–
    Verstehe das nicht so!
    MFG
    Paskal

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Paskal,

      wenn es dein Chef komplett übernimmt, hast du keine Einbußen. Beispiel: Du verdienst 2.500€ brutto und dein Chef möchte 100€ in deine bAV einzahlen. Dann hast du immer noch deine 2.500€ brutto und nun zusätzlich 100€ monatlich in eine betriebliche Altersvorsorge.

      Viele Grüße

      Tom

  27. Michael Hilgers says:

    Hallo,

    erst einmal danke für die Abhandlung über die bAV. Das Thema ist gerade bei uns im Betrieb aktuell und “brennt” daher unter den Nägeln.

    Bei uns wird das System der Unterstützungskasse angeboten, nicht die Direktversicherung. Macht das in Ihrer Rechnung einen Unterschied?

    Ja, das Brutto und die daraus abgeleiteten Sozialbezüge (Krankengeld etc.) sind bei reiner arbeitnehmenrfinanzierung entsprechend niedriger. Aber für die Rente selber ist bei der Unterstützungskasse angeblich die Besteuerung bei Wahl der Monatsrente nach §19 und nicht nach §22, die Besteuerung der Kapitaloption nach der Fünftelregelung und nicht voll. Uns wird die Kapitaloption in Kombination damit empfohlen, diese erst zu Beginn des NÄCHSTEN Steuerjahres nach dem letzten Gehalt zu beziehen. Auch ist bei der Unterstützungskasse angeblich nur der halbe Beitrag zu KGV zu leisten und nicht der volle von (aktuell) 14,x%.

    Können Sie dazu eine Aussage treffen?

    Vielen Dank und viele Grüße
    Michael Hilgers

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Herr Hilgers,

      vielen Dank für Ihre Nachricht!

      Also, in der Ansparphase fällt keine Lohn- oder Einkommensteuer an, da kein Zufluss im Sinne des Steuerrechts vorliegt. Beiträge aus Entgeltumwandlung sind in den üblichen Grenzen sozialabgabenfrei. Arbeitgeberfinanzierte Beiträge sind gänzlich frei von Steuer- und Sozialabgaben.

      Die Leistungen in der Rentenphase werden wie “nornaler” Lohn behandelt. Sie unterliegen zu 100% der Einkommensteuer. Wenn die Leistung kapitalisiert wird, greift die sogenannte Fünftelregelungen, wie Sie sie oben beschrieben haben. Die funktioniert grob so:

      5tel-Regelung (§ 34 I EstG)
      1) 1/5 des Kapitals als Einnahme auf das Steuerbrutto rechnen
      2) Lohnsteuer laut Progressionstabelle des Gesamteinkommens
      3) Lohnsteuer des Einkommens ohne Kapitalleistung abziehen
      4) verminderte Einkommensteuer verfünffachen
      5) Betrag auf die Lohnsteuer ohne Kapital hinzurechnen
      Effekt: Eliminierung des Progressionsvorbehaltes

      Seit 01.01.2004 wird der volle allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner (KVdR) erhoben. Vorher war es tatsächlich nur die Hälfte. Bei der Kapitalisierung wird der Beitrag auf 10 Jahre gestreckt.

      Problematisch bei einer U-Kasse ist vor allem die Übertragung beim Arbeitgeberwechsel. Da ist eine Direktversicherung deutlich einfacher.

      Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen klären!

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  28. Sonnenschein says:

    Hallo Tom,

    der Blog ist wirklich sehr hilfreich und hat mir geholfen, mich von einpaar Altersvorsorgen zu distanzieren. Für mich gibt es aktuell nur drei Möglichkeiten:
    A). Betriebliche Altersrente + Private Rentenversicherung
    B). Private Rentenversicherung
    C). Sparbuch jeden Monat 100€ zurücklegen

    Seit Wochen mache ich mir Gedanken über meine Altersvorsorge und bin mit Hilfe des Blogs zu o.g. Möglichkeiten gekommen.

    Da ich im öffentlichen Dienst tätig bin, zahlt mein AG circa 140€ pro Monat in meiner betrieblichen Altersvorsorge. Ich hatte mir Gedanken gemacht, ob ich mich zusätzlich selbst beteiligen soll. Nach den Beispielrechnungen – würde ich aber voraussichtlich mehr Sozialabgaben etc. zahlen, da die betriebliche Rente zu 100% versteuert wird, wenn ich es richtig verstanden habe. D.h. ich würde wahrscheinlich Verlust machen + weniger in meiner gesetzlichen RV einzahlen.

    Mal angenommen ich würde eine private RV abschließen, hätte ich zusätzlich eine Rente mit weniger Ausgaben. Korrekt? Zusammengefasst mehr Rente?!

    Bei den o.g. Beispielen Tom und Stephan hat zwar Stephan eine höhere Rente, weil er sich nicht für die Entgeldumwandlung entschieden hat, sondern für die private RV. Aber oftmals haben die Private RV hohe Verwaltungsgebühren, sodass ich mir die Frage stelle, ob es nicht das selbe ist – ob ich mich nun für die Betriebliche + Eigenanteil Versicherung oder nur für die private RV entscheide?

    Lieben Gruß Sonnenschein

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Sonnenschein!

      nu, wie die Juristen immer sagen: Es kommt drauf an. Wenn es ein guter bAV-Vertrag mit geringen Kosten von einem finanzstarken Anbieter ist, kann er besser sein, als eine Privatrente.

      Variante C) Sparbuch ist jedoch definitiv NICHT für die Altersvorsorge geeignet.

      Das hängt am Ende von zahlreichen Faktoren ab, die wir im Blog maximal anschneiden können. Für eine individuelle Entscheidung braucht es immer eine individuelle Prüfung. Dafür kannst du dich gern an uns oder einen versierten Versicherungsmakler bzw. Versicherungsberater wenden.

      Auf unserer Website erklären wir, wie wir arbeiten: http://www.progress-dresden.de/

      Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiter helfen.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  29. Marco says:

    Hallo,

    wenn mich nicht alles täuscht, dann wurde hier ein wichtiger Aspekt bei den Vergleichsrechnungen gänzlich unterschlagen, nämlich der Zinseszins-Effekt.

    Da in der letzten Rechnung Stephan 193 € in die bAV steckt bei einem tatsächlichen Aufwand von 100€, so spart er jeden Monat 93€ mehr als Tom.

    Wendet man nun einen konservativen Zinssatz von 2,25% über 40 Jahre alleine auf diese höhere Sparrate von 93€ an, so erhöht sich das Endkapital um rund 72.000€.

    Diesen zusätzlichen Betrag verrentet, ergibt selbst nach vollem Abzug von Steuer und Sozialversicherung (Arbeitgeber und Arbeitnehmeranteil) dann einen höheren Betrag.

    Und je höher der Zinssatz und je länger die Laufzeit desto mehr schlägt das Pendel zugunsten der bAV aus.

    Viele Grüße,
    Marco

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Marco,

      deine Rechnung stimmt, wenn Stephan die 93€ auch tatsächlich so zurücklegt. Bei 72.000€ kannst du derzeit mit etwa 180€ zusätzlicher Rente vor Steuern und Sozialabgaben rechnen. Davon verbleiben nach den Abgaben ca. 110€. Das bedeutet, Stephan hat 10€ mehr als Tom in unserem Beispiel. Allerdings bleibt der Nachteil bei den Sozialleistungen während der Anspar-/Erwerbsphase. Siehe hierzu auch den Nachtrag vom 15.10.2015. Da sind es 17€ mehr.

      Aber selbstverständlich gibt es nich weitere Faktoren, die sich positiv und negativ auf das Ergebnis auswirken können.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  30. Marco says:

    Hallo Tom,

    vielen Dank für die Antwort.

    Eine Frage hätte ich dann noch: Was passiert eigentlich, wenn man vor Renteneintritt in die private Krankenversicherung wechselt?

    Sind dann trotzdem Beiträge an die gesetzliche Kasse zu leisten bzw. wird deren Höhe dann auf die Beitragsjahre, welche auf die Mitgliedschaft bei der GKV entfallen, umgelegt?

    Dankeschön und viele Grüße,
    Marco

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Marco,

      wechselst du in die private Krankenversicherung, richtet sich dein Beitrag ausschließlich nach deinem Alter, Gesundheitsstatus und deinen eingekauften Leistungen. Das Einkommen spielt grds. keine Rolle. Diesen individuellen Beitrag zahlst du ausschließlich an die private Krankenversicherung.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

      1. Marco says:

        Das war mir schon klar. Meine Frage zielt eher darauf, ob in der Rentenphase trotzdem Beiträge auf die Rente aus der betrieblichen Altersvorsorge an die gesetzliche Krankenkasse zu zahlen sind, auch wenn man während der Ansparphase von der gesetzlichen in die private Krankenkasse wechselt?

        1. Tom Wonneberger says:

          Hallo Marco,

          nein, weil du dann ja nicht mehr in einer gesetzlichen Krankenversicherung bist. Dafür zahlst du dann ja Beiträge an eine private Krankenversicherung. Diese Beiträge können höher oder niedriger als in der gesetzlichen ausfallen.

          Beispiel 1
          Rentner, gesetzlich krankenversichert, Beitragssatz: 15% (voll), und 7,5% (ermäßigt da Krankenversicherung der Renter)
          gesetzliche Rente: 2.000€
          private Rente: 250€
          Betriebsrente: 500€
          Beitrag für die Krankenversicherung: 2.000€ x 7,5% + 500€ x 15% = 225€
          (hinzu kommt noch die Pflegeversicherung)

          Beispiel 2
          Renter, privat krankenversichert, Beitrag: 500€
          gesetzliche Rente: 2.150€ (ca. 150€ Zuschuss zur PKV von ~7,5% der gesetzlichen Rentenversicherung, max 50% des PKV-Beitrags)
          private Rente: 250€
          Betriebsrente: 500€
          Beitrag für die Krankenversicherung: 500€ (bzw. 350€ nach dem Zuschuss zur PKV der gesetzlichen Rente)
          (hinzu kommt noch die Pflegeversicherung)

          Ist es mit dem Beispiel nachvollziehbar? Achtung: es handelt sich um Näherungswerte und ein fiktives Beispiel.

          Viele Grüße

          Tom Wonneberger

  31. Marco says:

    Hallo Tom,

    vielen Dank, ja das Beispiel ist sehr gut nachvollziehbar.

    Dann wäre es also eine Überlegung wert, vor der Rente in die pKV zu wechseln.

    Insbesondere wenn sich die Erträge der bAV über die Beitragsjahre gut entwickelt haben und am Ende eine hohe Rente dabei herausfällt kann es vorteilhaft sein, in die private Krankenversicherung zu wechseln, um dann dem höheren Beitragssatz von 15% zu entgehen.

    Leider haben die anderen Formen der Rentenversicherung ja auch alle ihre Vor- und Nachteile. Das persönliche Optimum zu finden ist unterm Strich sehr schwierig.

    Viele Grüße,
    Marco

    1. Tom Wonneberger says:

      Aus diesen Gründen ist eine persönliche Beratung wichtig. Weil man in solchen Beiträgen nie auf jeden Einzelfall eingehen kann. Gerade wenn es um Krankenversicherung und Ruhestand geht ist das notwendig.

      Was das Optimum ist, stellt sich immer erst zum Schluss heraus. Aus diesem Grund verfolgen wir das Motto: So einfach wie möglich. Dann sind Entscheidungen zumindest nachvollziehbar. So können wir uns dem Optimum ohne große (versteckte) Kosten und Risiken nähern.

      Und: ALLES hat Vor- und Nachteile 😉

      Gern stehen wir für eine individuelle Beratung zur Verfügung.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  32. Michael Bluhm says:

    Hallo,

    auch die private Rente ist mit dem Ertragsanteil zu versteuern.
    Mit welchem Steuersatz ist den die bAV Rente versteuert worden? Wenn ich von der Rente 386€ 40% Steuer und Krankenversicherungsbeitrag abziehen verbleiben 231,60€ Nettorente.
    Die 200€ privat Rente Ertragsanteil versteuert, x 18% = 36€ x 20% Steuersatz = 7,20€ = 192,80€ Nettorente.
    Vorteil bAV Rente 231,60-192,80= 38,80€
    Aber wie schon geschrieben rieben, dass ist sehr individuell.

    Viele Grüße und gutes Gelingen bei der Entscheidungsfindung

  33. Alex says:

    Hallo,
    gibt es irgendwo ein Excel Sheet oder ähnliches um diese Planbeispiele aus dem Beitrag (der im übrigen echt gut ist) mal durchzurechnen? Ich hätte großes Interesse das mal für mich durchzurechnen. Ich habe einen Misch-BAV der in einen Fonds fließt. Da sieht das Ganze ja eigentlich schon wieder anders aus, da die Zinsen variabel sind. Jedoch würde ich gerne mal sehen, wie sich das Ganze verhält, wenn man es so wie oben durchspielt.

    Grüße
    Alex

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Alex,

      vielen Dank für deine Nachricht! Nein, ein Excel-Sheet dazu haben wir nicht. Der Grund ist, dass sich die steuerlichen und sozialversicherungstechnischen Werte jährlich ändern. Der Aufwand für die Pflege ist uns daher zu groß. Für unsere Beratungen nutzen wir Tabellen aus Fachbüchern, die die aktuellen Werte berücksichtigen und jährlich aktualisieren.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  34. Tim says:

    Hallo,

    vielen Dank für die netten Rechnungen. Ich habe derzeit eine betriebliche Altersvorsorge und bin total enttäuscht, da man mir nie etwas von den Sozialabgaben gesagt hat.
    Ich zahle seit Ende 2011 242€ in die bav ein. Laut meinem Vertrag erhalte ich 696,64 € Garantierente im Jahre 2054, bzw. ein Garantiekapital von 186335€. Mein Brutto liegt bei ca. 3400 €.
    Mein neuer Arbeitgeber zahlt lediglich 22€ für die bav dazu. Meine derzeitiges Kontostand in dem Vertrag liegt bei 12360€.

    Ich stehe ehrlich gesagt kurz vor dem Stilllegen des Vertrages. Ich habe mir das mal so ausgerechnet:

    Ich lasse mir im Jahre 2054 einfach die 186335 € auszahlen, was ich laut Vertrag machen kann:

    186335 Brutto nach Lohsteuer bleiben dann laut meinen Rechnungen ca. 99500€. Zusätzlich gehen dann ja noch die Sozialabgaben ab, ich rechne dort mal 18%, also Krankenversicherung + Pflegeversicherung. Das wären dann nochmal 33540€.
    Es bleiben also untern Strich 65960€ übrig. Das ist meiner Meinung nach heftig.
    Man darf ja auch nicht vergessen das ich in den 37 Jahren durch den AG+AN Wegfall von 242€ weniger Geld in die Rentenkasse zahle. Dort sind das jeweils 22,63 € also insgesamt 45,26€, rechnet man das über 37 Jahre komme ich auf stolze 20095,44€ die zusätzlich in der Rentenkasse fehlen.

    Also jetzt so laut meinen eigenen Berechnungen lohnt sich das Ganze nicht. Ich habe jedoch im Jahr 2016 eine Verzinsung von 3,7 Prozent gehabt was ja auch nicht wenig ist.

    Ich würde durch das Stilllegen des Vertrages 114€ mehr netto haben. Würde ich das Geld jetzt ohne Verzinsung über 37 Jahre anlegen komme ich auf 50616€ ohne Zinsen und über das Kapital kann ich so verfügen.
    Meiner Meinung nach ist das aber immer noch besser als die bav. Ich ziehe von meinen 65000 € auch die nicht gezahlten 20000 in der Rentenkasse ab.
    Auch wenn ich das Geld aus der Rentenkasse nicht direkt wiederbekomme wird sich das in irgendeiner Art und Weise auf meine Rente auswirken.

    Ich hoffe ich kann anderen Personen hier mit meiner Rechnung weiterhelfen die bereits einen bestehenden Vertrag haben.
    Grundsätzlich stehe ich aber immer noch in einem Zwiespalt ob ich jetzt stilllegen soll oder nicht. Vielleicht haben andere ja noch eine Meinung dazu.

  35. Richard says:

    Hallo,
    aus den Rechnungen und der Diskussion folgt für mich ein klares “kommt darauf an”.

    Und zwar auf:
    – Persönlichen Steuersatz
    – Zuschuss von AG
    – PKV oder GKV
    – Anlageform/Rendite der BaV
    – Alternativen, durch andere Anlageformen, Lust und Disziplin anderweitig vorzusorgen

    Grundsätzlich stimme ich dem zu, dass das bei den Beratungen, wenn man die Verkaufsgespräche so nennen möchte, leicht zu kurz kommt. Schließlich verdienen die Versicherungen und Kassen ganz schön dabei. Und auch der AG freut sich, falls er seine Hälfte der eingesparten Sozialabgaben für sich behält und nichts zuschießt.

    Ich persönlich zahle viel in eine BaV in Form einer Pensionskasse ein.
    Dabei gehe ich davon aus, dass es sich bei grundsätzlich rentiert.

    Grund ist halt ein Spitzensteuersatz während der Ansparphase, ein ordentlicher Zuschuss vom AG und eine stabil ordentliche Rendite. Außerdem spare ich mir keine Sozialversicherungsbeiträge, da über der Bemessungsgrenze, und verliere so auch keine gesetzlichen Rentenversicherungsansprüche.
    Da ärgert zwar die GKV, da keine Einsparung bei hohem brutto, aber doppelt zahlen in der Rente.

    Für mich heißt das ehrlich gesagt wirklich, dass sich die BaV nur für Gutverdiener, speziell in der PKV, rechnet, es sei denn der AG schießt mindestens auch noch seinen Anteil der Einsparungen von der Sozialversicherung zu.

    Aktuell wird wieder politisch diskutiert, wie man die BaV attraktiver machen kann. Für mich wäre der effektivste Weg… kein doppelter GKV-Beitrag in der Rente, deren Logik ich nur begrenzt nachvollziehen kann. Zumindest sollte der AG verpflichtet sein, wenigstens seine Einsparungen zuzuschießen. Es kann ja nicht sein, dass der AG spart und der AN später das nachzahlen muss. Nur AN-Anteil macht die Sache schon deutlich attraktiver.

    Erstaunlich eigentlich… die Einbußen für die GKV entständen erst in der Zukunft… der Effekt, BaV wird allgemein attraktiv, kostenlos heute gegeben.
    Sonst wäre das doch ein willkommenes Geschenk für Politiker.
    Wahrscheinlich geht die Politik aber davon aus, dass Geschenke heute in der Ansparphase publikumswirksamer sind als die im Alter. Also Zuschuss jetzt…

    Naja. Wir werden sehen.

    1. Tom Wonneberger says:

      Lieber Richard,

      da hast du vollumfänglich Recht. Ergänzen möchte ich deine Ausführungen noch um einen kritischen Gedanken. “Für mich heißt das ehrlich gesagt wirklich, dass sich die baV nur für Gutverdiener, speziell in der PKV […]” Wenn das tatsächlich so stimmt – wovon ich ausgehen, allerdings kenne ich keine wissenschaftliche Studie dazu – dann handelt es sich doch nicht um eine sozialpolitische Maßnahme zur Stabilisierung von Einkünften geringeverdiender Schichten, sondern um Umverteilung von unten nach oben.

      Nachdenkliche Grüße

      Tom Wonneberger

  36. Bärbel says:

    Danke. Ähnliches hatte ich mir schon gedacht.
    Seit wann bekommt man was geschenkt?

    Wer verdient an dem ganzen?

    Ich würde lieber 50-100 Euro in einen gut ausgesuchten ETF stecken und laufen lassen. Gibt sehr brauchbare Foren.

    Anders würde ich lieber mal klären lassen, warum der Staat seinen Generationsvertrag nicht mehr einhalten kann? Geht leider immer auf die Kleinen!

    Eine Firma geht insolvent, wenn sie nicht richtig funktioniert. Ein Staat macht unbegrenzt Schulden. Nicht nur bei uns, wie man sieht.

    Ojeoje.

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Bärbel,

      danke für deinen Kommentar. Allerdings berührt er einige, sehr komplexe und tiefe Themen, die wir hier in unserem Blog nicht behandeln.

      Nur soviel: Gerade deswegen ist es sinnvoll, sich politisch zu engagieren.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  37. Kerstin Gläser says:

    Ich habe einen Altvertrag. Rendite 3,3%
    Wie wirkt sich das denn auf euer Rechenbeispiel aus.
    Danke für die Antwort. Es ist einfach eine schwere Materie und ich weiß nicht was richtig ist.
    Herzliche Grüße Kerstin

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Kerstin,

      um darauf eine sinnvolle Antwort zu geben, braucht es mehr Infos, die wir nur im Rahmen einer Einzelberatung erheben können. Gern kannst du uns per Email oder direkt über unseren Online-Termin-Planer kontaktieren. Dann können wir dir sicher besser helfen.

      http://www.progress-dresden.de
      http://www.termin.progress-dresden.de

      Liebe Grüße

      Tom Wonneberger

  38. SOKA-BAU says:

    Danke für den aufschlussreichen Artikel. Ob sich der Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge tatsächlich rechnet, sollte vorher natürlich genau geprüft werden. Sobald Arbeitgeberzuschüsse zu der Versorgung erfolgen, lohnt sich
    diese i.d.R. aber auch.

    Im Baugewerbe ist dies sogar tarifvertraglich geregelt. Der Arbeitnehmer erhält einen Zuschuss von 30,68 Euro vom Arbeitgeber und zahlt seinen Eigenbeitrag durch Entgeltumwandlung dazu. Da die Beiträge steuer- und sozialversicherungsfrei angespart werden, kann sich ein Arbeitnehmer schon für den sehr geringen tatsächlichen monatlichen Nettoaufwand von ca. 5 € eine zusätzliche betriebliche Altersvorsorge mit einem monatlichen Sparbeitrag von 39,88 € sichern. Bei der Umsetzung der Versorgung mit der SOKA-BAU entfällt dabei sogar eine Abschlussprovision.

    Wir empfehlen deshalb jedem, der im Baugewerbe tätig ist, sich über die tarifvertraglich festgelegten Konditionen der betrieblichen Altersvorsorge zu informieren. Natürlich bietet SOKA-BAU auch die entsprechenden Beratungen an. Alle Infos finden Sie auf unserer Website –> http://www.soka-bau.de/arbeitnehmer/leistungen/rente/baurente-zukunftplus/

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