Alles über Versicherungen für Selbstständige

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Der Weg in die Selbstständigkeit ist ein großes Abenteuer. Mit diesem Best-of-Beitrag – Versicherungen für Selbstständige wollen wir dir bei den Themen Finanzen, Altersvorsorge und Versicherungen für Selbstständige helfen. Erhalte einen Überblick über die wichtigsten Aspekte und bekomme Tipps, dir die vor allem am Anfang einen Haufen Nerven und Geld sparen!
Hol dir unsere Tipps und vermeide so die größten Fehler gleich von Anfang an.

ACHTUNG … da dieser Artikel ein Best-of / eine Sammlung aller Artikel zum Thema Gewerbeversicherung, allgemein zu Selbstständigkeit, Altersvorsorge für Selbstständige und einem vernünftigen Umgang mit deinem Geld ist, kann es zu Wiederholungen einzelner Themen kommen.

Inhaltsverzeichnis

Wie du als Selbstständiger deine Finanzen im Griff hast

Was muss ich tun, um meine Finanzen und Versicherungen als Selbstständiger meine Finanzen im Griff zu haben und wie soll ich ohne große BWL-Kenntnisse mein Unternehmergehalt ermitteln? Wie viel soll ich für Steuern und Co. zurücklegen? Diese Fragen erreichen uns regelmäßig. Grund genug diesem virulenten Thema einmal auf den Grund zu gehen.

Du brauchst kein Hipster-BWL-Studium wie wir aber ACHTUNG … es gibt Dinge die musst du wissen!

Wo liegt der Unterschied von Umsatz und Gewinn?

Für die meisten ohne kaufmännische oder betriebswirtschaftliche Kenntnisse gibt es keinen Unterschied zwischen dem, was ich einnehme und dem, was ich verdiene. Doch ist es unerlässlich, dass du genau diesen Unterschied kennst. Das eine ist der Umsatz, also das, was du vom Kunden bekommst. Bei dem einen sind das wenige große Beträge wie z.B. bei Beratern oder projektbezogenen Aufträgen. Bei dem anderen sind das viele kleine Zahlungen wie z.B. in einem Laden. Alles das, was du vom Kunden bekommst, ist Umsatz, abzüglich (meistens) 19% Umsatzsteuer. Wichtig ist es, immer flüssig zu sein. Damit du mal nicht auf dem Trockenen sitzt, empfehlen wir eine Liquiditätsplanung zu machen. Entweder mit dem Steuerberater oder selbst. Wie das geht steht z.B. hier.

Du hast noch Fragen zum Thema Versicherungen und finanzielle Absicherung?



Davon gehen dann aber erst mal alle betrieblichen Kosten ab. Also alles das, was du benötigst, um deine Leistung zu erstellen. Das sind Kosten für Räume, Personal, Rohstoffe, Büromaterial, Maschinen/Technik/EDV, Personal, Werbung, Beratung und Buchhaltung, betriebliche Versicherungen und Bank, KFZ bzw. Reisen und Mobilität, Kommunikation, Gebühren und Beiträge, Zinsen für Kredite, Weiterbildung, usw. Wenn du umsatzsteuerpflichtige Einnahmen erzielst, darfst du im Gegenzug den Umsatzsteueranteil bei den Kosten abziehen lassen. Damit du den Überblick über die Kosten behältst, empfehlen wir dir, einen einfachen betrieblichen Haushaltsplan zu führen und mit einem Steuerberater zusammenzuarbeiten.

Das, was nach den Kosten vom Umsatz übrig bleibt, ist dein Gewinn oder der Ertrag. Wenn davor ein Minuszeichen steht, redet man vom Verlust oder Fehlbetrag. Ziel ist es natürlich, dass du einen Gewinn erwirtschaftest.

Umsatz – Aufwand = Gewinn (vor Steuern)

Warum ist der Gewinn nicht gleich mein Einkommen?

Viele Selbstständige machen nun den Fehler, alles, was zunächst mal übrig bleibt, gleich zu investieren oder sich privat auszuzahlen. Nach dem Motto: Läuft ja! Zwei wesentliche Gründe sprechen aus unserer Sicht dagegen.
Erstens ist der Gewinn nicht das Einkommen, denn es geht vom Gewinn noch die Einkommensteuer ab. Viele, vor allem in den ersten Jahren nach der Gründung, kommen in arge Nöte, weil sie die Steuerzahlungen nicht auf dem Sender haben.

Wenn du startest, gibt es keinen Wert, an dem sich das Finanzamt orientieren kann, was als Steuerzahlung fällig wird. Also wird nachträglich besteuert. Wenn die ersten Jahre rum sind, hat das Finanzamt eine Grundlage zur Berechnung.

Dann zahlst du im Voraus die Steuern. Wenn du dir dann mit der Erklärung zu Beginn Zeit lässt und vielleicht auch die ersten Beträge stunden lässt, baust du dir ein riesen Problem auf: Einerseits will das Finanzamt irgendwann einmal die Nachzahlungen vom Anfang und die Vorauszahlungen. Viele, die in der Zeit alles ausgegeben haben, was als Gewinn da war, haben kein Geld um die Steuerschulden zu begleichen. Für manche ist dann bereits Feierabend.

Ein Beispiel:
Klaus hat im 1. Jahr Gewinn gemacht und müsste 2.000€ Steuern bezahlen. Die Steuererklärung macht er am Anfang allein und zögert sie eine ganze Weile raus.

Im 2. Jahr ermittelt das Finanzamt einen Steuerbetrag von 4.000€. Die Erklärung macht mittlerweile der Steuerberater und lässt sich bis zum Dezember des Folgejahres Zeit. Die Zahlung aus dem ersten Jahr schiebt er einige Monate auf.

Für das 3. Jahr setzt das Finanzamt eine Vorauszahlung von 1.000€ im Quartal fest.

Nun hat Klaus ein Problem. Er muss die 2.000€ aus dem ersten, die 4.000€ aus dem zweiten und die 1.000€ je Quartal aus dem aktuellen Jahr begleichen. Also insgesamt 7.000€. Blöderweise läuft es bei Klaus mies und der Gewinn ist eingebrochen. Weil er den gesamten Gewinn investiert und sich ausgezahlt hat, ist in der Kasse Ebbe.

Zweitens verändert sich permanent die Umsatz- und Gewinnsituation. Es gibt bessere und schlechtere Zeiten. Wenn du in den guten Zeiten alles ausgibst, bekommst du in schlechten Zeiten Probleme mit der Liquidität. Also nur, weil mal drei Monate der Laden brummt, solltest du nicht alles sofort investieren oder großzügige Privatentnahmen vornehmen.

Wie viel kann ich mir auszahlen?

“Was bleibt im unternehmen und was kann ich mir in meine eigene Tasche stecken?”

Die Wenigsten machen sich selbstständig, um irre reich zu werden. Dennoch, von Luft und Liebe allein kann niemand leben. Das bedeutet, nach einiger Zeit sollte deine Lebensgrundlage gesichert sein. So gesehen finden wir die Frage „Wie viel kann ich mir auszahlen?“ falsch. Sie müsste viel eher lauten „Wie viel muss ich mir auszahlen?“

Zu Beginn gibt es zwei Positionen: Lebenshaltung und Versicherung. Zur Lebenshaltung gehören alle Punkte, die ein Angestellter auch hat: Miete, Essen, Handy, GEZ, Konsum, Freizeit und so weiter. Für uns liegt das absolute Minimum bei 800€ im Monat. Um die privaten Ausgaben im Griff zu behalten, empfehlen wir dir einen Haushaltsplan zu führen. Dazu kommt der Punkt Versicherung.

Du hast als Selbstständiger meistens keinerlei gesetzlichen Versicherungsschutz, sondern musst dich selbst kümmern. Die wichtigste ist die Krankenversicherung. Die bezahlst du komplett allein. Bei Angestellten übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge. Daneben sind eine Privathaftpflicht und eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsversicherung sehr wichtig. Eine Unfallversicherung kann ebenfalls sinnvoll sein.

Wenn wir alle Punkte zusammenrechnen, kommen wir auf ca. 1.200€. Damit ist das Allernötigste gedeckt. Pro Jahr kommen da aber auch knapp 15.000€ zusammen.

Wenn deine Firma läuft und deine privaten Ausgaben gedeckt sind, solltest du eine private Rücklage aufbauen. Wir nennen das „Notgroschen“. Als Selbstständiger solltest du mindestens sechs Monatsausgaben auf der hohen Kante haben. Dann kannst du ungeplante Ausgaben stemmen oder auch mal die Zahlung deines Unternehmergehalts aussetzen, wenn es richtig schlecht läuft.

Wenn du auch diese Rücklage hast, solltest du dich mit der Vorsorge auseinandersetzen. Grundsätzlich zahlst du nämlich nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Das heißt, im Alter stehst du ohne Einnahmen du. Du musst dich also selbst drum kümmern.

Wie soll ich meine Konten strukturieren?

Auch wenn du noch so klein bist und ein noch so junges Unternehmen hast … bitte habe diese 3 Konten von Anfang an!

Als Selbstständiger brauchst du drei Konten, das war es. Unser dringender Tipp: Eröffne ein Geschäftskonto. Dafür reicht auch ein separates Girokonto, solange du nur Überweisungen tätigst. Sobald du per Lastschriftverfahren Geld von Kunden einziehst, benötigst du ein richtiges Geschäftskonto. Wichtig ist aber die Trennung von Privat- und Geschäftskonto. Das dritte Konto ist dein privater Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto.

Wenn du ermittelt hast, wie viel Geld du monatlich zum Leben brauchst, richtest du dir einen Dauerauftrag in der Höhe vom Geschäfts- auf das Privatkonto ein. Diesen benennst du „Privatentnahme“. Das ist dein Unternehmergehalt. Einen weiteren Dauerauftrag richtest du später vom Privat- auf das Notgroschenkonto ein.

Mit diesen drei Konten und zwei Daueraufträgen hast du deine privaten und beruflichen Finanzen im Griff. Du kommst nicht in die Verlegenheit mehr auszugeben, als gut ist, weil schlicht nicht mehr da ist. Konsequenterweise bezahlst du private Ausgaben über dein Privatkonto und betriebliche Ausgaben übers Geschäftskonto.

Wenn dann die Einkommensteuer fällig ist, machst du eine Extraüberweisung in der Höhe vom Geschäfts- auf das Privatkonto.

Wie viel soll ich zurücklegen?

Wieviel soll ich auf die hohe Kante legen?

Auch das ist eigentlich wieder die falsche Frage. Besser ist: Wie viel gebe ich aus? Also wie hoch sind meine regelmäßigen Betriebskosten? Wichtig ist, dass zu den Betriebsausgaben, die wir oben beschrieben haben, auch das Unternehmergehalt gehört. Diese ermittelst du entweder mittels des Haushaltsplans bzw. mit dem Steuerberater oder nutzt Vergleichswerte für deine Branche, wenn du ganz am Anfang stehst.

Als Nächstes überlegst du dir, wie viele Monate du ohne einen Euro Umsatz diese Kosten decken willst. Ziel ist es, einen Puffer zu finden, bei dem du beruhigt schlafen kannst.

Nehmen wir uns PROGRESS als Beispiel:
Unsere Betriebsausgaben liegen bei ca. 2.000€ im Monat. Hinzu kommen die 5.000€, die wir uns monatlich als Gehalt auszahlen. Wir wollen mindestens sechs Monate überbrücken können. Das heißt, unsere Rücklage beträgt 42.000€.

Bis du dein individuelles Ziel erreicht hast, solltest du keine größeren Investitionen tätigen oder Zahlungsverpflichtungen, wie Leasing oder Kredite, eingehen. Denn steigen in unserem Beispiel unsere Betriebsausgaben um 500€ weil wir uns nen schicken Firmenwagen leisten, müssten wir zusätzliche 3.000€ Reserve aufbauen.

Wichtig ist, dass du nicht nur eine betriebliche Rücklage aufbaust, sondern auch eine Private. Hier empfehlen wir das gleiche Vorgehen: Wie hoch sind meine Ausgaben? Wie viele Monate will ich überbrücken können? Für Selbstständige empfehlen wir hier sechs Monate.

Aber soll Geld nicht eigentlich arbeiten?

Viele sind der Meinung, dass eine so hohe Reserve totes Kapital ist. Gerade wer BWL studiert hat, bekam eingetrichtert, so knapp wie möglich zu kalkulieren und jeden freien Euro zu investieren.

Das Ergebnis ist zwar einerseits eine höhere Effizienz. Andererseits steigt damit auch die Anfälligkeit für unvorhergesehene Ausgaben. Das Wichtigste als Unternehmen ist Liquidität, diese muss zu jeder Minute gesichert sein. Wenn dann, wie oben beschrieben, die Steuernachzahlung kommt und kein Geld in der Kasse ist, wird es düster.

Insofern heißt Rücklage für uns Widerstandsfähigkeit und Freiheit.

Außerdem ist unser Vorgehen sehr einfach und nachvollziehbar. Du brauchst keine großen Liquiditätsplanungen anstellen, sondern nur deinen Kontostand abrufen. Investitionsentscheidungen kannst du innerhalb von Minuten treffen. Zahlungsverzögerungen oder Ausfälle von Kunden sind dann zwar immer noch ärgerlich, aber nicht mehr existenziell. Außerdem bist du jederzeit in der Lage, deine Verbindlichkeiten pünktlich zu begleichen.

Du gewinnst die Freiheit, Projekte und Ideen umzusetzen, mit denen du vielleicht erst in Jahren Geld verdienen wirst. Du kannst einfach mal was wagen und ausprobieren. Hast du dich nicht genau deswegen selbstständig gemacht?

Wann soll ich investieren?

Betriebliche Altersversorgung
Bauchentscheidungen sind spitze – allerdings lass den Kopf auch mitreden!

In der BWL haben wir gelernt, eine Kapitalplanung aufzustellen oder verworrene Rentabilitätsbetrachtungen anzustellen. Wie läuft es aber in der Praxis der kleinen Unternehmen und Freiberufler? Die meisten entscheiden aus dem Bauch heraus und geraten so des Öfteren in Liquiditätsprobleme.

Besser und einfacher ist es, du erstellst eine Liste mit deinen geplanten Investitionen inklusive der zu erwartenden Kosten. Sobald deine individuelle Rücklage die Schwelle erreicht hat, kannst du investieren, vorher eben nicht.

Beispiel:
Unsere Rücklage soll immer mindestens 30.000€ betragen. Nun planen wir im Büro die IT zu erneuern und rechnen mit ungefähr 5.000€ Kosten. Sobald wir 35.000€ auf dem Geschäftskonto haben, können wir investieren. Vorher eben nicht.

So einfach kann Investitionsplanung sein!

Wenn deine Firma im abgelaufenen Jahr einen guten Gewinn erzielt hat, spricht auch nichts dagegen, dir sozusagen eine Sonderzahlung zu genehmigen. Solange du deine Reserve im Auge behältst.

Wenn wir z.B. 50.000€ auf dem Geschäftskonto haben, könnten wir uns auch einen Schluck aus der Pulle von maximal 20.000€ genehmigen und hätten immer noch unsere Reserve.

Fazit

Basis-Rente
Das kann ganz einfach sein und hat “nur” etwas mit deiner eigenen Konsequenz und Struktur zu tun…

Mit diesen einfachen Regeln ist es dir möglich, ohne großes Kopfzerbrechen deine betrieblichen Finanzen im Griff zu behalten.

Mit deiner Rücklage bist du jederzeit in der Lage auf unvorhersehbare Ausgaben zu reagieren. Außerdem gewinnst du eine unglaubliche Freiheit, die du sehr zu schätzen wissen wirst. Sicher kannst du mit komplexen Berechnungen und Plänen effizienter und rentabler mit deinem Betriebsvermögen umgehen. Allerdings geht das immer zulasten deiner Widerstandsfähigkeit.

Solch Heuristiken sind gerade für kleine Unternehmen häufig die bessere Wahl. Wir warnen ausdrücklich davor, alles auf Kante zu nähen oder „Just-in-time“ zu produzieren. Das Risiko, bei ausbleibenden Zahlungen oder ungeplanten Ausgaben, in Liquiditätsprobleme zu geraten, ist einfach zu groß.

Selbstverständlich können wir dir in solch einem Beitrag nur einen Überblick und Denkanstöße geben. Letztlich hängt die Finanzplanung für dein Unternehmen ja von zahlreichen Faktoren ab. Die Umsetzung in der Praxis ist dann selbstverständlich noch mal etwas anderes als die graue Theorie. Allerdings konnten wir schon einigen dabei helfen, mit diesen einfachen Mitteln ihre Finanzen im Griff zu behalten.

Wenn du Fragen hast oder zu einzelnen Themen mehr Informationen möchtest, melde dich einfach!

Welche Versicherungen dein Unternehmen (nicht) braucht

In diesem Absatz erklären wir, welchen Versicherungsschutz dein Unternehmen (nicht) braucht und wie du am besten vorgehst.

Betriebshaftpflicht

Schäden die durch die Ausübungen der selbstständigen tätigkeit anderen zugefügt werden

Wenn du während deiner selbstständigen Tätigkeit jemand anderen einen Schaden zufügst, musst du diesen ersetzen. Grundsätzlich haftest du ebenso wie im Privatbereich unbegrenzt.

Das Problem ist, dass von deiner Betriebsstätte (auch von deinem Home-Office) eine Gefahr ausgeht. Dadurch haftest du zum Teil sogar verschuldensunabhängig. Du kannst zwar die Haftung gegenüber Kunden und Lieferanten mit deinen Verträgen bzw. AGB zum Teil begrenzen. Hier ist juristischer Rat nötig. Gänzlich ausschließen kannst du die Haftung jedoch nie. Das heißt, JEDES Unternehmen, egal wie klein oder groß, braucht eine Betriebshaftpflicht.

Besonders wichtig ist sie, wenn du persönlichen Kundenumgang oder ein Geschäft hast, in dem Kunden verkehren. Dann kann es schnell mal passieren, dass sich jemand verletzt oder etwas kaputt geht.
Als Gewerbetreibender stellt der Gesetzgeber wesentlich höhere Anforderungen an dich was das Thema Sicherheit angeht. So bist du z.B. verpflichtet, sämtliche Betriebsstätten mit einem Feuerlöscher auszustatten.

Wenn du das nicht hast, gefährdest du einerseits deinen Versicherungsschutz (wenn ein Schaden wegen eines Brandes auftritt) und andererseits kriegst du richtig Probleme mit der Berufsgenossenschaft, sobald du Mitarbeiter einstellst. Hier drohen dir Bußgelder von bis zu 50.000€.

Regeln für die Ausrüstung Feuerlöschern

Spezial: Produkt-, Berufs– und Vermögensschadenhaftpflicht

Handyversicherung
Hier geht es um viel mehr als das beschädigte Handy

Je nachdem, in welcher Branche du unterwegs bist, ist es notwendig, spezielle Deckungen abzuschließen.

Du produzierst Waren und bringst sie in Umlauf? Dann haftest du dafür. Verletzt sich also jemand an deinem gezimmerten Tisch, musst du diesen Schaden ersetzen. Dafür brauchst du eine Produkthaftpflicht. Besondere Aufmerksamkeit ist gefordert, wenn du Sachen aus dem außereuropäischen Ausland importierst und hier verkaufst. Wenn du fremde Sachen als Händler in eigenem Namen verkaufst, haftest du ebenso dafür. Und wenn du als Einzelhändler belieferst, garantierst du vertraglich eine bestimmte Qualität. Wenn du diese dann nicht einhältst und der Händler die Ware aus den Regalen nimmt, musst du diesen Schaden ersetzen. Das ist dann ein Fall für die erweiterte Produkthaftpflicht.

In einigen Berufen ist eine Berufshaftpflichtversicherung notwendig oder gar vorgeschrieben. Vor allem in beratenden und in Heilberufen gehört diese zur Grundausstattung. Wer sich also als Anwalt, Steuerberater, Architekt, Ingenieur oder Arzt niederlässt, braucht sie.

Eine Vermögensschadenhaftpflicht deckt ausschließlich sog. Echte Vermögensschäden ab. Wer beispielsweise als Finanzberater eine falsche Empfehlung abgibt und der Kunde deswegen einen Verlust erleidet, haftet dafür. Also sollten sich wieder beratende bzw. treuhänderische Berufe darüber Gedanken machen.

Geschäftsinhalt und Betriebsunterbrechung

Maschinen, Technik, Ausstattung, Waren, Rohstoffe, kaufmännische Einrichtung … Was ist, wenn das alles von heute auf morgen weg ist?

Am Anfang hast du vielleicht noch nicht die großen Werte in deiner Firma. Aber spätestens, wenn es bei dir läuft und du wächst, ändert sich das. Zum Geschäftsinhalt gehören Dinge wie Maschinen, Technik, Ausstattung, Waren, Rohstoffe und kaufmännische Einrichtung. Ohne diese Sachen steht dein Betrieb still. Sie sind also neben deiner Arbeitskraft Grundlage deines Erfolgs. Deshalb solltest du dir über deren Absicherung Gedanken machen. Eine Inhaltsversicherung ist gewissermaßen die Hausratversicherung für den Betrieb. Sie ersetzt die Schäden an deinem Inventar.

Eine Inhaltsversicherung deckt folgende Risiken: Feuer, Explosion, Leitungswasserschäden, Sturm und Einbruchdiebstahl. Zu dieser Basis kannst du weitere Risiken individuell absichern. Um den korrekten Bedarf und Versicherungssumme zu ermitteln, solltest du einen Profi hinzuziehen.

Du bist Händler und verkaufst Ware auf Kommission? Brennt der Laden und damit die Kommissionsware ab, musst du den Schaden ersetzen. Das musst du in der Inhaltsversicherung besonders vereinbaren.

Du bist Unternehmens- oder Steuerberater bzw. Anwalt? Dann achte darauf, dass die Wiederherstellung von Akten und Daten ausreichend mit abgedeckt ist. Üblich sind hier sehr geringe zusätzliche Versicherungssummen. Da gilt es im Angebot genau hinzuschauen.

Läden sollten auf eine ausreichende Deckung von Bargeld achten. Üblich sind sehr geringe Summen bzw. sehr hohe Sicherheitsanforderungen. Wenn dann Samstagfrüh in der Weihnachtszeit eingebrochen wird, kann das sehr schmerzhaft werden.

Wenn du deinen Laden oder dein Geschäft aus- oder umgebaut hast, achte darauf, dass die Dinge als Gebäudebestandteile und –einbauten explizit in den Versicherungsschutz aufgenommen werden.

Wichtige Klauseln, die aus unserer Sicht enthalten sein sollten sind: der Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit bis zu einer gewissen Summe, der Verzicht auf Unterversicherung bis zu einer gewissen Summe und der Verzicht auf den Einwand des Zeitwerts, so dass immer zum Neuwert entschädigt wird.

Um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden, musst du die vom VdS aufgestellten Sicherungsrichtlinien einhalten. Dazu gehören mindestens die richtige Ausstattung mit Feuerlöschern, die regelmäßige Prüfung aller elektrischen Geräte und Anschlüsse sowie der Einbruchschutz durch bündige Zylinderschlösser aller Eingangstüren und ausreichend dimensionierter Schließbleche bei Holztüren. Je nachdem was du für ein Geschäft oder Betrieb hast, kann der Versicherer zusätzliche Sicherungen verlangen. Wir stellen dir hier die entsprechenden Broschüren zur Verfügung.

Sicherungsrichtlinien für Geschäfte und Betriebe

Merkblatt Prüfung elektrischer Anlagen

Eine Betriebsunterbrechungsversicherung (BU) ergänzt diesen Schutz. Wenn dein Betrieb aufgrund eines Brands für einige Monate nicht produzieren kann, bleiben deine Kosten wie Miete und Gehälter dennoch bestehen. Die Wenigsten haben so viel Liquidität, um diese fixen Kosten zu decken. Die Betriebsunterbrechung leistet genau in diesen Fällen. Davon gibt es natürlich wieder verschiedene Formen. Für kleine Unternehmen ist in der Regel eine kleine Betriebsunterbrechung (KBU) ausreichend. Die Versicherungssumme ist der Einfachheit halber mit der der Inhaltsversicherung identisch.

Spezial: Elektronik, Maschinenversicherung

Elektronik- und Maschinenversicherungen sind Spezialthemen. Eine Maschinenversicherung deckt z.B. im Gegensatz zur normalen Inhaltsversicherung auch Bedienungsfehler oder den unerwarteten Ausfall des Geräts.

Die Elektronikversicherung ist dann sinnvoll, wenn kaum sonstige Werte wie Waren, Vorräte oder andere Betriebseinrichtung vorhanden ist. Eine Elektronikversicherung bietet darüber hinaus Schutz außerhalb des Betriebs. Das wiederum ist für viele Freelancer, Fotografen oder kleine Dienstleister wichtig.

Die Elektronikversicherung hat im Gegensatz zur Inhaltsversicherung keine Sicherungsanforderungen und leistet für alle Gefahren.

Rechtsschutz für Selbstständige

Eine Rechtsschutzversicherung hilft dir, deine Ansprüche durchzusetzen. Dabei prüft sie zunächst, ob Aussicht auf Erfolg besteht. Nur dann wird sie die Kosten wie z.B. für Anwälte, Gericht oder Gutachter tragen. Grundsätzlich sind wir nicht die größten Freunde von Rechtsschutzversicherungen. Bei Selbstständigen kommt es jedoch drauf an.

Wir glauben, dass viele Probleme gar nicht erst entstehen müssen. Oft ist es besser, sich im Vorfeld rechtlich beraten oder Verträge prüfen zu lassen. Dafür brauchst du keinen Rechtsschutz, sondern einen vernünftigen Anwalt. Bevor du hier etwas abschließt, solltest du ganz genau wissen, für was du den Schutz brauchst und ob es nicht Alternativen gibt.

Warenkredit + Bürgschaft + Kaution

Bei Unternehmen, die viel vorfinanzieren, sind Warenkreditversicherungen und Bürgschaften wichtig. Eine Warenkreditversicherung springt dann ein, wenn dein Auftraggeber deine Leistung nicht mehr bezahlen kann. Sie schützt also vor Forderungsausfall. Wenn du wenige, große Aufträge hast, ist dieser Ausfall oftmals existenzbedrohend.

Viele Unternehmen müssen für Kredite große Sicherheiten liefern. Oftmals werden diese wie eine Kaution bar hinterlegt. Das reduziert die Liquidität des Unternehmens ganz dramatisch. Häufig ist eine Kaution oder Bürgschaft über eine Versicherung die bessere Wahl. Diese leistet exakt so wie eine Bank, belastet jedoch die Bonität nicht.

Jeder der Gewerberäume anmietet, leistet solche Bürgschaften und Kautionen. Die Kautionen werden häufig als Bareinlage an den Vermieter gezahlt. Gerade am Anfang brauchst du jedoch jeden Cent. Hier ist eine Mietkautionsversicherung sinnvoll. Du sparst dir die Bareinlage und bezahlst stattdessen jährlich deinen Versicherungsbeitrag. Dieser zählt im Übrigen als normale Betriebsausgabe. Wenn du schon Kautionen hinterlegt hast, kannst du eine Police abschließen und sie dir so zurückholen.

Wo muss ich nun anfangen?

Suche dir zunächst einen guten Makler oder Versicherungsberater. Kläre für dich im Vorfeld, welche Erwartungen du hast und welche Unterstützung du brauchst. Zu Beginn sollte es darum gehen, die Risiken zu identifizieren.

Jeder Betrieb hat unterschiedliche Gefahren und Bedarfe. Dann solltest du überlegen, welche Risiken du vermeiden oder zumindest minimieren kannst. Oft genügen kleine Änderungen um die Situation deutlich zu verbessern. Eine ausreichend große Liquidität gehört dazu. Risiken, die du nicht tragen kannst oder willst, solltest du versichern. Dafür macht dein Makler oder Berater eine Ausschreibung um den passenden Schutz zu finden. Prüfe regelmäßig die vereinbarten Versicherungssummen. Prüfe genauso regelmäßig, welch Risiken hinzukommen oder wegfallen und passe deine Verträge entsprechend an.

Welche Risiken kannst du vermeiden, welche minimieren und welche musst du absichern?

Übrigens: Auch wir helfen dir dabei, den passenden Versicherungsschutz für dein Unternehmen zu finden! Schreib uns eine Nachricht oder vereinbare direkt einen Termin.

Krankenversicherung für Selbstständige

Krankenversicherung = die Versicherung die jeder in Anspruch nimmt!

Wer krank ist, geht zum Arzt, gibt seine Karte hin und lässt sich behandeln. Für uns ist das alltäglich und nichts Besonderes, doch für Bürger von Ländern, in denen es kein funktionierendes Gesundheits- und Krankenversicherungssystem gibt, ist das purer Luxus.

Egal ob jemand viel Geld oder wenig Geld verdient, alle erhalten eine grundlegende, hochwertige medizinische Behandlung. Dafür sorgt das System der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung in Deutschland.

Die gesetzliche Krankenversicherung mit den Krankenkassen als Träger gibt es seit 1884. Sie ist neben den anderen Sozialversicherungen tragende Säule im Sozialversicherungssystem. 2012 betrugen die Gesamtausgaben fast 190 Milliarden Euro. Dazu kommen noch die Ausgaben der privaten Versicherungen. Also ein enormer Batzen.

Was leistet die Krankenversicherung?

Allgemein lässt sich sagen, dass der Hauptzweck der Krankenversicherung die Finanzierung der Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit der Versicherten ist. Die Kasse zahlt für: Leistungen zur Verhütung von Krankheiten (z.B. Zahnprophylaxe), zur Früherkennung (z.B. Vorsorgeuntersuchungen), zur Behandlung (z.B. Krankenhausaufenthalt), Krankengeld, Reha, Schwangerschaft und Mutterschaft.

Es gilt das sogenannte Sachleistungsprinzip. Das heißt, der Arzt, das Krankenhaus oder die Apotheke rechnet direkt mit der Kasse ab. Der Patient muss also kein Geld vorschießen, sondern einfach nur die Karte hingeben und das wars.

In anderen Ländern ohne so ein System, muss der Patient erst mal Geld auf den Tisch legen, wenn er vom Doktor untersucht werden möchte. Das ist natürlich eine riesige Hürde.
Die Leistungen sind gesetzlich definiert und zu 95% bei allen Kassen gleich. Nur in wenigen Bereichen wie z.B. alternativer Medizin gibt es Unterscheidungen.

Wer privat versichert ist, erhält die Rechnung vom Arzt oder vom Krankenhaus und reicht diese dann an seine Versicherung weiter. Wer Medizin in der Apotheke kauft, muss dann zunächst das Geld vorschießen. Das mag bei einer Aspirin in Ordnung sein, bei extrem teuren Medikamenten kann das erstmal eine Hürde sein.

Privat oder gesetzlich krankenversichern?

“Jeder sagt was anderes aber was ist nun das Beste für mich?”

Für die meisten Menschen stellt sich die Frage gar nicht. Sie sind versicherungspflichtig. Das bedeutet, sie können „nur“ in der gesetzlichen Krankenversicherung sein, sich jedoch die Kasse frei auswählen. Wer über einer bestimmten Grenze verdient, hat die Möglichkeit, in die PKV zu wechseln. Ebenso sind die meisten Selbstständigen frei in der Wahl ob gesetzlich oder privat. Viele wünschen sich, endlich wie der Privatpatient behandelt zu werden. Doch hat die private wirklich so viele Vorteile und wie sieht es mit den Nachteilen aus?

Fakt ist: Das Leistungsniveau der privaten ist meistens höher als in der gesetzlichen. Doch kommt es hier sehr aufs Kleingedruckte an. Ganz große Vorsicht ist bei sehr billigen Tarifen geboten. Die sind meist schlechter als die Gesetzliche! Wer gesund und jung ist, zahlt auch meist weniger, als wenn er gesetzlich versichert wäre.

ABER

Bei Vorerkrankungen reagieren die Versicherungen meist sehr allergisch, da mit höheren Kosten zu rechnen ist, als bei Kerngesunden. Das bedeutet, sie verlangen mehr Beitrag.

Wer privat versichert ist, muss seinen Ehepartner, sofern dieser nicht selbst krankenversichert ist, extra versichern. Das gleiche gilt (mit Einschränkungen) für die Kinder. In der GKV sind Kinder und Partner kostenlos familienversichert.

Die Beiträge in der PKV steigen im Alter tendenziell schneller an und sind nach oben hin offen.

Gerade junge Selbstständige sollten es sich sehr genau überlegen, ob sie in die PKV gehen. Wer plant, später eine Familie zu gründen, könnte von dem Versprechen, günstigen Versicherungsschutz zu bekommen, bitter enttäuscht werden.

Unser ganz allgemeiner Rat lautet: Bleibt in der gesetzlichen und versichert euch, wenn ihr unbedingt wollt, über Zusatztarife ab.

Wer keinen Arbeitgeber hat, wie Selbstständige, die freiwillig in der Gesetzlichen sind (wie wir) tragen den gesamten Beitrag allein, mindestens aber etwa 145€ ohne Krankengeld (2019).

Wie wechsle ich?

Seit einigen Jahren kommt etwas Schwung in den gemächlichen Markt. Die Gründe für einen Wechsel können vielfältig sein. Mit der abermaligen Änderung der Finanzierung dürfte der Aspekt Beitrag aber wieder an Bedeutung gewinnen.

Das gute an der GKV ist, dass jede Kasse jeden nehmen muss. Egal wie krank oder arm jemand ist. Das nennt man Kontrahierungszwang.

Der Wechsel einer Kasse ist recht einfach. Zunächst kündigt man die alte Kasse. Das geht immer zum Ende des übernächsten Monats. Wer also im September kündigt, kann im Dezember wechseln.

Parallel dazu beantragt man die Mitgliedschaft in der anderen Kasse. Eine Kündigung ohne neue Mitgliedschaft ist nicht möglich, da jede Person in Deutschland versichert sein muss.

Das wars. Um alles andere, wie z.B. den Arbeitgeber zu informieren, kümmern sich die Kassen.

Tricks und Kniffe: Wahltarif

Fast alle Kassen haben sie, aber kaum einer kennt sie: Wahltarife. Das ist die Möglichkeit, eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren, um so seinen Beitrag zu reduzieren, bzw. wenn man keine Leistung in Anspruch genommen hat, Geld zurückzubekommen.

Wer jung und gesund ist, also eher selten zum Arzt geht, hat so die Möglichkeit, bares Geld zu sparen. Die Kassen machen jedoch keine Werbung damit, so dass man selbst aktiv werden muss und seine Kasse anschrieben sollte und um ein Angebot einzufordern.

Tricks und Kniffe: vorgezogenes Krankengeld

Augen auf bei der Überprüfung seiner Absicherung

Normalerweise erhält man wenn man krank ist, sechs Wochen von seinem Arbeitgeber weiterhin seinen Lohn. Danach bekommt man das Krankengeld, das noch etwa 80% vom Netto ausmacht.

Wer nun aber selbstständig ist und eben keinen Chef hat, der den Lohn weiter zahlt, hat ein Problem: Er muss den Ausfall irgendwie kompensieren. Entweder es liegt irgendwo genug Geld rum oder aber man nutzt den Trick des vorgezogenen Krankengelds. Das bieten ebenfalls viele Kassen an. Dabei kann man vereinbaren, dass man bereits eher, z.B. nach drei Wochen Krankschreibung Geld erhält. Vor allem für Existenzgründer ist das empfehlenswert, da die Rücklagen am Anfang meist recht überschaubar sind.

Auch für Selbstständige mit Vorerkrankungen, die keinen privaten Schutz mehr bekommen, haben so die Möglichkeit, im Krankheitsfall wenigstens einen Teil ihres Einkommens zu ersetzen.

Wer privat versichert ist, muss sich zwingend um einen privaten Krankentagegeldschutz kümmern, sonst bekommt er im Krankheitsfall nichts!

Künstlersozialkasse

Absicherung für Künstlern und Publizisten

„Brotlose Kunst“ und „Lern doch was ordentliches!“ wird wohl nahezu jeder Künstler und Kreative in seinem Berufsleben mal hören. Ganz wichtig ist auch: „Denk an deine Rente!“ Klar ist, dass niemand nur vom Applaus des Publikums oder den Komplimenten der Kunden leben kann. Wer es schafft, aus seiner Leidenschaft, seiner Berufung, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, ist schon einen großen Schritt weiter gekommen. Wer mit dem Gedanken spielt, sich als Künstler oder Kreativer selbstständig zu machen, wird sich zwangsläufig auch die Frage stellen, was man an Versicherungen braucht und wie das ganze überhaupt finanziert werden soll.

Genau dafür wurde in den 80er Jahren die Künstlersozialkasse (KSK) geschaffen. Sie ermöglicht allen Künstlern und Publizisten den Zugang zu den Sozialversicherungen und damit den Grundstock an sozialer Absicherung.

Was ist die Künstlersozialkasse?

Die KSK ist verkürzt gesagt, ein Beitragszahler. Wer irgendwo angestellt ist, bezahlt von seinem Bruttolohn die Arbeitnehmerbeiträge zu den Sozialversicherungen. Die andere Hälfte (Lohnnebenkosten) übernimmt der Arbeitgeber. Wer selbstständig und freiwillig versichert ist, hat keinen Arbeitgeber und trägt folglich die gesamten Beiträge selbst.

Die KSK verbindet beides: Sie übernimmt bei selbstständigen Künstlern und Publizisten die Arbeitgeberbeiträge. Der Künstler ist damit zu sehr günstigen Beiträgen kranken- und rentenversichert. Dabei ist es unerheblich, ob der Künstler privat oder gesetzlich krankenversichert ist.

Für wen kommt die Künstlersozialkasse infrage?

Welche Berufe genau darunter fallen, fasst die nachfolgende Liste zusammen.
Berufsliste Künstlersozialkasse
Die KSK steht diesen Berufen offen, sofern folgende weitere Bedingungen erfüllt sind:

  • hauptberuflich selbstständig
  • überwiegend im Inland tätig
  • min. 325€ Einnahmen im Monat
  • maximal 1 Arbeitnehmer

Hauptberuflich selbstständig ist demnach, wer die künstlerische, freischaffende bzw. publizistische Tätigkeit nicht nur als Hobby oder im Nebenerwerb ausübt. Wer also mal nebenbei ein Bild malt oder 40 Stunden die Woche im Büro sitzt und nur mal an den Wochenenden im Kabarett auftritt, kann nicht über die KSK versichert werden.

Des Weiteren gilt die Grenze von einem sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer. Die einzigen Ausnahmen sind Azubis und geringfügig Beschäftigte („Minijob“). Wer also beispielsweise einen „richtigen“ Arbeitnehmer beschäftigt und eine Aushilfe für Büroarbeiten, bleibt weiterhin in der KSK.

Was kostet das?

Den Vorteil der Künstlersozialkasse erschließt sich am ehesten beim Vergleich der Systeme: mit und ohne KSK gesetzlich kranken- und rentenversichert zu sein. Bei den Beiträgen handelt es sich jeweils um Jahresbeiträge.

  1. Beispiel: 10.000€ Überschuss, über 25, kinderlos, Sachsen

2. Beispiel: 30.000€ Überschuss, über 25, kinderlos, Sachsen

Selbst bei eher geringen Einnahmen, wie z.B. bei einem Berufsanfänger, von ca. 830€ im Monat spart der KSK-Versicherte satte 280€. Je höher der Verdienst, desto größer die Ersparnis, da sich die Beiträge in den Sozialversicherungen am Einkommen orientieren.

Warum gesetzlich krankenversichert?

Krankenversicherung

Aus unserer Sicht ist es empfehlenswert, in der gesetzlichen Krankenversicherung zu bleiben und nicht in die private zu wechseln. Sicher, es erscheint verlockend, schneller einen Termin beim Facharzt zu bekommen oder im Krankenhaus dem Chefarzt die Hand zu schütteln. Doch wirklich hochwertiger Schutz – der auch deutlich über den gesetzlichen Leistungen ist – kostet seinen Preis. Von Einsteigertarifen sollte man unbedingt die Finger lassen!
Hinzu kommt, dass Privatversicherte vielfach in Vorleistung gehen müssen und die Kosten z.B. für Medikamente im Nachgang erstattet bekommen. Wer privatversichert ist, muss seinen Ehegatten – sofern er oder sie nicht selbst versichert ist – in einem separaten Vertrag gegen eigenen Beitrag versichern. Das gleiche gilt für die Kinder. In der gesetzlichen Krankenversicherungen sind sie kostenfrei mitversichert.

Der scheinbare Beitragsvorteil einer „günstigen“ privaten Krankenversicherung kann sich so schnell zum Bumerang entwickeln. Des Weiteren prüft die private Versicherung sehr genau den Gesundheitszustand. Ablehnen dürfen die Versicherungen niemanden mehr, aber sehr wohl Beitragszuschläge oder Selbstbehalte vereinbaren. Als letzter Punkt sei genannt, dass die Beitragsentwicklung sehr ungewiss ist. Niemand muss fürchten, seine Krankenversicherung im Alter nicht mehr bezahlen zu können, da es die Möglichkeit des Basistarifs gibt. Dieser ist von den Leistungen her mit der gesetzlichen Krankenversicherung identisch und entsprechend günstiger als Hochleistungstarife.

Doch Fakt ist, dass die Altersstruktur in der Privaten ungünstiger ist und es demnach wahrscheinlicher ist, dass die Beiträge schneller steigen als in der Gesetzlichen. Allerdings kann niemand wirklich vorhersagen, wie sich die beiden System entwickeln werden.

Unsere Empfehlung ist: In der gesetzlichen bleiben und gegebenenfalls private Zusatztarife abschließen oder eben einfach Geld zur Seite legen, um sich bessere medizinische Leistung einzukaufen.

Außerdem wichtig: Das Krankengeld ab der 7. Woche nicht vergessen! Es kann auch sinnvoll sein, ein Krankengeld zu vereinbaren, dass bereits eher gezahlt wird.

Warum rentenversichert?

Rentenversicherung

Warum um Gottes Willen soll ich mich in der gesetzlichen Rentenversicherung anmelden? Da krieg‘ ich doch eh nichts raus.

Falsch!

Erstens hat man vom ersten Tag an Anspruch auf umfangreiche Rehaleistungen z.B. nach einem schweren Unfall oder einer schweren Erkrankung. Wer nicht rentenversichert ist, dessen Krankenversicherung übernimmt die Kosten. Doch die Kassen haben einen sehr begrenzten Katalog und sind entsprechend knauserig.

Zweitens erwirbt man Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Sicher, das ist maximal etwa ein Drittel des Bruttoeinkommens, aber besser als nichts!

Drittens erwirbt man einen Anspruch auf Altersrente. Die ist nicht berauschend und nur auf die gesetzliche Rente zu bauen, reicht nicht, aber sie kann der Grundstock für einen entspannten Ruhestand sein. Der große Vorteil ist für viele auf den ersten Blick ein gravierender Nachteil: Ich komm an meine eingezahlten Beiträge nicht heran. Bei einer privaten Versicherung kündige ich einfach und lass mir den Rückkaufswert auszahlen.
Doch sollte man bedenken, dass das Geld ja für den Ruhestand gedacht ist und nicht dafür irgendwelche Löcher zwischendurch zu stopfen. Mit der Beitragszahlungspflicht wird man gewissermaßen diszipliniert.

Exkurs: Welche privaten Versicherungen brauche ich als Selbstständiger?

Nur kurz am Rande möchten wir die nach unserer Einschätzung wichtigen privaten Versicherungen erwähnen. An erster Stelle steht die private Haftpflicht. Danach kommt irgendeine Form der Arbeitskraftabsicherung: Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Schwere-Krankheiten, Invaliditätsversicherung. Eine eigene Unfallversicherung empfiehlt sich ebenfalls, da in der Regel kein gesetzlicher Schutz besteht.

Daneben ist eine Berufshaftpflicht wichtig und von vielen Auftraggebern gefordert. Gerade wer eigene Räumlichkeiten anmietet und Kundenbesuche hat, braucht diese Absicherung. Das wars schon an Verträgen! Im Zweifel nur vier Stück für ganz grob geschätzt etwa 80€.

Wie melde ich mich bei der KSK an?

  1. Fragebogen ausfüllen
  2. KSK prüft, ob man zum versicherbaren Personenkreis gehört
  3. Meldung der voraussichtlichen Einnahmen bis 01.12. des Vorjahres
  4. KSK übernimmt Beitragseinzug für gesetzliche Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung
  5. Veränderung der Einnahmen melden
    Das wars. Weitere Informationen gibt es natürlich auch auf der Homepage der KSK.

Fazit

Die Vorteile der KSK sind klar und einfach: Man bezahlt nur die Hälfte an Versicherungsbeiträgen. Dieser Vorteil ist mehrere hundert Euro im Monat wert und kann gerade für Existenzgründer den Unterscheid zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Wer dazu noch die nötigen privaten Versicherungen abschließt, hat seine Risiken umfassend und ausreichend abgesichert.

Damit kann sich der Künstler ruhigen Gewissens anderen Dingen zuwenden.

Altersvorsorge für Selbstständige

“Frühes aber auch richtiges Sparen sichert eine gute Vorsorge.”

In diesem Absatz besprechen wir die Probleme und Lösungen für die Altersvorsorge bei Selbstständigen.

Fünf zentrale Probleme bei der Altersvorsorge für Selbstständige

Die Altersvorsorge bei Selbstständigen unterscheidet sich in der Regel fundamental von der bei Arbeitnehmern. Der Grund sind fünf zentrale Probleme:

1) Keine gesetzliche Rentenversicherung:

Die meisten Selbstständigen unterliegen nicht der Rentenversicherungspflicht. Die Ausnahmen betreffen Lehrerinnen, Pflegerinnen, Hebammen und Entbindungspfleger, Lotsen, Künstlerinnen und Handwerkerinnen, die in die sog. Handwerksrolle eingetragen sind. Übrigens: Auch alle Scheinselbstständigen – also jemand, der keinen Arbeitnehmerin beschäftigt und nur für einen Auftraggeberin tätig ist – sind rentenversicherungspflichtig. Dadurch fehlt den meisten Selbstständigen zunächst einmal ein ganz wesentlicher Teil der Altersvorsorge. Das heißt: Du musst dich selbst kümmern!

2) Es gibt keinen Arbeitgeberin, der/die sich an deiner Altersvorsorge beteiligt.

Bei Arbeitnehmern zahlt der/die Chefin die Hälfte des Beitrags zur Gesetzlichen Rente. Bist du selbstständig, musst du alle Beiträge allein bezahlen. Das solltest du bei der Kalkulation deiner Preise und der Höhe deiner Privatentnahme berücksichtigen.

Betriebliche Altersversorgung

3) Viele Selbstständige rechnen damit, ihre Firma im Alter zu verkaufen.

Häufig überschätzen sie den Unternehmenswert eklatant. Das Ergebnis: Wenn es überhaupt einen Käufer gibt, kommt viel weniger als geplant in die Rentenkasse. Im Endeffekt steht die gesamte Altersvorsorge auf tönernen Füßen.

4) Läuft es mal nicht so, greifen viele Selbstständige auf ihre Altersvorsorge zurück, um die Firma zu halten.

Das mag die Firma zwar kurzfristig retten, reduziert aber langfristig die Altersvorsorge und damit den Ruhestand.

5) Als Selbstständiger hast du in der Regel schwankende Einnahmen.

Viele können daher gar keinen so hohen Fixbetrag wie nötig zur Seite legen. Allerdings gibt es dann auch wieder starke Monate oder mal eine Steuerrückerstattung. Dann ist plötzlich „zu viel“ Liquidität da.

Die Lösung ganz allgemein für Selbstständige

Wieviel Renten brauchst du?

Wir empfehlen eine Basis-Absicherung von min. 1.000€ monatlich nach heutiger Kaufkraft. Diese Summe sollte ausschließlich aus einer Rentenversicherung der sog. 1. Schicht kommen. Nur eine Rentenversicherung kann dir eine lebenslange Rente garantieren. Kein anderes Finanzprodukt kann das. Als Beginn solltest du mit dem gesetzlichen Renteneintrittsalter von 67 Jahren rechnen.

Wenn du früher in Rente gehen willst, musst du vorher mehr zur Seite legen. Wenn du später planst, reichen geringere Beiträge.

Überlege dir, wie viel Geld du pro Monat garantiert benötigst. Diesen Grundbedarf solltest du immer über Rentenversicherungen decken. Bedenke aber, dass Versicherungen und deren Sicherheit eine teure Angelegenheit sind. Hohe Renditen erzielst du mit Rentenversicherung eher nicht.

Je höher dein Grundbedarf, desto mehr versicherte Rente brauchst du und desto höhere Beiträge musst du bezahlen.

Gesetzliche und Basis-Rente für Selbstständige

Du solltest die private Basis-Rente nur dann der Gesetzlichen vorziehen, wenn du unbedingt in Aktien bzw. Fonds investieren möchtest.

Deinen Grundbedarf solltest du also mit Produkten dieser Schicht decken. Darunter zählen die Gesetzliche Rente, die Basis-Rente und Versorgungswerke (z.B. der Architekten). Beiträge, die du einzahlst, sind zum Teil steuerfrei. Ab 2025 sind sie komplett steuerfrei. Das heißt, sie reduzieren dein zu versteuerndes Einkommen und damit deine Steuerlast.

Diesen „Vorteil“ erstattet dir das Finanzamt. Zahlst du also z.B. 10.000€ 2019 in ein solches Produkt und hast einen Grenzsteuersatz von 35% bekommst du ca. 3.000€ zurück. Das heißt, dein tatsächlicher Aufwand beträgt nur 7.000€. Dafür ist ab 2040 die Rente aber komplett zu versteuern.

Da du vermutlich einen geringeren Steuersatz haben wirst, entsteht ein echter Vorteil, der allerdings nicht so groß ist, wie die Marketingprospekte der Versicherer glauben machen wollen. Außerdem fallen Sozialversicherungsbeiträge im Alter an. Das solltest du bei der Altersvorsorgeplanung berücksichtigen.

Du kannst mit kleinen Mindestbeiträgen starten. Bei der Gesetzlichen Rente sind das ca. 85€ pro Monat. Bei der privaten Basis-Rente hängt es vom Anbieter ab. Weiterhin kannst du recht flexibel bis zu den Maximalbeiträgen zuzahlen. So kannst du deine Altersvorsorge an deine Ertragslage anpassen.

Du kannst dich auch auf Antrag pflichtversichern. Das geht jedoch nur in den ersten 5 Jahren nachdem du dich selbstständig gemacht hast. Die Vorteile der Pflichtversicherung sind: du behältst oder erwirbst Ansprüche auf die Erwerbsminderungsrente und bist in der Riester-Rente direkt zulagenberechtigt. Warst du vorher angestellt, solltest du jedoch inenrhalb von spätestens 2 Jahren den Antrag stellen. Somit bleibst du nahtlos in der Erwerbsminderungsrente versichert.

Der große Nachteil der Pflichtversicherung auf Antrag ist, dass du nicht so flexibel bist. Entweder zahlst du 18,6% deines Gewinns als Beitrag (Stand 2019) oder aber einen Pauschalbetrag von monatlich ca. 580€ (West) bzw. ca. 534€ (Ost).

Alle Produkte der ersten Schicht leisten ausschließlich eine sog. Leibrente. Das bedeutet, du bekommst, so lange du lebst, eine monatliche Leistung, die mindestens gleich bleiben muss. Dadurch sicherst du das Risiko ab, dass du noch lebst, dein Geld aber schon alle ist.

Ein weiterer Pluspunkt der 1. Schicht ist die Insolvenzsicherheit. Bis zur Rente kommt niemand (auch du nicht) an das Geld ran. Diese Inflexibilität schützt also deine Altersvorsorge vor Zugriffen während der Sparphase.

Du solltest die private Basis-Rente nur dann der Gesetzlichen vorziehen, wenn du unbedingt in Aktien bzw. Fonds investieren möchtest. Ansonsten bist du aus unserer Sicht mit der Gesetzlichen Rente besser beraten. Bei der privaten Basis-Rente kannst du außerdem noch deine Beiträge gegen den Fall von Berufsunfähigkeit absichern. Das macht die Altersvorsorge noch sicherer, aber eben auch teurer.

Riester– und Betriebsrente für Selbstständige

RiesterRentenversicherung
Sei bitte vorsichtig, wenn du mit vertrieblichen Aussagen wie “da bekommst du vom Staat geld geschenkt” gelockt wirst!

Die Riester-Rente kommt für dich in Betracht, wenn deine Ehepartnerin sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit unmittelbar zulagenberechtigt ist. Dann giltst du als mittelbar zulagenberechtigt. Ansonsten macht das Produkt keinen Sinn für dich. Bist du mittelbar zulagenberechtigt, erhältst du die Zulagen und evtl. Steuervorteile. Die Rente ist voll zu versteuern. Außerdem fallen SV-Beiträge an. Garantiert werden dir am Ende des Tages mindestens deine eingezahlten Beiträge und deine Zulagen. Die Rente kannst du dir zum Teil auf einen Schlag auszahlen lassen. Insgesamt ist die Riester-Rente für Selbstständige eher nicht geeignet.

Zur zweiten Schicht gehört auch die betriebliche Altersvorsorge. Diese kann, je nach Rechtsform deiner Firma, sehr interessant sein. Bei einer sog. Unterstützungskasse bist du beispielsweise sehr frei in der Gestaltung. Vor allem für Kapitalgesellschaften bieten sich viele Möglichkeiten. Der große Pluspunkt ist, dass die Beiträge als Betriebsausgabe gelten. Die Leistungen sind zu versteuern und es fallen Sozialversicherungsbeiträge an.

Problematisch ist jedoch die Pfändbarkeit und Verwertbarkeit. Wurde bei der Ausgestaltung der Betriebsrente nicht auf die Insolvenzsicherung geachtet, kann es bei einer Pleite böse enden. Hierbei solltest du dir in jedem Fall fachlichen Rat bei einem Makler oder Berater holen, der auf die Betriebsrente spezialisiert ist.

Private Rente für Selbstständige

Rentenversicherungen der dritten Schicht bieten die höchste Flexibilität. Hier kannst du nahezu alles vereinbaren, was geht: Höhe der laufenden Beiträge, Zuzahlungen, Entnahmen, Rentenzahlungen, Einmalzahlungen, Absicherung der Beiträge gegen Berufsunfähigkeit, Kapitalanlage usw. Die Beiträge zahlst du aus deinem Bruttoeinkommen.
Dafür profitierst du im Rentenbezug von der sog. Ertragsbesteuerung. Dadurch ist nur ein kleiner Teil der Rente steuerpflichtig. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fallen ebenfalls an. Guthaben und Rente sind bis auf geringe Freigrenzen pfändbar. Die dritte Schicht bietet somit nur einen eingeschränkten Schutz vor dem Zugriff.

Aktien und Co. für Selbstständige

Bei der freien Kapitalanlage bist du sehr flexibel. Du bestimmst, worin du investierst und wie. Zuzahlungen und Entnahmen sind jederzeit möglich. Allerdings gibt es keine Garantien.

Mit einem gut aufgestellten Depot wirst du jedoch langfristig, statistisch gesehen die höchste Rendite erzielen. Du solltest dich von kurzfristigen Schwankungen nicht aus der Ruhe bringen. Auf deine Erträge zahlst du lediglich die Abgeltungssteuer von 25% plus Soli. Damit dürfte die steuerliche Belastung unter deinem persönlichen Steuersatz liegen. SV-Beiträge fallen im Alter nicht an. Allerdings musst du dich im Rentenalter selbst um die Anlage und Entnahme kümmern.

Ob du dazu dann willens oder in der Lage bist, solltest du zumindest kritisch hinterfragen. Ist das Kapital alle, gibt’s kein Geld mehr.

Das Langlebigkeitsrisiko kannst du damit also nicht absichern. Einen Pfändungs- oder Insolvenzschutz gibt es nicht.

Immobilien für Selbstständige

Die eigenen 4 Wände

Zunächst einmal ist eine Immobilie ein gewaltiges Klumpenrisiko. Häufig ist sehr viel Kapital sehr unflexibel in dem Objekt gebunden. Planst du allerdings die Immobilie selbst zu bewohnen und ist sie gut finanziert, kann sie einen sinnvollen Beitrag leisten. In jedem Fall bietet sie einen guten Pfändungsschutz.

Angemessener Wohnraum (kein Schloss) kann dir nur schwer weggenommen werden. Beachte jedoch, dass du Rücklagen für Sanierungen und Renovierungen bilden musst. Nebenkosten fallen ebenfalls weiterhin an. Du brauchst also auch mit Eigenheim monatliche feste Einkünfte.

Wenn du Immobilien zur Kapitalanlage in Betracht ziehst, solltest du einiges Knowhow mitbringen, um nicht baden zu gehen. Die meisten privaten Investoren jedenfalls werden damit nicht reich.

Offene Immobilienfonds könnte da unter Umständen die bessere Alternative sein.

Firmenverkauf

Grundsätzlich solltest du nicht damit rechnen. Erstens ist es sehr schwer, den korrekten aktuellen Wert zu ermitteln.
Zweitens ist es unmöglich den korrekten, zukünftigen Wert zu ermitteln.
Und drittens schwankt dieser Wert vermutlich auch noch sehr stark. Sicherlich kannst du, wenn du kurz vorm Ruhestand stehst, den Firmenwert in etwa abschätzen. Aber dann musst du noch einen Käufer finden. Da ist schon so mancher böse aufgewacht. Sieh den Firmenverkauf – sofern er überhaupt infrage kommt – eher als i-Tüpfelchen.

Und sonst so?

Du bist verheiratet? Dann mach in jedem Fall einen Ehevertrag! Klingt unromantisch. Aber richtig unromantisch wird’s bei einer Scheidung. Und teuer dazu. Dann klamüsert ihr eure Altersvorsorgen und Vermögen mühsam auseinander. Durch die Zugewinngemeinschaft erhält jeder Partner die Hälfte des Zugewinns, der in der Ehe entstanden ist. Daran verdienen vor allem Anwälte. Mit einem Ehevertrag ist von Anfang an und vorher klar, wer was nach einer Trennung bekommt. So könnt ihr vereinbaren, dass der wirtschaftlich stärkere Partner für den schwächeren Partner die Altersvorsorge (zum Teil) übernimmt. Im Gegenzug behält jeder Partner sein Vermögen und seine Altersvorsorge. Such dir dafür juristische und steuerliche Hilfe.

Deine Altersvorsorge solltest du natürlich erst dann beginnen, wenn du bereit bist. Bereit bist du, wenn du deine existenziellen Risiken abgesichert, keine Schulden, einen ausreichenden Notgroschen hast und deine mittelfristigen Ausgaben und Konsumwünsche bezahlen kannst.
Deine Altersvorsorge solltest du gemeinsam mit einem Experten erstellen und regelmäßig anpassen. Im Vorfeld solltest du dir über deine Ziele, Wünsche, Bedürfnisse und Anforderungen klar sein.

Versichern heißt nicht immer Versicherungen – es gibt viele Risiken die du neben Versicherungen absichern kannst

Denk an deine Notfallplanung, also Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Testament. Das gehört definitiv zu einer vollständigen Altersvorsorge dazu.

Stehst du etwa 10 Jahre vor deinem Ruhestand, beginnt langsam die Ruhestandsplanung. Dann werden die endgültigen Weichen gestellt. Fünf Jahre vorher geht’s an den Feinschliff. Für größere Sprünge und fundamentale Änderungen ist es dann in der Regel zu spät.

Gern unterstützen wir dich bei der Gestaltung deiner #Altersvorsorge! Dazu kannst du einfach online einen Termin bei uns buchen.

Mit diesen vier Regeln sind Finanzen und Versicherungen auch für Selbstständige ganz einfach

In diesem Absatz erklären wir dir, wie du dein Geld immer ganz einfach im Griff hast und so entspannt bleibst.

Versicherungen für Selbstständige kann ganz einfach sein

Bevor wir dir jedoch erklären, wie es einfach geht, sollten wir uns die Frage stellen, warum das mit dem Geld immer so kompliziert ist. Geld begegnet uns jeden Tag. Ständig müssen wir finanzielle Entscheidungen treffen. Oft haben wir Angst davor, die Falsche getroffen zu haben. Regelmäßig ertappen wir uns dabei, mal wieder zu viel ausgegeben zu haben. Vor allem wenn es um langfristige Themen wie Versicherungen oder Altersvorsorge geht, regiert Vogel Strauß und nehmen wir gern auf der langen Bank platz. Wir haben uns irgendwie dran gewöhnt, dass Finanzen nervig und unverständlich sind. Dabei lohnt es sich, über Folgendes nachzudenken:

Warum sind Finanzen und Versicherungen komplex?

Blöd gesagt: damit du sie nicht verstehst. Denn wer nicht versteht, muss glauben. Das war bis zur Aufklärung (Kant und Co.) eben die Kirche. Da musste man glauben, dass die Hungersnot eine Strafe Gottes war und nicht aufgrund von Wetter und Klimaereignissen hervorgerufen wurde. Weil man es nicht besser wusste. Heute glaubt kein Mensch mehr an die Strafe Gottes, aber eben an Steuervorteile und Null-Prozent-Finanzierung.

Versicherungen für Selbstständige sind komplex – aber mit der richtigen Strategie oder dem richtigen Berater / der richtigen Beraterin kannst du die Komplexität reduzieren

Durch Komplexität in Produktinformationsblättern und den Allgemeinen Haftpflichtbedingungen (da sind schon die Worte die pure Komplexität) sollen Kosten und Risiken verschleiert und Ertragschancen aufgeblasen werden. Je weniger du da durchblickst, umso besser für den Finanzkonzern.
Da werden die besten und teuersten Köpfe, die die Uni verlassen, angeheuert, um die Produkte noch komplexer zu gestalten. Danach wird die Marketing-Abteilung beauftragt, einen tollen Namen (Premium, 3-Topf-Hybrid) zu finden, schöne Bilder (glückliche Familien, schöne Frauen oder zufrieden Senioren) zu machen und den Kram zu verkaufen.

Du brauchst nur fünf Finanzverträge

Dabei sind einfache Regeln (sog. Heuristiken) meist besser. Schon Oma kannte viele, die noch heute Gültigkeit haben. Beispiele für solche Faustformeln sind: “ohne Fleiß kein Preis”, “Ich kann nur ausgeben, was ich einnehme”, “Spare in der Zeit, dann hast du in der Not”. Mit vier ganz einfachen Regeln wirst du wahrscheinlich nie Geldprobleme haben:

  1. Weniger ausgeben, als einnehmen
  2. So viel Versicherung wie nötig
  3. Hände weg von Krediten
  4. Sparen

Wie setzt du das am besten um?

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  1. Einnahmen-Ausgaben kontrollieren
  2. Risiken absichern
  3. Reserve aufbauen
  4. Für größere Anschaffungen und Ausgaben sparen
  5. Immobilie, Kapitalanlage, Altersvorsorge planen

Du beginnst also mit deinen Einnahmen und Ausgaben. Diese hast du mit einem Haushaltsplan bzw. –buch am schnellsten im Griff. Danach sicherst du deine gravierendsten Risiken, also Krankheit, Haftpflicht und Arbeitskraftverlust ab. Hast du das erledigt, baust deinen Notgroschen von min. drei Monatsausgaben auf. Anschließend sparst du für größere Anschaffungen wie ein Auto oder Ausgaben wie Umzug oder Hochzeit. Erst dann solltest du dich um die ganz großen Finanzfragen wie Hausbau, Geldanlage und Altersvorsorge kümmern.

Um diese Strategie umzusetzen, brauchst du nur ganze fünf Finanzverträge: Krankenversicherung, Privathaftpflicht, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Girokonto und Tagesgeldkonto. Mit dieser Basisausrüstung bist du vor den Widrigkeiten des Lebens ausreichend abgesichert und jederzeit flexibel. Erst wenn Sachen wie Auto, Haus oder Familie dazukommen, sind weitere Verträge notwendig. Dabei helfen wir dir mit unserer Lebensphasenberatung.

Was bringt das?

Genau das, was die Werbung und die tollen Broschüren immer versprechen:

  1. Übersicht
  2. Weniger Risiken
  3. Weniger Kosten
  4. Mehr Ertrag

Mit zwei wesentlichen Unterschieden: Es funktioniert und du bleibst Herr deiner eigenen Finanzen. Außerdem hast du so viel Zeit für schönere Dinge im Leben: Freunde, Familie und Hobbys. Teile diesen Beitrag sehr gern!

So … nun seit ihr dran! Welche Fragen habt ihr an uns zum diesem Best-of-Beitrag – Versicherungen für Selbstständige? Welche Wünsche habt ihr an uns?

Euer Tom und euer Stephan

Du hast noch Fragen zum Thema Versicherungen und finanzielle Absicherung?





Seit 2011 sind Stephan Busch und Tom Wonneberger die PROGRESS Finanzplaner. In ihrem Blog erklären sie alles rund um Versicherungen und Finanzen - einfach und verständlich. Weitere Infos findest Du auf der Über Uns Seite.


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