4 Schritte zum eigenen Haus – diese 4 Schritte sind unerlässlich

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Lohnt es sich, ein Haus zu bauen? In unserem Beitrag erfährst du, wie du am besten vorgehst und was du beachten solltest. So wird der Traum vom Haus wahr.

Jetzt ins eigene Haus?

Die Zinsen sind niedrig wie nie und die Mieten steigen allerorten. Grund genug, sich endlich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen. Oder?

Scheinbar jeder kann sich mit dem passenenden Kredit ein Haus leisten. Da musst du doch schön blöd sein, wenn du deinem*deiner Vermieter*in weiterhin jeden Monat einen großen Batzen Geld überweist, statt in deine eigenen vier Wände zu investieren. Nicht wahr?

Ab ins eigene Haus

Lässt sich nicht am Ende sogar ohne große Mühen durch die steigenden Häuserpreise bares Geld verdienen? Wer so denkt, dem sei ein Blick ins Jahr 2008 zurück in die USA empfohlen. Dort war das Klima ähnlich: künstlich niedrig gehaltene Zinsen, steigende Immobilienpreise und Banken, die Kredite ohne Eigenkapital vergeben. Das Ergebnis? Die Welt ist haarscharf am Finanz-GAU vorbeigeschrammt. Banken von der Größe ganzer Staaten mussten verstaatlicht werden, Rettungsschirme wurden aufgespannt und die wahren Kosten sind noch nicht abschätzbar.

Du hast noch Fragen zum Thema Versicherungen und finanzielle Absicherung?



Vor- und Nachteile des eigenen Hauses

Zunächst einmal solltest du die Vor- und Nachteile abwägen. Denn wie alles, haben auch Immobilien zwei Seiten. Leider verdrängen potenzielle Bauherren und -damen die Nachteile bzw. Risiken.

Vorteil Nachteil
Ersparnis Kaltmiete Kreditkosten
Unabhängigkeit von der Mietentwicklung Abhängigkeit von der Zinsentwicklung
Unabhängigkeit von Vermietern Räumlich gebunden
Individuelle Gestaltung möglich Instandhaltungskosten
Alters- und behindertengerechte Anpassungen möglich Versicherungskosten
„Gutes Gefühl“ Beteiligung an Infrastrukturmaßnahmen
Teil der Altersvorsorge Gesetzliche Vorgaben berücksichtigen (Dämmung)
Laut Statistik höheres Vermögen als Mieter Weniger Einkommen für Konsum

Wenn du also mit dem Gedanken spielst, ein Haus zu bauen oder eine Wohnung zu kaufen, solltest du dich ausführlich mit den oben erwähnten Punkten auseinandersetzen. Überlege genau, ob du die Nachteile in Kauf nehmen kannst und möchtest. Am besten unterhältst du dich mit jemanden, der nicht vom verkauf des Hauses und/oder des Kredits lebt. Das ist keinesfalls dein*e Immobilienmakler*in oder dein*e Bankberater*in.

Wenn du das Für und Wider sorgfältig abgewogen hast und dich für das eigene Haus entschieden hast, brauchst du einen Fahrplan. Andernfalls verzettelst du dich in der Vielzahl von Sonderangeboten, gesetzlichen Vorgaben und Förderprogrammen. Berücksichtige unbedingt die Faustregel:

Erst die Finanzierung klären, dann bauen!

Hast du dir deine Traumimmobilie bereits ausgesucht, wirst du leicht zum „Opfer“ von Banken und Finanzierungsvermittler*innen. Am Ende ist der Kredit größer, als deine Leistungsfähigkeit. Dann gilt eher: Was nicht passt, wird passen gemacht: längere Laufzeit oder utopische Sondertilgungen.

Schritt 1 zum eigenen Haus: Haus Ja oder Nein?

Im ersten Schritt geht es um grundsätzliche Fragen:

  • Wie viel Haus kann ich mir leisten?
  • Stadt oder Land?
  • Haus oder Wohnung?
  • Bauen oder kaufen?
  • Welche Versicherungen sind wirklich notwendig?
  • Welche zusätzlichen Kosten kommen auf mich zu?
  • Was ist, wenn wir uns einmal scheiden sollten?

streng

Beispiel „Stadt oder Land“

Wenn du in der Stadt baust, musst du mit wesentlich höheren Grundstückskosten rechnen. Auf dem Land ist es zwar billiger, doch steigen deine Mobilitätskosten durchs Pendeln. Für 200€ mehr Kosten für Bahn und Auto pro Monat könntest du eine Zusatzkredit von über 60.000€ aufnehmen!  (Laufzeit: 25 Jahre, Zinssatz: 1,5%, jährliche Steigerung der Kosten: 2%)

Halte die Ergebnisse am besten schriftlich für dich fest.

Schritt 2 zum eigenen Haus: Vorfinanzierung

Das Ziel heißt: so viel wie möglich Eigenkapital aufbauen. Denn: Je mehr du davon hast, desto wahrscheinlicher und günstiger wird dein Kredit. Außerdem bezahlst du davon alle Nebenkosten wie Notar*in, Makler*in und Grunderwerbssteuern, denn diese kannst du nicht finanziert. Die Nebenkosten machen bis zu 15% aus. Halte dich an die Faustregel:

Bringe mindestens 20% bis 25% Eigenkapital ein!

Die zweite Phase dient noch einem anderen Zweck. Wenn du einmal einen Kredit mit einer monatlichen Rate von 1.200€ aufgenommen hast, kommst du nicht mehr raus aus der Nummer. “Teste“ also mal, ob du überhaupt so viel entbehren kannst und möchtest. Dafür ziehst du von deiner möglichen Kreditrate die Kaltmiete ab und sparst diesen Betrag jeden Monat.

Entweder legst du den Betrag fest auf ein Tagesgeldkonto oder besparst einen Bausparvertrag. Zinsen spielen dabei keine Rolle. Wichtig ist nur, dass das Geld sicher und zum Zeiptunkt verfügbar ist. Das Ergebnis nach fünf Jahre ist: Erstens hast du einen großen Batzen Eigenkapital und zweitens die Erkenntnis, dass du die zukünftige Rate tragen kannst. Wenn du nach den fünf Jahren doch nicht mehr bauen willst, freust du dich über einen großen Betrag, den du zur freien Verfügung hast. Ganz wichtig: Hände weg von Rentenversicherungen oder Aktien!

Schritt 3 zum eigenen Haus: Tilgen

Im dritten Schritt geht es darum, dass du den Kredit möglichst schnell tilgst. Eine kleine Rechnung soll das verdeutlichen:

  Langsame Tilgung Schnelle Tilgung
Kredit 300.000€ 300.000€
Nom. Zins 1,5% 1,5%
Tilgungsdauer 35 Jahre 20 Jahre
Monatliche Rate 919€ 1.448€
Kreditkosten 85.792€ 47.432€
Gesamtkosten 385.792€ 347.432€

Im Beispiel unterscheiden sich nur die Tilgungsdauer und damit die Ratenhöhe. Durch die längere Laufzeit zahlst du fast 40.000€ mehr. Allerdings haben weder die Bank noch der*die Kreditvermittler*in ein Interesse daran, dir das zu sagen, denn die Bank verdient im zweiten Beispiel 40.000€ weniger. Deshalb solltest du unbedingt entweder selbst rechnen oder aber eine*n unabhängigen Berater*in aufsuchen.

Kreditrate fürs Haus

Viele Banken bieten dir Sondertilgungen an. Damit hast du die Möglichkeit, z.B. zum Jahresende zusätzlich – ohne Vorfälligkeitsentschädigung – zu tilgen. Das Argument: Damit kannst du den Kredit ja viel schneller zurückzahlen. Das stimmt jedoch nur, wenn du die Sondertilgungen auch tatsächlich nutzt. Deshalb: Rate rauf und verzichte auf Sondertilgungen.  Frage lieber nach der Möglichkeit einer Ratenpause und Ratenänderung. So kannst du flexibel und ohne Mehrkosten auf eine veränderte Einkommenssituation reagieren. Möchtest du die Rate ohne eine solche Vereinbarung später anpassen, lassen sich das die Banken fürstlich bezahlen.

Schritt 4 zum eigenen Haus: Rücklage und Ruhestand

Im vierten Schritt geht es um den Aufbau einer Rücklage fürs Haus sowie deine zusätzliche Altersvorsorge. Denn dein Haus kommt ebenfalls in die Jahre und du musst es in gewissen Abständen renovieren und sanieren. Außerdem ändern sich regelmäßig die gesetzlichen Vorgaben, so dass du zum Beispiel neue (teure) Heizkessel installieren musst. Diesen Posten “vergessen” viele oftmals in ihrer Rechnung. Im Laufe der Zeit baust du gewissermaßen noch mal ein zweites Haus. Wenn du über keine ausreichenden Rücklagen hast, musst du wieder zur Bank. Die Bank gewinnt also wieder.

Rücklage im Alter fürs Haus

Du sparst dir im Ruhestand zwar die (Kalt)-miete, aber du hast weiterhin Versicherungsaufwand, Heiz- und Stromkosten, Müllabfuhr, Grundsteuer usw. Dazu kommen deine normalen Lebenshaltungskosten. Die gesetzliche Rente reicht dafür meist nicht aus. Du brauchst also zusätzliches Einkommen.

Fazit

Wenn du diese Schritte beherzigst, kannst du dir deinen Traum vom eigenen Haus erfüllen. Andere Wege ins eigene Heim könnten auch funktionieren. Sie könnten sich aber auch als falsch herausstellen und am Ende sehr sehr teuer werden. Denk am Ende daran, dass das eigene Haus vor allem Luxus ist.

Gern unterstützen wir dich dabei, zu prüfen, ob und wie du ins eigene Haus kommst. Vereinbare dazu einfach einen kostenfreien Ersttermin mit uns!

Aktualisiert am 13.01.2020

Du hast noch Fragen zum Thema Versicherungen und finanzielle Absicherung?




Seit 2011 sind Stephan Busch und Tom Wonneberger die PROGRESS Finanzplaner. In ihrem Blog erklären sie alles rund um Versicherungen und Finanzen - einfach und verständlich. Weitere Infos findest Du auf der Über Uns Seite.


25 thoughts on “4 Schritte zum eigenen Haus – diese 4 Schritte sind unerlässlich”

  1. David Müller says:

    Meine Frau und ich träumen seit langem von unserem eigenen Haus. Unglücklicherweise fehlt uns das nötige Kleingeld für den Hausbau. Doch dank dieser Seite ist es gut zu wissen, wie man Schritt für Schritt in der Zukunft vorangehen könnte. Die hier aufgelisteten Vor- und Nachteile würden diese Entscheidung unterstützen.

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo David,

      danke für deinen Kommentar!

      Bei individuellen Fragen stehen wir euch gern zur Verfügung: http://termin.progress-dresden.de/

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  2. Hauskauf Fan says:

    Wirklich schöner Beitrag. Ich weiss nicht wieso, aber ich würde mir wohl eher im Thurgau ein Haus kaufen (vielleicht auch in anderen Regionen) und das Ding dann selbst renovieren. Man soll sich da nie überschätzen, aber irgendwie ist renovieren ein Hobby und das käme dann ja auch der Immobilie zugute…

    1. PROGRESS Blog says:

      Klar, wenns dein Hobby ist, warum nicht 😉

  3. Luise Hanson says:

    Mein Mann und ich möchten auch ein Haus kaufen und beherzigen Schritt 1 schon seit einiger Zeit. Wir versuchen, soviel Eigenkapital wie möglich anzusparen. Momentan schauen wir auch, wie die Zinsen für eine Finanzierung in Österreich wären und ob das österreichische Immobilienrecht stark vom deutschen abweicht. Eventuell würden wir auch dort kaufen.

    1. PROGRESS Blog says:

      Liebe Luise,

      leider kennen wir uns mit Österreich so überhaupt nicht aus.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  4. Luise Hanson says:

    Wir möchten auch die monatliche Miete lieber in einen Kredit für die eigenen vier Wände stecken. Die Planungen mit dem Architekten sind schon im vollen Gang und der Bauvertrag geht bald zum Notar zur Überprüfung. Interessant, welchen großen Unterschied es macht, wie schnell man einen Kredit abbezahlt!

    1. PROGRESS Blog says:

      Liebe Luise,

      danke für deinen Kommentar! Ja, da hast du Recht. In diesem Sinne: gutes Gelingen und schnelles Tilgen 😉

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  5. Tom Vogt says:

    So eine Immobilien kauf ist schon nicht ganz ohne. Da gibt es wirklich eine ganze Menge zu beachten. Schließlich muss das ganze genau kontrolliert ablaufen. Deswegen informiere ich mich lieber im voraus über alles mögliche.

    1. PROGRESS Blog says:

      Lieber Tom,

      da hast du Recht und tust gut daran! Gutes Gelingen beim Kauf. Solltest du weitere Fragen haben, melde dich gern bei uns.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

  6. Lisa Weber says:

    Toller Beitrag! Gerade erst über Google gefunden.

    1. PROGRESS Blog says:

      Danke Lisa!

  7. Jim Winkler says:

    So ein Hauskauf ist wirklich nicht ohne. Da kommt wirklich vieles auf einen zu. Gerade auch wenn man einen Kredit aufnehmen muss sollte dieser Schritt wirklich gut überlegt sein.

    1. PROGRESS Blog says:

      Vollkommen richtig Jim! Wenn es aber gut gemacht ist, kann man wirklich entspannt Freude an den eigenen vier Wänden haben.

  8. Luise Hanson says:

    Wir versuchen uns auch immer noch zu entscheiden, ob wir das Wagnis “eigenes Haus” eingehen möchten. Die Auflistung der Vor- und Nachteile hat mir hier nochmal einen guten Denkansatz gegeben. Vor allem, dass ein eigenes Haus auch ein Stück weit als Altersvorsorge betrachtet werden kann, ist schon ein wichtiger Punkt!

  9. Jojo says:

    Ich war mir nicht sicher, wieviel Eigenkapital man für den Immobilienkauf mindestens gespart haben sollte. Die 15 % sind da ein guter Richtwert und diese Summe müssten wir bald zusammen haben. Vielen Dank für diesen praktischen Fahrplan zum Haus.

  10. Neeltje says:

    Interessant, dass die Hauskosten bei einer langen Tilgungsdauer höher ausfallen. Wir überlegen uns gerade unser altes Haus zu verkaufen, um wegen einer beruflichen Chance nach Vöcklabruck zu ziehen. Aber wenn wir dort ankommen müssten wir natürlich wieder ein neues Haus kaufen, vielleicht könnten wir ja den Erlös aus dem Verkauf des alten Hauses noch nutzen, um die Laufzeit ein wenig zu reduzieren und höhere Raten an unserem neuen Haus zu bezahlen, falls etwas übrig bleibt.

  11. Carlota says:

    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich in ein Haus investieren soll oder nicht, und jedes Mal, wenn wir keine Lösung finden können. Dank seines Artikels und der klar definierten Vor- und Nachteile haben wir nun endlich etwas mehr Material, auf das wir unsere Wahl stützen können.

  12. baumanagement1 says:

    Hallo interessanter Beitrag! Bin auf meiner Recherche zum Baumanagement für Häuser auf den Blog gestossen. Viele Grüsse

  13. Annalena says:

    Danke für diesen tollen Blog. War sehr interessant zu lesen.

    1. PROGRESS Blog says:

      Danke Annalena!

  14. Helena says:

    Wir planen ein Haus kaufen, denn unsere Familie größer geworden ist. Ich habe nun Angst, dass die Leistungsfähigkeit kleiner als Kredit irgendwann wird. Jetzt verdienen wir genug Geld, um mit allen Kosten klar zu kommen. Danke für den Beitrag über den Immobilienkauf!

    1. PROGRESS Blog says:

      Sehr gern Helena!

  15. Katherine Fischer says:

    Eine Freundin von mir möchte nächstes Jahr umziehen und sucht nach einem Haus. Da sie noch nicht ein Haus gekauft hatte, wäre diese Infos ihr sehr hilfreich. Das ist eine gute Idee, mit jemandem zu reden, der nicht vom Verkauf des Hauses Geld dient. Ich denke, es wäre auch sinnvoll mit einem Anwalt zu treffen, bevor sie einen Kaufvertrag unterschreibt.

    1. PROGRESS Blog says:

      Liebe Katherine,

      ja, ein Kaufvertrag sollte von einem Anwalt geprüft werden. Das ist eine sinnvolle Investition.

      Wenn deine Freundin zu finanziellen Themen Fragen hat, kann sie sich gern bei uns melden!

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

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