Alles über Altersvorsorge & Rentenversicherung

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Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie die Altersvorsorge. Wir haben mal (fast) alle wichtigen Fakten zusammengetragen. Mit diesem Best-Beitrag-Beitrag helfen wir dir den Überblick zu behalten, zum richtigen Zeitpunkt zu starten und die richtigen Lösungen auszuwählen.

ACHTUNG … da dieser Artikel ein Best-of / eine Sammlung aller Artikel zum Thema Altersvorsorge und Rentenversicherung ist, kann es zu Wiederholungen einzelner Themen kommen.

Inhaltsverzeichnis

Wann soll ich mit der Altersvorsorge beginnen?

Überall wird uns gesagt, dass wir so früh wie möglich mit der Altersvorsorge beginnen sollen. Aber stimmt das überhaupt? Ab wann ist es wirklich sinnvoll damit zu beginnen? Wir zeigen dir, welche Themen du klären solltest, bevor du Rentenversicherungen und Co. abschließt.

Berufung finden – bevor du mit der Altersvorsorge beginnst

Ja, das klingt komisch, ist aber so. Bevor es ans Geld ausgeben, sparen und anlegen bzw. der Altersvorsorge geht, muss erst einmal welches verdient werden. Das geht in einem Beruf, der dir Spaß macht und dich erfüllt, viel leichter. Wenn du deine Berufung gefunden hast, bist du engagierter, fleißiger und ehrgeiziger. Das sind beste Voraussetzungen, um überdurchschnittlich zu verdienen. Darüber hinaus ist das Gehalt dann nicht bloß Schmerzensgeld, sondern Bestätigung deiner Anstrengungen. Also: Hast du deine Berufung schon gefunden? Frage dich, warum du eigentlich arbeiten gehst.

Weniger ausgeben als einnehmen – bevor du mit der Altersvorsorge beginnst

Schon Oma wusste: Du kannst nur ausgeben, was du eingenommen hast. Dieses Naturgesetz spielt in Zeiten von Dispo und Null-Prozent-Finanzierung keine große Rolle mehr. Das ist schade und gefährlich! Wenn du langfristig mehr ausgibst, als du einnimmst, brauchst du dir um das Thema Altersvorsorge keinen Kopf machen. Von nix lässt sich nix zurücklegen. Wie du es schaffst, das am Ende des Monats noch Geld übrig ist, haben wir in einem anderen Beitrag erklärt. Das einfachste und wirkungsvollste Instrument dabei ist der gute alte Haushaltsplan. Wenn du jetzt lernst, mit wenig Geld auszukommen, wirst du auch später nicht so viel benötigen und das Problem Altersvorsorge wird nicht so groß.

Du hast noch Fragen zum Thema Versicherungen und finanzielle Absicherung?



Risiken absichern – bevor du mit der Altersvorsorge beginnst

Für uns beginnt Altersvorsorge mit der Risikoabsicherung. Warum? Die beste Rentenversicherung nützt dir nichts, wenn du zwischendurch aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kannst. Dabei gibt es drei bzw. vier ganz wesentliche, existenzielle Risiken. Diese solltest du absichern, bevor du Geld für deinen Ruhestand zur Seite legst. Diese Risiken sind: Krankheit, Haftpflicht, Verlust der Arbeitskraft und Todesfall. Dafür brauchst du in jedem Fall drei Versicherungen: Kranken-, Privathaftpflicht– und eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Wenn du eine Familie hast oder eine Immobilie abbezahlen musst, brauchst du zusätzlich eine Risikolebensversicherung. Mit diesen drei bzw. vier Versicherungen sind die allerschlimmsten Risiken abgedeckt. Die Beiträge dafür sind sehr unterschiedlich, je nachdem wie alt du bist, welchen Beruf du ausübst, ob du bereits Erkrankungen hast und welche Versicherungssummen du brauchst.

Liquidität sicherstellen – bevor du mit der Altersvorsorge beginnst

Du bist liquide, wenn du alle deine Rechnungen pünktlich bezahlen kannst. Wenn du Schulden hast, solltest du diese so schnell wie möglich abzahlen. Denn meistens sind die Schuldzinsen höher als die Guthabenzinsen. Besonders teuer sind Dispozinsen. Hier solltest du sehr schnell reagieren. Wenn du keine Schulden hast, sollte das auch bitte so bleiben. Schulden bedeuten immer Verpflichtungen und schränken deine Freiheit bzw. Flexibilität ein. Außerdem verschlechtert jeder Kredit deine Kreditwürdigkeit (Bonität). Abzulesen ist die am Schufa-Score. Wenn du mal wirklich dringend Geld brauchst oder ein Haus bauen möchtest, kann es sein, dass du mehr Zinsen bezahlen musst oder gar keinen Kredit bekommst.

Achtung Schuldenfalle

Damit du auch auf unvorhergesehene Ausgaben wie eine kaputte Waschmaschine reagieren kannst, empfehlen wir einen Notgroschen. Dafür eignet sich ein kostenloses Tagesgeldkonto am besten. Im Idealfall hast du ca. drei Monatsausgaben oder Nettogehälter dort als Rücklage. Um auf die drei Nettogehälter zu kommen, richtest du am besten einen Dauerauftrag ein. Ein Tag nachdem das Gehalt normalerweise aufs Konto eingeht, wird ein Betrag X (z.B. 10% vom Gehalt) automatisch auf dein Sparkonto überwiesen. Bevor du diese Rücklage nicht hast, brauchst du keine Altersvorsorge.

Dein Besitz absichern – bevor du mit der Altersvorsorge beginnst

Gegenstände, wie Hausrat oder Auto lassen sich anfassen und in Euro bemessen. Gesundheit und die eigene Arbeitskraft kann man nur schwer greifen. Aus diesem Grund ist uns der Wert dieser Dinge bewusster und wir neigen eher dazu, sie abzusichern. Doch das ist nicht immer so sinnvoll. Nehmen wir das Beispiel Hausrat. Wer in einer WG wohnt oder viele gebrauchte Gegenstände zu Hause hat, braucht eigentlich keine Versicherung. Der Wert ist äußerst gering. Entsprechend ist auch die Entschädigung im Fall der Fälle eher bescheiden. Wenn du über eine Hausratversicherung nachdenkst, empfehlen wir sogenannte All-Risk-Policen. Da sind grundsätzlich alle Gefahren versichert, außer Dinge wie Krieg, Verschleiß oder Atomunfälle. Allerdings kostet der Spaß auch ne Menge. Da ist man schnell bei einem dreistelligen Betrag pro Jahr.

Unser Auto versichern wir ganz besonders gern bis zum Anschlag. Die Haftpflicht ist vorgeschrieben und wichtig. Teil- und Vollkasko allerdings sind oftmals überdimensioniert. Die Vollkasko kostet schnell mal so viel wie eine gute BU. Der Schaden, wenn das Auto Schrott ist, ist dagegen viel geringer, als der Verlust deiner Arbeitskraft. Kasko ist o.k., wenn du das Auto wirklich beruflich brauchst oder es finanziert ist. Bei der Finanzierung auf die sog. GAP-Deckung achten.

Oftmals sind die Kosten fürs Auto überdimensioniert

Rechtsschutz halten wir in den meisten Fällen für nicht angebracht. Wirklich gute Versicherungen sind arg teuer (300-600€ im Jahr). Die Günstigen dagegen haben viele Ausschlüsse. Alternativen dazu sind beispielsweise der Mieterschutzbund. Der kostet 80€ im Jahr und hilft dir bei Streitigkeiten mit deinem Vermieter. Falls du für andere Streitigkeiten wirklich mal einen Anwalt brauchst, ist es besser, du greifst auf deinen Notgroschen zurück.

Wenn du ein Haus hast, ist eine Wohngebäudeversicherung sehr wichtig. Wenn das Haus z.B. aufgrund von einem Feuer zerstört wird, bekommst du so viel, um ein gleichartiges wieder aufzubauen. Vor allem bei einer Immobilienfinanzierung ist das ein existenzgefährdendes Risiko. Auch hier empfehlen wir eine All-Risk-Deckung. Vor allem der Elementarschutz für Hochwasser und Co. wird immer wichtiger.

Bei allen Sachverträgen raten wir dazu, eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren. Damit bezahlst du die ersten z.B. 150€ des Schadens. Den Rest übernimmt die Versicherung. Damit sparst du auf lange Sicht viel Geld.
Bei allen Verträgen solltest du dir die Frage stellen: Brauche ich das wirklich? Viele sind in diesen Bereichen überversichert, im Bereich Existenzschutz aber unterversichert.

Sparen für Neuanschaffungen und Ersatz – bevor du mit der Altersvorsorge beginnst

Wenn du deinen aktuellen Besitz versichert hast, geht es darum, Geld für Ersatz und Neuanschaffungen zur Seite zu legen. Alle Gegenstände verschleißen mit der Zeit und müssen irgendwann ausgetauscht werden. Je mehr du hast, desto mehr musst du mittel- und langfristig ersetzen. Den Punkt unterschätzen viele. Daher unser allgemeiner Rat: Kaufe dir lieber weniger Dinge, dafür aber hochwertige. Diese halten nämlich meistens länger.

Wer kennt sie nicht? Die hohe Kante.


Vor allem für die größeren Dinge wie Auto, Küche, Umzug, Urlaub oder auch die Hochzeit lohnt es sich, frühzeitig mit dem Sparen zu beginnen. Überlege dir, wann die Ausgabe ansteht und in welcher Höhe. Dann kannst du es einfach auf eine monatliche Rate runterbrechen. So merkst du schnell, ob der Betrag in der Höhe oder innerhalb der Zeit realistisch ist.

So vermeidest du dauerhaft Kredite und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten. Es macht also keinen Sinn für die Altersvorsorge zu sparen und nebenher Kredite für Küche und Auto abzustottern.

Familie und Beruf – bevor du mit der Altersvorsorge beginnst

Eine Hochzeit kostet im Schnitt 12.000€

Mit Mitte 20 wissen die Wenigsten, wie es beruflich und familiär bei ihnen weitergeht. Kinder oder nicht? Mal ins Ausland gehen? Noch mal studieren? Sich doch selbstständig machen? Die Unwägbarkeiten sind denkbar groß. Das Gute aber auch schwierige an unserer Zeit sind die unendlichen Möglichkeiten. Alle diese Punkte haben extremen Einfluss auf deine Einnahmen und Ausgaben. Möchtest du Kinder haben, hast du andere Prioritäten, als wenn du dich noch mal selbstständig machen möchtest. In jedem Fall ist ein ausreichender finanzieller Puffer Goldwert. Er sorgt dafür, dass du selbstbestimmt, unabhängig, frei und flexibel deine Entscheidungen treffen kannst. Was nützen dir „Steuervorteile“ und Zinseszins-Effekt, wenn du eigentlich ein Startkapital für deine geniale Firmenidee brauchst? In unseren Beratungen haben wir Viele erlebt, die sich sehr geärgert haben, zu früh Rentenversicherung oder Aktienfonds gekauft zu haben. Entweder kamen sie gar nicht oder nur unter Verlusten an das Geld.

Immobilie

Hast du schon mal über die eigenen vier Wänder nachgedacht?

Für die große Mehrheit ist das eigene Haus die größte Investition in ihrem Leben. Die Wenigsten können das aus der Portokasse bezahlen, sondern brauchen einen großen Kredit. Damit der möglichst klein und schnell abbezahlt ist, brauchst du viel Eigenkapital. Damit du das schaffst, den Überblick behältst und so die Risiken minimierst, empfehlen wir beim Hausbau folgendes Vorgehen: Eigenkapital aufbauen, Kredit abbezahlen, Geld für Instandhaltung zur Seite legen, Geld für den Ruhestand ansparen. Viele vermengen das. Dadurch sind die Laufzeiten der Finanzierung extrem lang, die Zinsen entsprechend hoch und die Gefahr steigt, sich zu verkalkulieren. Immer schön eins nach dem anderen, dann klappt es auch mit den eigenen vier Wänden. Und ganz wichtig: So lange die Finanzierung läuft, sind Rentenversicherung und Altersvorsorge tabu!

Altersvorsorge und Vermögensaufbau

Nun kann es losgehen mit der Altersvorsorge

Herzlichen Glückwunsch! Wenn du alle oben genannten Punkte erfüllt hast, kann es endlich losgehen mit der Altersvorsorge und der Geldanlage. Natürlich kannst du auch mit 22 schon ans Alter denken und vorsorgen. Allerdings ist dann die Gefahr groß, dass du zwischendurch ans Geld oder Kredite in Anspruch nehmen musst. Rentenversicherungen sind für den Ruhestand nach wie vor super geeignet. Denn sie garantieren dir eine lebenslange Versorgung. Egal ob du 75 oder 95 wirst.

Die Rentenversicherung lohnt sich aber nur dann, wenn du sie auch bis zum Schluss durchhältst. Die Statistiken sprechen da leider eine andere Sprache. Demnach wird nämlich der Großteil vor dem Rentenbeginn gekündigt. Das machen die Leute nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil sie aus den oben gezeigten Gründen Geld benötigen. Letztlich sind die Kosten einer zu früh abgeschlossenen Altersvorsorge höher als die Vorteile durch irgendwelche Zinsen und vermeintliche Steuervorteile. Wichtig: Das heißt nicht, dass du dein Ganzes Einkommen verjubeln sollst. Vielmehr solltest du dich schon früh ans Sparen gewöhnen und von Beginn an weniger ausgeben, als du einnimmst. Dann wirst du auch im Alter keine Geldsorgen haben.

Zum Abschluss des Themas Altersvorsorge hier noch mal die Checkliste zum Abhaken:

  • Berufung finden
  • Mehr einnehmen als ausgeben
  • Existenzielle Risiken absichern
  • Schulden abzahlen
  • Schulden vermeiden
  • Rücklagen aufbauen
  • Besitz wenn nötig absichern
  • Ersatz und Neuanschaffungen berücksichtigen
  • Familienplanung berücksichtigen
  • Beruflichen Werdegang berücksichtigen
  • Immobilienwunsch klären
  • Ruhestandsplanung

Wann würdest du mit der Altersvorsorge beginnen? Oder hast du schon etwas getan? Dann sag uns doch, was der Auslöser dafür war! Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

Was du über Altersvorsorge wissen solltest

Was du über Altersvorsorge wissen solltest, erfährst du hier. Wir erläutern die Grundlagen und die ersten Schritte zum entspannten Ruhestand.

Warum ist Altersvorsorge wichtig?

Traditionell gliedert sich unser Leben in drei große Phasen: Jugendzeit, Erwerbstätigkeit und Ruhestand. In der ersten Phase übernehmen die Eltern die Versorgung. In der Zweiten kommt das Einkommen in der Regel vom Arbeitgeber oder aus selbstständiger Tätigkeit. Im Ruhestand benötigt man dann wieder andere Quellen, da die wenigsten arbeiten gehen. Das bedeutet, man ist davon abhängig, zuvor genügend zur Seite gelegt zu haben. Während der Erwerbsphase spart man Geld an und entspart bzw. verbraucht es dann im Alter. Ist beim Tod noch etwas übrig, erben das die Hinterbliebenen.

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.

Aufgrund verschiedener Gründe steigt unsere Lebenserwartung seit über 150 Jahren stark. Für uns von Belang ist vor allem die sog. ferne Lebenserwartung. Die sagt aus, wie alt Menschen im Schnitt von z.B. von 60 Jahren noch werden. Diese ist seit 1901 von 13,1 (Männer) bzw. 14,2 Jahren (Frauen) auf 21,2 bzw. 24,9 Jahren gestiegen. Für 2030 gehen die Statistiker von 26,6 Jahren bzw. 30,1 Jahren aus. Wer mit 60 Jahren aufhören möchte zu arbeiten, muss also eine doppelt so lange Zeit berücksichtigen, wie vor ca. 100 Jahren.

Mit unserer klassischen Dreiteilung müssen wir also entweder immer länger arbeiten oder aber immer mehr ansparen, um im Ruhestand weiter versorgt zu sein.

Wie viel Geld benötige ich im Alter?

Im Ruhestand ändern sich natürlich die Ausgaben. Für die Planung der eigenen Altersvorsorge ist eine ungefähre Prognose besonders wichtig. Fakt ist, dass der Bedarf im Alter niedriger ist. Allerdings nehmen viele Vermittler und Verkäufer noch immer 100% des Nettoeinkommens als Grundlage und erzeugen so viel zu große „Versorgungslücken“.

Folgende Ausgaben fallen weg oder reduzieren sich:

  • Versicherungen
  • Altersvorsorge
  • Kapitalanlage und Sparen
  • Mobilität (Auto)
  • Kindererziehung
  • Wohnen
  • Konsum

Folgende Ausgaben kommen hinzu oder erhöhen sich:

  • Medizin und medizinische Behandlungen
  • Freizeit und Reisen
  • Geschenke und Zuwendungen für Kinder und Enkel

In Sachsen liegen die Ausgaben von Rentnern aus diesen Gründen bei etwa 60-70% von Erwerbstätigen. Wir halten deshalb bei der Planung 70-80% der aktuellen Ausgaben für ein realistisches und sinnvolles Ziel.

Wie ist Altersvorsorge in Deutschland aufgebaut?

In Deutschland existiert das sog. Drei-Schichten-Modell. Idealerweise besteht deine Altersvorsorge aus verschiedenen Elementen. Jede Schicht hat eigene Vor- und Nachteile.

Drei-Schichten-Modell
Vor- und Nachteile unterschiedlicher Schichten

Wie viel gesetzliche Rente erhalte ich?

Wer angestellt oder verbeamtet ist, hat den größten Teil seiner Altersvorsorge bereits in trockenen Tüchern. Das gilt, auch wenn seit Jahren das Rentenniveau sinkt. Die Ursache liegt unter anderem darin, dass die Menschen immer älter werden (siehe oben). Lag „die“ Rente 1980 noch bei über 55% des Nettoeinkommens sind es derzeit ca. 45%. Bis 2030 soll dieses Niveau auf etwa 40% abgesenkt werden.

Mit einer einfachen Faustformel kannst du deine gesetzliche Rente abschätzen:

Bruttoeinkommen / 100 X Arbeitsjahre = Bruttorente

Im Osten kommen ca. 10% auf diese Bruttorente drauf. Davon ziehst du noch ca. 15% Sozialabgaben und Steuern ab.

Beispiel: Du lebst und arbeitest in Dresden und verdienst ca. 3.000€ brutto (ca. 1.900€ netto). Du schaffst es, 40 Jahre von 27 bis 67 als Angestellter. Einkommenssteigerungen und Fehlzeiten lassen wir mal außen vor.

3.000€ / 100 X 40 Jahre = 1.200€ + 10% = 1.320€ – 15% = 1.122€ Nettorente

Wenn du jetzt noch deine Ausgaben kennst, kannst du einfach deine „Rentenlücke“ berechnen:

Aktuelle Ausgaben x 80% – Rente = Lücke

Beispiel: Von deinen 1.900€ netto gibst du aktuell ca.1.700€ aus.

1.700€ X 80% = 1.360€ – 1.122€ = 238€ Rentenlücke

Selbstverständlich fehlen hier die exakten Steuern, Sozialabgaben und auch die Inflation sowie Rentensteigerungen. Für eine erste und grobe Einschätzung reicht es jedoch.

Wie kann ich diese Lücke mit privater Altersvorsorge schließen?

Da niemand weiß, wie lange er oder wirklich lebt, braucht es als Basis-Versorgung im Alter eine Rente, die ein Leben lang fließt. Das kann nur eine Versicherung – egal ob privat oder gesetzlich – gewährleisten. Nur Versicherungen dürfen ihren Versicherten lebenslange Garantien aussprechen.

Dafür kalkulieren sie sehr vorsichtig. Dadurch ist die Rente geringer, als wenn du selbst das Geld anlegst. Gerade das werfen Verbraucherschützer und Co. den (privaten) Versicherungen vor. Doch ohne diese Vorsicht würde das System nicht funktionieren. Dafür bekommst du auch weiterhin eine Rente, selbst wenn dein Kapital längst alle ist. Im Übrigen: Leben die Versicherten dann insgesamt doch kürzer als prognostiziert, kommt das allen in Form von Überschüssen zugute.

Zu Beginn solltest du dir also überlegen, wie viel du monatlich garantiert zum Leben brauchst oder haben willst. Unsere Empfehlung als absolutes Minimum, das über Rentenversicherungen gedeckt sein sollte, sind 1.000€ monatlich. Das ist etwas mehr als die Grundsicherung. Selbstverständlich ist auch jeder Betrag über 1.000€ legitim. Das hängt einzig und allein von deinen Wünschen und Bedürfnissen ab. Bist du Angestellter, erreichst du diese unterste Grenze in der Regel bereits über deine gesetzliche Rente. Bist du selbstständig, hast du in der Regel keine solche Versorgung. Du musst bewusst und aktiv eine private oder die gesetzliche Rentenversicherung beantragen. Bei der Planung solltest du ausschließlich mit den garantierten Renten kalkulieren.

Ist deine Grundversorgung gesichert, stehen Kapitalanlage und Immobilien zur Verfügung. Mit freier Kapitalanlage meinen wir vor allem Aktien bzw. Aktienfonds. Alle anderen Kapitalmarktprodukte halten wir für private Anleger nicht sinnvoll. Der Vorteil der freien Kapitalanlage liegt in der durchschnittlich deutlich höheren Rendite und Flexibilität gegenüber Versicherungen. Du kannst Beiträge, Entnahmen, Auszahlungen und Anlageziele frei wählen. Allerdings bekommst du hier keine Garantien. Außerdem gilt: Ist das angesparte Kapital verbraucht („entspart“), gibt’s nichts mehr. Ist dein angespartes Kapital bei einer Versicherung „alle“, erhältst du dennoch weiter deine Rente. Freie Kapitalanlage ist also eine sinnvolle und wichtige Ergänzung.

Das eigene Haus ist aus unserer Sicht eher Luxus

Bleibt noch das „Betongold“. Immobilien sind für uns Luxus. Ja, du „sparst“ später deine Miete. Aber wie wir in einem anderen Beitrag gezeigt haben, kommen sehr viele andere Kosten auf dich zu. Auch die Statistiken zeigen, dass Häuslebauer bzw. –besitzer mehr Geld für Wohnen ausgeben, als Mieter. Häuser steigen übrigens nicht im Wert. Auch wenn uns das alle naselang einer weiß machen will.

Auf was sollte ich bei meiner Altersvorsorge wirklich achten?

Vielen fällt beim Thema Altersvorsorge sofort „Steuern sparen!“ ein. Und tatsächlich werden sehr viele, wenn nicht gar alle Produkte zur Altersvorsorge genau damit beworben. Da ist von staatlichen Zulagen, Steuervorteilen und Möglichkeiten der Absetzung die Rede.

Doch dabei gerät man ziemlich schnell auf Abwege. Dazu haben wir bereits mehrere Beiträge geschrieben. Am Beispiel der sog. Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge wird deutlich, dass das mit den Steuern sparen nicht so einfach ist, wie gedacht.

Wichtig ist natürlich das Kleingedruckte, damit das Gesicht am Ende nicht lang wird

Fazit: Steuern sollten erst ganz am Ende der Planung eine Rolle spielen.

Wenn Altersvorsorgeprodukte nur mit Steuervorteilen bzw. -vergünstigungen funktionieren, solltest du vielleicht besser Abstand davon nehmen.

Danach wird in der Regel die Rendite eines Produkts bemüht und angepriesen. Wir haben einmal berechnet, was aus monatlich 200€ werden, wenn wir die Inflation von 2% berücksichtigen. Selbstverständlich kommen bei 6% Verzinsung deutlich mehr raus als bei 0%. Richtig deutlich wird der Unterschied aber erst nach 20 bis 25 Jahren. Entscheidender als die Verzinsung ist es also eigentlich, diese auch über einen solch langen Zeitraum zu erzielen. Wer früh mit der Altersvorsorge anfängt, dann aber zwischendurch ständig an das Geld muss, wird kaum auf nennenswerte Verzinsung kommen. Nach 40 Jahren kommt man dann auf durchschnittliche Renten von 109€ (0%), 164€ (2%), 258€ (4%) und 421€ (6%).

Renditevergleich
Vergleich Endkapital bei unterschiedlichen realen Renditen

Fazit: Verzinsung ist wichtig, entscheidender ist jedoch das Durchhaltevermögen.

Der letzte und wichtigste Punkt sind die Kosten. Die sind nämlich im Gegensatz zu Steuern und Renditen bzw. Überschussbeteiligungen planbar.
Hier mal ein paar beliebig herausgegriffene Beispiele um die Renditen vor und nach Kosten zu illustrieren.

Kostenvergleich
Unterschiedliche Renditen vor und nach Kosten

Die Frage ist, welchen Unterschied es dann am Ende in Euro und Cent ausmacht.

Auswirkung Kosten
Vergleich Endkapital bei unterschiedlichen Produkten

Fazit: Am Ende kommt es vor allem auf die Kosten an.

Welche sinnvollen Alternativen gibt es bei der Altersvorsorge?

Als erstes kannst du in deine Arbeitskraft investieren. Durch Weiterbildung und Weiterqualifikation steigerst du den Wert deiner Arbeit. Damit verdienst du (in der Theorie) mehr pro Stunde. Du bekommst also mehr Geld in gleicher Zeit oder gleich viel Geld bei weniger Arbeit. Wenn du als Angestellter befördert wirst und eine Lohnerhöhung erhältst, bekommst du auch automatisch mehr gesetzliche Rente. Du steigerst also gleich zweimal dein Einkommen: Heute und morgen. Diese sog. Bildungsrendite fällt natürlich höchst unterschiedlich aus. Je nachdem, in welcher Branche du arbeitest, was du genau machst und wie der Arbeitsmarkt aussieht.

Hier ein kleines Rechenbeispiel:
Du bist 30 Jahre alt und kannst für 10.000€ deinen Meister machen. Dadurch steigerst du dein Einkommen von 1.500€ netto (2.200€ brutto) auf 1.700€ netto (2.600€ brutto). Dieser Mehrverdienst entspricht ca. 64.000€. Hinzu kommt, dass deine Rente um ca. 140€ monatlich steigt. Das entspricht noch einmal ca. 33.000€. Das macht knappe 4% Verzinsung

Muss es immer nur Materielles sein?

Weiterhin kannst du dich im aktuell trendigen Konsumverzicht üben. Jeden Euro, den du heute nicht ausgibst, kannst du zur Seite legen und später ausgeben. Durch Konsumverzicht brauchst du heute UND morgen weniger Geld, da du dich ja an dieses „Weniger“ gewöhnst. So gesehen sparst du doppelt: Du kannst jetzt mehr zur Seite legen und brauchst später sogar weniger Rente.

Auch hierzu ein kleines Rechenbeispiel:
Deine 1.700€ Nettoeinkommen gibst du von 35 bis 85 Jahren 1:1 aus. Um das zu finanzieren, bräuchtest du etwa 800.000€ auf einem Haufen. Wenn du stattdessen nur 1.500€ ausgibst, brauchst du ca. 700.000€. Bei einem Stundensatz von ca. 12€ sind das über 8.000 Arbeitsstunden weniger oder gute 4 Jahre frei. Nicht vergessen: Das sind alles ein paar Zahlenspiele, die einfach nur dazu dienen, mal über den Tellerrand zu schauen.

Dazu passt ein sehr wirksamer Ansatz:
Zeit statt Zeug
. Während materielle Dinge mit der Zeit immer mehr an Wert verlieren, werden Erlebnisse und schöne Momente immer wertvoller. Nicht umsonst schwärmen alte Leute immer von der „guten alten Zeit“. Statt also immer mehr Fernseher, Handys und Möbel anzuhäufen, sollten wir unser Geld besser in Reisen, Konzerte, Restaurantbesuche investieren. Noch cleverer ist es, wenn du ganz viele komplett kostenlose Momente wie spazieren gehen, mit dem Partner auf der Bank sitzen, in Baumhaus bauen, kochen oder einfach in der Weltgeschichte rumgucken, genießt.

Sport und Tiere sind wunderbare Möglichkeiten, schöne Momente zu erleben

Die letzte Idee ist der „Unruhestand“. Warum sich bis 67 totarbeiten und dann vor Langeweile sterben? Ist es nicht schöner und erfüllender ein Leben lang das zu tun, was einen antreibt und damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen? Allerdings ohne sich die ganze Zeit zu stressen. Warum nicht nach der ersten Karriere im hohen Alter eine Zweite beginnen? Etwas tun, was du schon immer machen wolltest. Ein Café eröffnen, Bücher schreiben oder einen Chor leiten. Ja warum eigentlich nicht? Dazu braucht es womöglich etwas Startkapital. Viel fragen sich: Was soll ich mit einer auslaufenden Lebensversicherung machen? Investiert sie in euer Leben in eure Träume!

Fazit: Es gibt zahlreiche Alternativen zu Versicherungen. Investiere in deine Fähigkeiten, hinterfrage deine Ausgaben und überlege, was du schon immer machen wolltest.

Wie läuft unsere Beratung zum Thema Altersvorsorge?

Wir helfen dir bei deiner Altersvorsorge!

Zunächst ermitteln wir den Status quo. Das heißt, wir erfassen alle Renteneinkünfte, mit denen du rechnen kannst. Das können die gesetzliche Rente, Betriebsrenten, private Altersvorsorge, Immobilien usw. sein. Daneben erfragen wir deine Wünsche und legen gemeinsam deine Ziele hinsichtlich Rentenbeginn und Höhe fest. Davon ausgehend zeigen wir dir, wie viel von deinem Ziel du bereits erreicht hast. Besteht noch eine Lücke, suchen wir die passenden Lösungen und Produkte heraus und stellen sie dir vor. Danach entscheiden wir gemeinsam, was wir wann umsetzen und helfen bei den Anträgen. Selbstverständlich überprüfen wir regelmäßig dein Konzept und passen es gegebenenfalls an. Erst 10 bis 15 Jahre vorher beginnen wir mit der konkreten Ruhestandsplanung.

Gern unterstützen wir dich bei der Gestaltung deines Ruhestands! Hier kannst du direkt einen Termin buchen.

Das solltest du dich fragen, bevor du mit Altersvorsorge beginnst

In diesem Abschnitt besprechen wir Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du mit deiner Altersvorsorge startest.

Wann willst/kannst/musst du in Rente gehen?

Überlege dir, wann du in Ruhestand gehen möchtest und ab wann deine Altersvorsorge starten soll. Je früher du in Rente gehst, desto mehr Vermögen musst du ansparen. Umgekehrt gilt: Hörst du später auf zu arbeiten, brauchst du weniger Kapital. Grundsätzlich gilt das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren.

Wie viel Geld willst bzw. brauchst du?

Zwischen „Wie viel brauche ich?“ und „Wie viel will?“ sollte „So viel kann ich.“ liegen. Deine Versorgungshöhe solltest du realistisch betrachten. Wenn du derzeit 1.500€ netto verdienst, wird es schwierig auf 3.000€ im Monat zu kommen. Als Basis-Versorgung sollten mindestens 1.000€ pro Monat reinkommen. 80% deines Nettogehalts sind eine gute Richtgröße. Einige Positionen kommen im Alter dazu oder erhöhen sich. Allerdings fallen Punkte wie Altersvorsorge oder Ausgaben für Kinder weg und Punkte wie Mobilität reduzieren sich.

Wie viele von denen brauchst du, um über die Runden zu kommen?

Wie stellst du dir dein Leben mit 70 Jahren vor?

Neben den ganzen hard facts sollte es auch um die emotionalen Aspekte gehen. Versuche dir vorzustellen, was dir wichtig sein könnte, wie du deinen Tag gestalten möchtest, um abzuleiten, was du wirklich brauchst.

Was sind die größten Risiken, wenn du an deinen Ruhestand denkst?

Einige Risiken mögen auf der Hand liegen, wie z.B. Pflegebedürftigkeit, andere vielleicht weniger, wie z.B., dass du dich selber nicht mehr um deine Finanzgeschäfte kümmern kannst. Für die einen Risiken gibt es Versicherungen, für die anderen solltest du organisatorische Vorkehrungen treffen.

Kannst du dir vorstellen, auch im Rentenalter zu arbeiten und Geld zu verdienen?

Für die einen ist es ein Traum, für die anderen ein Albtraum: Nie wieder arbeiten müssen. Bedenke jedoch, dass es ein harter Schnitt ist von 100 auf 0. Viele suchen sich auch im Ruhestand eine Beschäftigung, denn die meisten wünschen sich auch weiterhin die Bestätigung aus einer Tätigkeit. Klar, kaum jemand will noch 40 oder 50 Stunden rackern. Aber solange Körper und Geist mitspielen, ist der „Unruhestand“ eine lohnenswerte Überlegung.

Wie viele von denen brauchst du, um über die Runden zu kommen?

Welche zusätzliche Leistung bevorzugst du im Ruhestand?

Da gibt es zwei Varianten: Entweder du erhältst eine Rente, also monatliche Zahlung oder eine einmalige Kapitalzahlung. Eine Rente ist bequem: Jeden Monat, so lang wie du lebst X Euro aufs Konto. Das kann jedoch nur eine Versicherung.

Der Vorteil: Es ist planbar und du musst dich um nichts auf weiter kümmern.

Der Nachteil: Der Preis für die Sicherheit und Bequemlichkeit, also die Kosten.

Eine Kapitalleistung dagegen kann dir helfen, einen lang gehegten Wunsch zu bezahlen. Ist das Geld aber alle, gibt’s auch nichts mehr.

Würdest du für eine höhere Versorgung in Kauf nehmen, dass sie nicht bis zum Lebensende reicht?

Die Frage zielt in eine ähnliche Richtung wie die vorige. Wenn du etwa zu Beginn des Ruhestands mehr ausgeben möchtest, weil du zum Beispiel umher reisen willst, könntest du das mit einer Kapitalzahlung finanzieren. Mit 50.000€ könntest du dann 5 Jahre lang gute 800€ monatlich ausgeben.

Würdest du für eine lebenslange Versorgung in Kauf nehmen, dass sie niedriger ist?

Ähnliche Frage, andere Seite der Medaille. Ist dir wichtig oder ist es notwendig, dass das Geld lebenslang in gleicher Höhe kommt, solltest du dir im Klaren sein, dass das seinen Preis hat. Eine lebenslange Versorgung können lediglich Versicherungen garantieren.

Möchtest du dich im Ruhestand aktiv um dein Vermögen und Rente kümmern?

Alles, was keine Rentenversicherung ist, bedeutet im Alter Arbeit. So viel zum Thema passives Einkommen. Willst du dich um die Vermietung deiner Eigentumswohnung mit 80 noch kümmern? Willst du Aktien mit 90 noch kaufen und verkaufen? Klar gibt es auch Vermögensverwalter und sog. Family Offices. Aber für die meisten Normalsterblichen dürften solche Verwalter entweder zu teuer oder komplett verschlossen sein.

Wie wichtig ist es dir, dein Vermögen noch in der Sparphase vererben zu können?

Das Guthaben von Produkten der ersten Schicht (Gesetzliche und Basis-Rente) kannst du gar nicht, Produkte der zweiten Schicht (Riester- und Betriebsrente) häufig nur eingeschränkt oder unter bestimmten Voraussetzungen vererben. Bei der ersten Schicht erhalten die Hinterbliebenen in der Regel eine Hinterbliebenen-Rente. Sie können sich jedoch nicht das Guthaben einfach auszahlen lassen.

Wie wichtig ist es dir, dein Vermögen in der Rentenphase vererben zu können?

Hier geht es um die Zeit nach dem Beginn des Ruhestands. Bei der ersten Schicht gibt es für die Erben wieder nur die Hinterbliebenen-Rente. Bei allen anderen Versicherungsprodukten kannst du mit der Rentengarantiezeit die Vererbbarkeit gestalten.

Wie wichtig ist es dir, während der Sparphase auf dein Vermögen zugreifen zu können?

Das Guthaben von Basis– und Gesetzlicher Rentenversicherung ist geschützt. Da kommst du unter keinen Umständen ran. An die Betriebs-Rente kommst du meist auch nicht ran, da du die Beiträge sozialversicherungsfrei (aus dem Brutto) bezahlst bzw. vom Arbeitgeber kommen. Die Riester-Rente kannst du im Notfall kündigen. Dann musst du jedoch die Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Ausnahme: Du verwendest das Guthaben für die eigenen vier Wände.

Eine Immobilie während der Sparphase bzw. während du den Kredit tilgst, zu veräußern, ist in der Regel schwierig und mit Wertverlusten verbunden. Private Rentenversicherungen und freie Kapitalanlagen sind flexibel. Allerdings sind Entnahmen häufig mit Kosten verbunden. Du solltest also ständiges „in den Topf greifen“ vermeiden.

Wie wichtig ist es dir, während der Rentenphase auf dein Vermögen zugreifen zu können?

Für die erste Schicht gilt das Gleiche wie beim Vererben. Betriebsrenten kannst du die bei Rentenbeginn (aber nur da) auf einen Schlag auszahlen lassen. Da gibt es jedoch einiges bei Steuern und Sozialabgaben zu beachten. Bei der Riester-Rente kannst du dir immerhin 30% auf einen Schlag auszahlen lassen. Die dritte Schicht und die freie Kapitalanlage sind wieder am flexibelsten.

Wie wichtig ist dir eine staatliche Förderung während der Sparphase?

Jede Förderung hat natürlich Nachteile. In der Regel sind das Beschränkungen der Flexibilität. Allerdings können Förderungen natürlich einen Renditekick bringen. Beiträge, die du steuerlich gefördert zahlst (also aus deinem Brutto) oder anderweitig absetzen kannst, bedeuten eine höhere Besteuerung in der Rentenphase. Generell sollte die Förderung ganz am Ende der Entscheidung stehen. Denn staatliche Subventionen können sich auch wieder ändern.

Basis-Rente
Jedes Geschenk hat seinen Preis … auch die Basis-Rente

Wie wichtig ist dir die Sicherheit deiner Altersvorsorge vor dem Zugriff durch „Hartz-IV“?

Hier stellt sich die Frage, inwieweit du Vermögen vor der Grundsicherung nutzen musst. Nicht verwerten musst du das sog. Schonvermögen. Alles, was in Basis-, Gesetzlicher- und Riester-Rente steckt, ist sicher. Weiterhin geschützt sind alle Verträge zur Altersvorsorge, bei denen die Verwertung des Vermögens vor Ruhestandsbeginn ausgeschlossen ist.
Das gilt meist für alle Betriebsrenten. Eine angemessene Wohnung bzw. Haus ist ebenfalls geschützt. Für alles andere gibt es einen Freibetrag. Dieser beträgt 750€ pro vollendetem Lebensjahr. Bist du 35 Jahre alt, sind also gerade einmal weitere 26.250€ z.B. in einem Aktienfonds „sicher“.

Lass dich jedoch nicht von den schönen Marketingunterlagen blenden. Das gilt nur während der Sparphase. Nach Rentenbeginn musst du alles verwerten.

Welche Rolle spielen die Aspekte Ethik, Ökologie und Nachhaltigkeit bei der Altersvorsorge?

Du willst, dass dein Geld „Gutes“ bewirkt? Dann kommen Produkte und Anbieter in Betracht, die dir die Möglichkeit geben, die Anlage selbst zu bestimmen bzw. gewährleisten, dass sie diese Aspekte beachten. Die schlechte Nachricht: Wirklich viele Anbieter gibt es nicht und einige betreiben „green washing“. Die gute Nachricht: Es werden mehr Anbieter.

Auch die Altersvorsorge geht mittlerweile in “grün”

Wo möchtest du im Ruhestand leben?

Damit meinen wir die Region. Nicht alle Produkte zahlen dir deine Rente, wenn du dich im außereuropäischen Ausland zur Ruhe setzt.

Erwartest du Erbschaften?

Die Zahl und Höhe der Erbschaften nimmt ungebremst zu. Größere Erbschaften oder Schenkungen zu Lebzeiten können enormen Einfluss auf die eigene Ruhestandsplanung haben. Gerade bei größeren Familienvermögen kann die sog. strategische Vermögensweitergabe Vorteile bei der Erbschaftssteuerbelastung bringen. Wichtig ist: Sprecht in der Familie drüber!

Erbschaften können einen beträchtlichen Teil der Altersvorsorge ausmachen

Planst du den Verkauf von Unternehmen?

Im vorigen Beitrag haben wir ja grundsätzlich davon abgeraten, mit dem Unternehmensverkauf groß zu rechnen. Allerdings kommt es natürlich wie immer darauf an. Einzelunternehmen oder eine GbR lassen sich nicht verkaufen. Hier kannst du allenfalls darüber nachdenken, bestimmte Firmengegenstände zu veräußern.

Willst du, dass die Firma jemand weiter führt, solltest du rechtzeitig vorher die Rechtform ändern. Dafür reicht z.B. auch ein eingetragener Kaufmann/Kauffrau (e.K.). Anteile an Kapitalgesellschaften wie eine GmbH oder AG kannst du jedoch sehr wohl verkaufen. Zu welchem Preis ist natürlich eine andere Frage. In jedem Fall solltest du dir rechtlichen, steuerlichen und unternehmensberatenen Rat holen.

Planst du den Verkauf von Immobilien?

Die eigenen vier Wände sind schön und gut. Aber vielleicht ist das traute Heim im Alter viel zu groß oder zu weit von der Versorgung weg? Dann kommt unter Umständen der Verkauf oder die Verrentung infrage. Auch hier ist steuerlicher und rechtlicher Rat notwendig.

Überschätze vor allem nicht den Wert deines Hauses! Unsere emotionale Verbindung zum eigenen Heim trübt den Blick für die Wirklichkeit. Um eine böse Überraschung zu vermeiden, empfehlen wir ein Wertgutachten oder einen Makler zu beauftragen. Aussagekräftige Werte kannst du jedoch erst kurz vor Ruhestandsbeginn im Rahmen der konkreten Ruhestandsplanung erhalten.

Wenn das Haus im Alter zu groß wird, kannst du es verkaufen oder verrenten

Du willst mit der Altersvorsorge beginnen? Wir helfen dir gern bei der Auswahl der richtigen Produkte! Buche dazu einfach online einen Kennenlern-Termin bei uns!

Wie viel Rente bekomme ich später einmal aus meiner Altersvorsorge?

Bevor es an deine Altersvorsorge geht, solltest du wissen, welche bestehende Versorgung du besitzt und wie viel Rente du später einmal bekommst. In diesem Abschnitt besprechen wir, wie du dafür am besten vorgehst und was du beachten solltest.

Wie die gesetzliche Rentenversicherung und Basis-Rente berechnen?

Als Angestellter (und einige wenige Selbstständige) bist du in der Gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Über den aktuellen Stand deiner Ansprüche informiert dich die Renteninformation.

Du bekommst sie automatisch zugeschickt, wenn du 27 bist und mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt hast. Hast du noch keine Renteninformation erhalten, kannst du dich auch mit einer einfachen Formel deinen Ansprüchen nähern:

Bruttoeinkommen (monatlich) / 100 x Beitragsjahre = Bruttorente West (monatlich) (+10% = Bruttorente Ost)

Das Gleiche gilt grundsätzlich auch für die private Basis-Rente.

Wichtig: In beiden Fällen handelt es sich um eine sogenannte Bruttorente.

Das bedeutet, du zahlst darauf Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und evtl. Steuern. Was dann übrig bleibt und auf deinem Konto landet, ist die Nettorente. Als Angestellter kannst du mit 10% Sozialabgaben rechnen.

Hinzu kommen noch Steuern, die sehr von deinen künftigen Einkünften abhängen. Insgesamt liegst du ganz gut, wenn du mit etwa 20% Abzug rechnest.

Basis-Rente
Wie die gesetzliche Rentenversicherung und Basis-Rente berechnen?

Wie berechne ich meine Rente aus dem berufsständischen Versorgungswerk?

Bist du Arzt bzw. Ärztin, Steuerberaterin, Architektin, Apothekerin, Anwältein? Dann zahlst du in ein berufsständisches Versorgungswerk ein.

Das ist quasi die gemeinsame Rentenkasse des jeweiligen Berufsstands. Von dem Versorgungswerk bekommst du ebenfalls einmal im Jahr eine Wertmitteilung oder ähnliches. Die versprochenen Leistungen liegen meistens über denen der Gesetzlichen Rente. Allerdings sind die Versorgungswerke ziemliche Blackboxen. Anders als Versicherer müssen sie nicht aufschlüsseln, wie genau sie das Geld anlegen. Das kann dazu führen, dass die versprochenen Leistungen in Zukunft gar nicht erbracht werden.

Was bekomme ich aus der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst?

Wenn du im öffentlichen Dienst angestellt bist, erhältst du in der Regel eine Zusatzversorgung. Diese heißen Zusatzversorgungskassen. Die größte dürfte die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (kurz: VBL) sein.

Daneben gibt es jedoch für die Kirchen und die Kommunen eigene Kassen. Die Leistungen sind wieder abhängig von deinem Gehalt, deinem Alter und wie lange du versichert bist. Auch hier erhältst du jährliche eine aktuelle „Wertmitteilung“. Bei der VBL gibt es einen Online-Rechner, bei dem du deine zukünftigen Ansprüche berechnen kannst.

Wie berechne ich meine Beamtenversorgung?

Bei Beamten übernehmen der Dienstherr und damit die Steuerzahler die Versorgung im Alter. Diese richtet sich nach deinen Dienstjahren und deinen letzten Bezügen vorm Ruhestand. Beamte erhalten also eine höhere Pension, da hier – anders als bei der Gesetzlichen Rente – nur das letzte Gehalt und nicht der Durchschnitt zählt. Maximal erhältst du 71,75% deines Bruttobezugs nach 40 Jahren Dienstzeit. Deine Pension musst du wie die gesetzliche Rente versteuern. Außerdem zahlst du den Beitrag für deine private oder gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung.

Wie berechne ich meine Beamtenversorgung?

Was bekomme ich aus der betriebliche Altersvorsorge?

Wenn du eine betriebliche Altersvorsorge hast, erhältst du ebenfalls jährlich eine Wertmitteilung. Sie gibt Auskunft über den aktuellen Stand und wie hoch deine Zusatzrente ausfällt, wenn du bzw. dein Arbeitgeber*in weiterhin so einzahlen.

Bei der bAV gibt es fünf Durchführungswege, die alle anders steuerlich und sozialversicherungsrechtlich behandelt werden.

Welche Renten bekomme ich aus der privaten Zusatzversorgung wie der Riester-Rente?

Zur privaten Zusatzversorgung gehören die geförderte Riester-Rente und alle anderen privaten Renten der sogenannten 3. Schicht. Deine Riester-Rente musst du komplett versteuern. Sozialversicherungsbeiträge fallen nicht an. Privatrenten sind mit dem sogenannten Ertragsanteil zu versteuern. Sozialversicherungsbeiträge fallen nicht an. Der Abzug hierbei ist also nicht allzu hoch.

RiesterRentenversicherung
Welche Renten bekomme ich aus der privaten Zusatzversorgung wie der Riester-Rente?

Was bekomme ich nun als Rente? Die garantierte Rente oder die Rente inkl. Überschüsse?

Schwierig bei der Bewertung deiner bisherigen Altersvorsorge ist die Frage, ob du mit Garantiewerten oder den Renten inkl. Überschüsse rechnen solltest. Die Garantiewerte sind gewissermaßen die untere Grenze deiner Ansprüche. Je höher die Überschüsse, mit denen du rechnest, desto wahrscheinlicher wird es, dass du die Werte nicht erreichst. Früher haben Vermittler gern mal mit 9% Überschüssen gerechnet. Das ist unseriös und nicht machbar. Bei fondsgebundenen Versicherungen kannst du mit 6% rechnen, bei klassischen Tarifen eher mit 3%. Wir halten es jedoch für sinnvoll, beide Werte zu kennen, um zu wissen, in welcher Bandbreite deine bisherigen Ansprüche sind.

Wann ist mein Rentenbeginn?

Achte bei den Werten in den Policen bzw. Wertmitteilungen auf den Rentenbeginn. Es gibt Versicherer, die da etwas „kreativ“ unterwegs sind. Da wird der Rentenbeginn mal auf 75 gelegt. Generell solltest du mit dem gesetzlichen Renteneintrittsalter von 67 Jahren rechnen. Jedes Jahr früher, kostet Geld – entweder mehr Sparbeitrag oder weniger Rente. Jedes Jahr, das du später in Rente gehst, bringt dir Geld – entweder mehr Rente oder ein geringerer Sparbeitrag.

Was war gleich eine Beitragsdynamik in der Altersvorsorge?

Ebenfalls achtgeben solltest du beim Thema Beitragsdynamik. Manche Versicherer rechnen die Renten bzw. Kapitalzahlungen mit der vereinbarten Beitragsdynamik hoch. Grundsätzlich halten wir diese für sinnvoll, um so „unbemerkt“ jedes Jahr etwas mehr zur Seite zu legen. Übersteigt diese Dynamik jedoch die Inflation und beträgt 6% oder gar 10%, kommen am Ende unrealistische Werte heraus.

Beispiel 1:
100€, Zins: 3%, Beitragsdynamik: 2,5%, Laufzeit: 35 Jahre, Endkapital: ca. 108.000€ bzw. ca. 320€ Rente (30€ Rente je 10.000€ Kapital)

Beispiel 2: 100€, Zins: 3%, Beitragsdynamik: 10%, Laufzeit: 35 Jahre, Endkapital: ca. 440.000€ bzw. ca. 1.320€ Rente (30€ Rente je 10.000€ Kapital)

Wenn ich auf meine Rente noch Steuern und Sozialabgaben leisten muss… Wie kann ich meine Nettorente berechnen?

Oben sprachen wir ja bereits von Brutto- und Nettorenten. Für eine grobe Überschlagsrechnung kannst du einfach 20% auf deinen im Vorfeld ermittelten Bedarf aufschlagen. Dann kannst du auch mit den Bruttorenten rechnen. Geht es an die konkrete Ruhestandsplanung so ab etwa 50 Jahren, solltest du detaillierter die Steuern und Sozialabgaben berücksichtigen.

Können Kapitalzahlungen auch Teil meiner Altersvorsorge und Rente sein?

Vielleicht hast du noch andere Ansprüche als Renten, also monatliche Zahlungen? Solche Kapitalzahlungen solltest du natürlich bei der Bestandsaufnahme berücksichtigen. Wir rechnen die monatliche Rentenlücke in unserer Beratung in einen Kapitalbedarf zum Rentenbeginn um. Dieses Kapital ist genau so groß, um die Lücke vom Rentenbeginn bis zum 90. Lebensjahr zu schließen. Wenn du dieser Rechnung folgst, kannst du deine Kapitalzahlung einfach davon abziehen. Ansonsten rechnest du das Kapital in eine monatliche Rente um. Dabei kannst du (derzeit) von einem sog. Rentenfaktor bei Anbietern privater Rentenversicherungen von ca. 30€ Rente je 10.000€ Kapital ausgehen.

Beispiel: Du erbst ein Haus, dass du später verkaufen willst. Du rechnest mit einem Erlös von 200.000€. Das ergibt eine Rente von ca. 600€ im Monat.

Können Kapitalzahlungen auch Teil meiner Rente sein?

Welche Rolle spielt die Inflation bei der Berechnung meiner Altersvorsorge?

Bei der Frage, wie viel Rente du bekommst, bzw. wie viel zusätzliche Versorgung du benötigst, solltest du die Inflation berücksichtigen. Inflation bedeutet Kaufkraftverlust. Das bedeutet, dass 1.000€ heute in 30 oder 40 Jahren deutlich weniger wert sind. Im Folgenden zeigen wir, was bei einer Inflation von z.B. 2% mit 1.000€ nach 30 Jahren passiert.

In den letzten Jahren lag die Inflation unter 2%. Damit rechnen auch wir.

Anderseits kannst du dich auch fragen, wie viel Rente benötige ich in X Jahren, um auf meine 1.000€ zu kommen?

Auch solltest du mit unterschiedlichen Varianten rechnen, um zu schauen, wie sich dein Vorsorgebedarf verändert. Eine „richtige“ oder „falsche“ Inflationsrate gibt es nicht. Du kannst dich einzig an den vergangenen Werten orientieren.

Ob sie jedoch so eintritt, vermag niemand zu sagen.

Noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Wir sprechen beim Thema Altersvorsorge in der Regel über Zeiträume von 20, 30 oder 40 Jahren. Bei diesen langen Zeiträumen hat jede Änderung des Steuerrechts oder der Sozialabgaben enorme Auswirkungen. Entsprechend große Unschärfen gibt es bei solchen Prognosen. Es kommt also nicht auf die letzte Stelle hinterm Komma oder das letzte Zehntelprozent bei den Sozialabgaben an, sondern ein Gefühl für die Größenordnungen zu bekommen.

Änderung des Steuerrechts oder der Sozialabgaben haben enorme Auswirkungen

Wir helfen dir dabei deinen Status quo in der Altersvorsorge zu berechnen. Hier kannst du dazu einfach online einen Termin bei uns buchen.

Was du zum Thema Risiko bei der Altersvorsorge wissen solltest

In diesem Abschnitt beschäftigen wir uns mit dem Thema Risiko in der Altersvorsorge und wie du die geeigneten Produkte findest.

In drei Schritten den eigenen Risikoappetit ermitteln

Wenn du weißt, wie hoch deine Rentenlücke vermutlich sein wird, hast du danach die Qual der Wahl der möglichen Lösungen. Bevor es an die Auswahl geht, solltest du dir über deine sog. Risikotragfähigkeit bewusst werden. Das kannst du auch mit Appetit übersetzen. Da „Risiko“ ein abstrakter Begriff ist, hilft es, sich dem Thema Schritt für Schritt zu nähern.

Die Prüfung der Risikotragfähigkeit besteht aus drei Teilen:
1) Prüfung von Kenntnissen und Erfahrungen: Wissen
2) subjektive Risikobereitschaft: Wollen
3) finanzielle Risikotragfähigkeit: Können

Das Prüfschema stammt grds. aus der Kapitalanlageberatung. Dort ist sie seit Jahren vorgeschrieben, um geeignete Produkte für den Anleger auszuwählen. Mittlerweile ist sie auch in der Altersvorsorgeberatung Pflicht.

Prüfung von Kenntnissen und Erfahrungen

Im ersten Schritt geht es um deine persönlichen Kenntnisse und Erfahrungen. Also: Was weißt du über Anlageprodukte? Wie funktioniert ein Sparbuch? Was sind Optionsscheine? Warum schwanken Aktien? Generell solltest du ja nur in Produkte investieren, die du verstehst.

Drum prüfe, wer sich (ewig) bindet

Dein Berater muss zunächst also abfragen, welche Kenntnisse und Erfahrungen du zu den einzelnen allgemein Produkten hast. Daneben sind deine Anlageerfahrungen wichtig. Also hast du bereits mit solchen Produkten gehandelt bzw. in sie investiert und wenn ja, seit wann? Außerdem ist die Investitionssumme relevant. Abschließend stellt sich noch die Frage, ob du dir vorstellen kannst, zukünftig darin zu investieren. Willst du in ein Produkt investieren, das du nicht kennst und mit dem du bis dato keinerlei Erfahrungen gesammelt hast, hat dein Berater zwei Möglichkeiten: Entweder er muss dir davon abraten oder aber dir die notwendigen Kenntnisse verständlich vermitteln.

Exkurs Wertpapier: Grundsätzlich ist ein Wertpapier lediglich eine Urkunde, die ein Eigentums- oder Zahlungsrecht verbrieft. Wertpapiere kann man nach unterschiedlichen Aspekten sortieren. Daneben relevant sind die Anlageklassen oder sog. Assets: Anleihen, Aktien, Versicherungen, Immobilien, Rohstoffe, Optionen/Futures, Derivate etc.

Subjektive Risikobereitschaft

Die subjektive Risikobereitschaft ist das „Wollen“. Hier geht es um deine persönliche Anlegermentalität. Um diese zu ermitteln, gibt es verschiedene Methoden. Eine vielfach verwendete Maßzahl ist die sog. Standardabweichung. Diese besagt, um wie viel der Wert der Anlage um ihren Mittelwert schwankt. Dabei gilt allgemein: Je höher die Standardabweichung (Schwankung), desto riskanter die Anlage.

Diese Maßzahl hat aber einige Schwächen: Erstens werden „Schwarze Schwäne“, also seltene, aber gravierende Ereignisse nicht berücksichtigt. Das wurde beispielsweise offenen Immobilienfonds im Zuge der Finanzkrise zum Verhängnis. Diese wiesen bis dato eine extrem geringe Standardabweichung auf. Daher sagte man allgemein: Die sind sicher (weil sie wenig schwanken). Die geringe Schwankung verdeckte aber das wahre Risiko. Das realisierte sich, als panisch viele Investoren ihre Gelder abzogen und die Fonds plötzlich Liquiditätsprobleme bekamen und massiv abwerteten.

Zweitens funktioniert die Maßzahl nur bei Anlagen, die einen regelmäßigen Kurs oder Wert ausweisen. Beim DAX erkenne ich jeden Tag, wie es rauf und runter geht. Immobilien schwanken zwar ebenso in ihrem Wert, allerdings sehe ich das dort nur, wenn ich die Immobilie verkaufe. Dadurch entsteht die Illusion von Wertstabilität.

Wie viel Risiko verträgst du?

Sinnvoller erscheinen uns der „historische maximale Verlust“, der Anteil negativer Jahresrenditen und die maximale Nullrenditeperiode. Durch den historischen maximalen Verlust werden die „Schwarzen Schwäne“ sichtbar. Nehmen wir das Beispiel von Gold als vermeintlich „sichere“ Anlageklasse. Der maximale Verlust innerhalb eines Jahres betrug -76% (1999). In 4 von 10 Jahren, für die Daten vorliegen, gab es einen Verlust. Die maximale Zeit, in der eine Investition in Gold keine Rendite brachte, betrug 29 Jahre. Das heißt, erst im 30. Jahr brachte es dem Goldinvestor eine Rendite. (Kommer, Langfristig anlegen auf wissenschaftlicher Basis, Seite 181)

Des Weiteren sinkt die Standardabweichung (Schwankung), je länger der betrachtete Zeitraum ist. Somit werden die Risiken gerade beim Thema Altersvorsorge, die ja extrem lange Zeiträume abdeckt, „optisch“ verkleinert. Der maximale Draw Down dagegen wird größer, je länger der betrachtete Zeitraum ist. Er klärt also deutlich besser über die Risiken auf, die dem Anleger schlaflose Nächte bereiten könnten.

Welche Risiken gibt es?

Den meisten Anleger ist „Sicherheit“ bei der Altersvorsorge am wichtigsten. Anders gesagt: Man will möglichst wenig Risiko. Viele haben Angst, dass das sauerverdiente Geld „plötzlich“ weg ist. Und da Aktien besonders schwanken (hohe Standardabweichung), haben viele Angst davor, ihr Geld in Aktien zu investieren. Aber was ist überhaupt Risiko und welche Risiken gibt es?

Schwankungsrisiko

Die oben erwähnte Standardabweichung. Beim DAX beispielsweise sehen wir jeden Tag, wie es rauf und runter geht. Einzelaktien schwanken noch deutlicher. Das liegt daran, dass es sich um einen liquiden Markt handelt und der Preis im Sekundentakt ermittelt sowie veröffentlicht wird. Immobilien schwanken übrigens ebenso. Blöd nur, dass keiner den Preis jeden Tag ermittelt. Daher glauben die meisten, dass Immobilien eine sichere Anlage seien. In der Regel manifestiert sich der Wert einer Immobilie nur beim Verkauf. Dann gibt es manchmal das böse Erwachen.

Inflationsrisiko

Die Inflation ist ein mieses Stück. Denn wir bemerken den schleichenden Kaufkraftverlust nicht. Wir gewöhnen uns schleichend daran. Erst wenn wir lange Zeiträume betrachten, merken wir den enormen Einfluss. 2% Inflation klingen harmlos. Wer 1988 1.000€ (damals natürlich DM) auf dem Girokonto zu 0% Zinsen geparkt hat, bekommt heute dafür nur noch Waren im Wert von 575€, also etwa die Hälfte. Die Hälfte des Vermögens hat sich also in Luft aufgelöst. Ja, das Bankkonto (oder Sparbuch) ist sicher, wenn es darum geht, den Wert nominal zu bewahren. Es ist morgen nicht plötzlich „weg“, wie bei Aktienanlagen. Allerdings ist es unsicher, wenn du die Inflation berücksichtigst. Dann ist nur sicher, dass du die Hälfte deines Vermögens einbüßt.

Emittentenrisiko

Das Risiko, dass der Emittent (Herausgeber) eines Wertpapiers pleitegeht und dein Geld futsch ist. Das ist bei den Zertifikaten von Lehman Brothers passiert. Über Nacht haben sie sich in Luft aufgelöst bzw. die Anleger konnten sie nicht mehr einlösen und auszahlen lassen. Bei direkten Aktienanlegen oder Fondsinvestitionen gibt es kein Emittentenrisiko, da die Aktien (Anteile) Sondervermögen und von der Fondsgesellschaft sind. Geht sie Pleite, hast du dennoch die Aktien, die drin waren.

Liquidationsrisiko

Das bedeutet: Wie schnell kannst du deine Anlage „zu Geld machen“? Das Geld auf dem Tagesgeldkonto kannst du auf dein Girokonto überweisen und am nächsten Tag damit beim Bäcker bezahlen. Aktien kannst du sekundengenau verkaufen. Eine Versicherung kannst du kündigen und innerhalb weniger Tage oder Wochen ist das Geld auf dem Konto. Wie schnell kannst du aber dein Haus verkaufen? Wie praktisch ist es, mit einem Goldbarren im Rewe zu zahlen?

Diebstahlrisiko

„Sachwerte“ wie Gold, Edelsteine, Oldtimer, Kunst etc., die als sicher und wertstabil gelten (was wir ja oben bereits entzaubert haben), haben noch ein ganz anderes Problem: Sie können gestohlen werden. Dann beträgt der Verlust 100%. Entweder versicherst du dich dagegen (das kostet Geld) oder du schließt sie im Safe ein (das kostet auch Geld).

Sachrisiko

Neben dem Diebstahl von Dingen, können sie auch verbrennen oder anderweitig zerstört werden. Dann manifestieren sich die Sachrisiken. Das leuchtet beispielsweise bei Autos oder einem Haus ein. Auch hier gegen kannst bzw. solltest du dich versichern. Das wiederum kostet jedoch Geld und mindert damit die Rendite.

Blöd, wenn der Odltimer als Altersvorsorge kaputt geht

Eigentumsrisiko

Ein Haus nennt man auch Betongold, da es vor allem in dramatischen Krisen Schutz und Sicherheit verspricht. Doch gerade Gold und Häuser lassen sich in schweren Krisen einfach und schnell enteignen. Das kam in der Vergangenheit mehrfach vor. Wer also glaubt, dass die Weltordnung demnächst zusammenbricht und deswegen Gold oder Grundstücke kauft, begeht einen fatalen Fehler.

Wichtig ist vor allem die Aufklärung durch deinen Berater über die einzelnen Risiken. Der Berater soll insbesondere offenkundige Unstimmigkeiten aufklären und beseitigen. Wenn du zum Beispiel sagst: „Ich möchte absolut sichere Anlagen, aber rechne mit 8% Rendite.“, muss der Berater eingreifen. Skeptisch solltest du bei allem werden, was dir hundertprozentige Sicherheit verspricht. Denn letztlich ist Sicherheit nur eine Fiktion.

Am Ende solltest du auch die emotionalen Aspekte nicht vergessen: Du sollst ruhig schlafen können. Was einem den Schlaf raubt, ist bei jedem anders.

Ein schlechter Schlaf verkürzt das Leben

Finanzielle Risikotragfähigkeit

Die finanzielle Risikotragfähigkeit beschreibt das objektive „Können“ des Anlegers.

Einnahmen – Ausgaben

Wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge sind die Einnahmen und Ausgaben. Klar ist, dass du nur etwas fürs Alter zur Seite legen kannst, wenn du weniger ausgibst, als du einnimmst. Geld zu sparen und zu investieren bedeutet am Ende immer einen Konsumverzicht im Jetzt zugunsten der Zukunft. Dabei musst du die Sicherheit deiner Einnahmen (bzw. deines Humankapitals) berücksichtigen. Dafür betrachtest du den sog. Barwert deines Einkommens. Der Barwert beschreibt, wie viel wert zukünftige Zahlungen (deine Einnahmen) heute sind. Dazu zinst du deine Einkünfte ab. Je „unsicherer“ deine Einkünfte sind, desto höher ist der Abzinsungsfaktor und desto geringer ist der Barwert (dein Humankapital). Bist du verbeamtet, hast du einen „sicheren“ Job und kannst beispielsweise mit 3% pro Jahr rechnen. Als Solo-Selbstständiger ist dein Einkommen unsicherer und der Zins kann schon mal 9% betragen.

Beispiel 1: 30 Jahre, verbeamtet, Nettoeinkommen: 2.900€ pro Monat, Steigerungsrate: 2% pro Jahr, Renteneintritt: 67 Jahre

Barwert/Humankapital: 1.071.595€

Beispiel 2: 30 Jahre, selbstständig, Nettoeinkommen: 3.500€, Steigerungsrate: 3% pro Jahr, Renteneintritt: 67 Jahre

Barwert/Humankapital: 643.765€

Der Selbstständige müsste sein Einkommen jedes Jahr um knapp 7% erhöhen, um auf das gleiche Humankapital zu kommen.

Neben dem Berufsstatus spielt die Einkommensabsicherung eine Rolle.

Durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder Ähnliches sicherst du dein Einkommen und damit dein Vermögen ab. Dadurch sinkt der Abzinsungsfaktor und dein Humankapital wächst. Aus diesem Grund ist eine vernünftige und angemessene Absicherung bereits Teil deiner Altersvorsorge.

Arm ab? Arm dran!

Letztlich müssen deine Wünsche zu deinen Möglichkeiten passen. Hierbei sollte dir dein Berater helfen. Im Zweifel musst du deinen derzeitigen Konsum (Ausgaben) reduzieren, um ausreichend Geld in deine Altersvorsorge bzw. Vermögensaufbau und damit deinen zukünftigen Konsum investieren zu können.

Vermögen – Verbindlichkeiten

Zum Schluss geht es noch um deine Vermögensbilanz. Also: Wie hoch ist dein Nettovermögen? Dafür ziehst du von dem, was du auf der hohen Kante hast, deine Schulden ab. Grundsätzlich empfehlen wir jedoch, erst mit der Altersvorsorge zu beginnen, wenn du keine Schulden mehr hast.

Unsere Haushaltsübersicht hilft dir bei der Erstellung.

Ende gut, alles gut

Gern unterstützen wir dich bei der Ermittlung deines Risikoappetits und der Auswahl geeigneter Produkte für deine Altersvorsorge! Vereinbare einfach online einen ersten Termin mit uns.

Wann lohnt sich eine Rentenversicherung?

Immer wenn es um Altersvorsorge geht, kommt sofort die Rentenversicherung ins Spiel. Doch ist die wirklich so sinnvoll? Warum überhaupt etwas versichern? Wie steht’s mit der Rendite? Diesen Fragen widmen wir uns hier.

Der Sinn einer Rentenversicherung besteht in der Absicherung eines Risikos. So wie eine Hausrat das Risiko von Verlust durch einen Brand absichert, schützt die Rentenversicherung vorm „zu alt werden“.

Was wird eigentlich bei einer Rentenversicherung versichert?

Im Schnitt wird eine heute 40-Jähriger 90 Jahre alt. Durchschnittliche Lebenserwartung heißt nichts anderes, als das etwa 50% vor diesem Zeitpunkt versterben und etwa 50% später. Hier handelt es sich nahzu um eine Normalverteilung. Da du im Vorfeld nicht weißt, zu welcher Hälfte du gehörst, besteht das schöne Risiko älter zu werden als „geplant“. Dabei gibt es eine recht genaue Normalverteilung. Das heißt, dass sehr viele um den 90. Geburtstag versterben. Je weiter davor oder danach, desto weniger ereilt dieses Schicksal. Nur sehr wenige werden nur sehr jung aber auch nur wenige werden sehr alt. Genau dieses Risiko lässt sich anhand von Statistiken berechnen. Deswegen lässt es sich auch versichern.

Die Idee einer Rentenversicherung beruht auf dem Versicherungsprinzip.

Es zahlen also alle einen moderaten Beitrag in einen Topf ein und finanzieren damit die Leistungsfälle bzw. Schäden einiger weniger. Einfach nachzuvollziehen ist das bei offensichtlichen Schäden wie einem Hausbrand. Alle zahlen in die Feuerversicherung ein, aber nur sehr wenige Häuser brennen tatsächlich ab. Den Einzelnen würde der Schaden überfordern. Weil die Last auf viele Schultern verteilt wird, ist sie erträglich.

das Versicherungsprinzip

Bei einer Rentenversicherung ist der „Schaden“ leider oder zum Glück nicht so offensichtlich. Berechtigterweise freuen wir uns, wenn jemand 100 wird. Allerdings ist er oder sie damit deutlich älter und so gesehen ein Leistungsfall, weil er viel mehr Geld erhält, als er eingezahlt hat.

Viele Verbraucherschützer monieren, dass man bei vielen Rentenversicherungen 90 Jahre und älter werden muss, um „seine“ eingezahlten Beiträge zurückzuerhalten. Sie lohnten sich also nicht. Demnach würde sich eine Feuerversicherung nur lohnen, wenn ich meine Beiträge durch einen Leistungsfall auch wiederbekomme. Dem würden wohl die wenigsten zustimmen. Eine Versicherung lohnt sich dann, wenn sie eintritt, sobald man sie braucht. Ob ich sie brauche, weiß ich vorher nicht.

Was ist mit der Rendite?

Leider hat auch die Versicherungswirtschaft selbst jahrzehntelang genau dieses Argument der Rendite ins Feld geführt, um ihre Policen zu verkaufen. Da wurde mit abenteuerlichen Hoch und Runterrechnungen hantiert. Der eigentliche Zweck, die Sicherung des Lebensstandards über die durchschnittliche Lebenserwartung hinaus, wurde kaum gebracht. So manövrierte sich die Rentenversicherung in den Vergleich mit Kapitalanlagen, den sie nur verlieren konnte. Eine Rentenversicherung ist genauso wenig eine Kapitalanlage wie eine Feuerversicherung.

Das Geld arbeiten lassen.
Rendite wurde früher oft als Totschlagargument gebracht

Überspitzt gesagt, ist die Rendite irrelevant. Ganz anders bei Kapitalanlagen, da spielt die Rendite eine sehr große Rolle. Leider wird eben oft der Begriff der Kapitalanlage und der Altersvorsorge zusammengewürfelt. Dadurch entstehen gravierende Probleme. Das möchte ich an einem Beispiel deutlich machen.

Wer in jungen Jahren seine Altersvorsorge nach Renditegesichtspunkten ausrichtet, muss auf Aktien und ähnliche Vermögenswerte setzen. Unterm Strich wird er oder sie mehr Kapital zu Beginn des Ruhestands haben als jemand, der auf Versicherungen setzte. Ab dann muss das Kapital verzehrt werden, um z.B. die Miete zu bezahlen. Den Überblick zu behalten, mag mit 40 und 60 noch ohne größere Probleme gehen. Aber wie sieht das mit 80, 90 oder 100 Jahren aus? Werden sich dann die beruflich stark eingespannten Kinder darum kümmern? Oder eher ein Vermögensverwalter oder Betreuer? In jedem Fall erwachsen daraus zahlreiche Probleme. Die Versicherung macht es einfach: Du bekommst jeden Monat deine feste Rente ausgezahlt und kannst damit deine laufenden Kosten bezahlen.

Und wenn ich zwischendurch ans Geld muss?

Der Aspekt der Liquidität oder Verfügbarkeit des Kapitals ist ebenso zu vernachlässigen. Im Gegenteil: eine hohe Verfügbarkeit widerspricht dem eigentlichen Zweck. „Je weiter weg“ das Geld für den Einzelnen ist, desto besser ist es für das Kollektiv. Wenn die Sparer ständig auf das Geldzugreifen könnten, um sich z.B. den Urlaub zu leisten, könnte die Versicherung nicht kalkulieren. Je weniger Zugriff, desto weniger Schwankung, desto einfacher die Berechnung. Deswegen kann auch keiner hergehen und zur Gesetzlichen Rentenversicherung sagen, ich hätte jetzt gern 3.000€ meiner Beiträge ausgezahlt. Der Zweck der Versicherung ist der Zugriff ab dem Ruhestand und zwar in kleinen Dosen.

In einer Rentenversicherung ist das Geld erst einmal “weg”. Und das ist auch gut so!

Für die Deutschen ist Sicherheit bei der Kapitalanlage oberste Prämisse. Komisch nur, dass sie sich bei der Altersvorsorge anders verhalten. Da schielen alle danach, ab wann man die eingezahlten Beiträge zurückerhält. Dabei gibt die Rentenversicherung genau das: Ruhe und Sicherheit.

Worauf lege ich Wert?

Wenn du dir also um das Thema Altersvorsorge Gedanken machst, solltest du entscheiden, was dir wichtiger ist: Eine möglichst hohe Leistung bis zum statistischen Todeszeitpunkt oder eine möglichst sichere Versorgung auch darüber hinaus egal wie alt du wirst.

Wirklich sinnvoll ist eine Rentenversicherung aufgrund der Kosten gerade zu Beginn nur, wenn du einigermaßen sicher gehen kannst, dass du sie von Anfang bis Ende durchhältst. Das ist aber gerade nicht so früh wie möglich, wie viele suggerieren. Denn es gibt viele Ereignisse, bei denen du Geld brauchst: Familiengründung, Hausbau, Firmengründung, Auslandsjahr, Sabbatical usw. Die Kosten für einen falsch abgeschlossenen Vertrag sind höher, als der viel gepriesene Zinseszinseffekt. Es ist besser, 30 Jahre dauerhaft einzuzahlen, als 47 Jahre mit ständigen Unterbrechungen und Kündigungen.

Du träumst vom eigenen Haus? Dann lieber keine Rentenversicherung!

Eine Rentenversicherung lohnt sich unserer Meinung dann, wenn deine Grundversorgung im Alter noch nicht ausreicht und es wahrscheinlich ist, dass du die Beitragszahlung durchhältst. Das ist vor dem 30. Geburtstag selten der Fall. Wer sie eher abschließt, läuft Gefahr, sie zwischendurch mit Verlust zu pausieren oder zu kündigen. Sind diese Voraussetzungen jedoch erfüllt, ist eine (private) Rentenversicherung trotz aller Unkenrufe noch immer eine gute und lohnende Vorsorge.

Wir unterstützen dich gern dabei, die richtige Strategie zur Altersvorsorge zu entwickeln. Hier kannst du einen Kennenlerntermin bei uns vereinbaren.

Wie du mit einer Altersvorsorge Geld verbrennst

Ist eine fondsgebundene Rentenversicherung für die Altersvorsorge geeignet? Wir haben mal nachgerechnet und sind zu erschreckenden Ergebnissen gekommen.

Private Altersvorsorge

Im Einkauf liegt der Gewinn, weiß der gute Kaufmann. Das gilt überall. Auch und vor allem beim Abschluss von Versicherungen und Anlegen von Geld. Herr Resch hat in einem Gastbeitrag bereits erläutert, wie sinnvoll der Einsatz von passiven Fonds beim Anlegen von Geld ist. In diesem Beitrag bringen wir ein wenig Licht ins Dunkel bei den Kosten von Versicherungen oder genauer bei der Altersvorsorge.

Die private Altersvorsorge wird immer wichtiger…sagen alle

Seit Jahren predigen Politiker und Branchenvertreter, dass die private Altersvorsorge immer wichtiger wird und dass die private Rentenversicherung als Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung unverzichtbar ist. Schließlich ist die Privatwirtschaft ja auch viel effizienter, also günstiger als das bürokratische Monster Gesetzliche Rentenversicherung. Aber ist das wirklich so?

Fondsgebundene Rentenversicherung als Wundermittel der Altersvorsorge

Als besonders sinnvoll wurde jahrelang die fondsgebundene Rentenversicherung erachtet. Die (unbestreitbare) Sicherheit der privaten Rentenversicherung mit ihren jahrzehntelangen Garantien in Verbindung mit den großartigen Renditechancen der Börsen.

Wer so ein Produkt abgeschlossen hatte, dachte sich: Jawohl, richtige Entscheidung! Schließlich hat der Vermittler ja auch gezeigt, wie viel Geld da über den Zinseszins und die tolle Anlagestrategie (Best golden absolut return premium) im Laufe der Zeit zusammenkommt. Achja, und Steuern sparen kann man dabei auch!

Die Ernüchterung folgte schleichend. Die jährliche „Wert“-Mitteilung wurde zum jährlichen Auslöser einer mittelschweren Depression. Die prognostizierten Werte haben mit der Realität offenbar nichts zu tun. Um Begründungen oder besser Ausreden(?) waren die Verkäufer nicht verlegen: schlechte Börsenzeiten, Kosten, Schlussüberschüsse, Sie müssen das langfristig betrachten usw.

Seit einigen Jahren sind die Versicherungen verpflichtet, ihre Kosten „offenzulegen“. Damit soll es dem Verbraucher ermöglicht werden, die Angebote vergleichen zu können. Genau so gut könnt ihr an den Weihnachtsmann glauben.

Die jährlichen Wertmitteilungen versteht kein Mensch

Die grusligen Wertmitteilungen haben relativ wenig mit schlechten Börsenzeiten als vielmehr mit der Kreativität im Ausweis der Kosten der Versicherungen zu tun.

Warum?

Versicherungskosten einer fondsgebundene Rentenversicherung

Die Kosten für eine fondsgebundene Rentenversicherung bestehen aus zwei Komponenten: die Versicherungs- und die Fonds- bzw. Kapitalanlagekosten. Die Versicherungskosten sind einerseits die Abschlusskosten (Provisionen und die Kosten im Zusammenhang mit dem Abschluss) und andererseits die Verwaltungskosten.

Die gesamten Abschlusskosten liegen bei bis zu 25% der gesamten Beitragssumme, diese werden aber nicht in den vielen Angebotsblättern aufgezeigt. Dagegen wirken die etwa 4,5% für den Vermittler mickrig. Hinzu kommen die jährlichen Verwaltungskosten. Diese können auch schon mal bis zu 20% des laufenden Beitrags ausmachen.

Diese Zahlen können noch mit etwas Aufwand ausfindig gemacht werden. Richtig spannend (und teuer) wird’s bei den Kapitalanlagekosten.

Kapitalanlagekosten einer fondsgebundene Rentenversicherung

Eigentlich ist die Sache auch hier ganz einfach. Es gibt einen einheitlichen Standard, der die Kosten aufzeigen soll.

Die sogenannte Total Expense Ratio (TER). Das ist eine Prozentangabe, wie viel sich die Kapitalanlagegesellschaft (KAG) jährlich vom Guthaben einverleibt. Diese liegt bei Aktienfonds im Schnitt bei 1,6% pro Jahr. Allerdings verschweigt die TER drei Positionen: den Ausgabeaufschlag (die Provision), die Transaktionskosten (beim Umschichten) und die Performance-Gebühr (für besonders gute Leistungen des Fondsmanagers).

Der Ausgabeaufschlag liegt bei ca. 5% der Beitragssumme.

Die Transaktionskosten sind höchst unterschiedlich. Je häufiger umgeschichtet wird, desto teurer wird’s. Mit ca. 1,5% sollte man kalkulieren. Die Performance-Gebühren sind eigentlich ein Witz.

Diese funktionieren so: Wenn der Manager eine überdurchschnittliche Leistungen abliefert, verbleibt ein Teil dieser „Leistung“ als Gebühr bei der Fondsgesellschaft. Umgekehrt: Wenn der Manager Mist baut und der Fonds unterdurchschnittlich läuft, passiert nichts. Diese Gebühren sind insgesamt nicht seriös einzuschätzen.
Die Prozentzahlen klingen erstmal wenig. Doch die Krux ist, dass diese „paar“ Prozente jedes Jahr vom gesamten Vermögen abgezogen werden!

Egal ob der Fonds Gewinn oder Verlust macht.

Um das greifbarer zu machen, haben wir ein Beispiel.

Das Geld arbeiten lassen.
Klaus sitzt beim Versicherungsonkel um seine private Altersvorsorge anzugehen

Klaus möchte 150€ pro Monat für seine Rente anlegen. Bis zur Rente hat er noch 38 Jahre Zeit. Auf anraten seines Versicherungsonkels schließt er eine fondsgebundene Rentenversicherung bei einem alten deutschen Versicherer ab, der das Geld in einen großen französischen Aktienfonds anlegt. Aus dem Produktinformationsblatt (PIB) lassen sich die Versicherungskosten näherungsweise ermitteln. Was das PIB definitiv verschweigt, sind die Fondskosten. Doch diese lassen sich über das Factsheet (Informationsblatt) näherungsweise herausfinden. Als Rendite des Fonds nehmen wir einfach die durchschnittliche Rendite des DAX der vergangenen 35 Jahre: 8%.

Um aufzuzeigen, wie sinnlos so eine fondsgebundene Rentenversicherung eigentlich ist, spielen wir zwei Varianten durch: eine ohne Kosten (was in der Realität nicht funktioniert, denn alles hat einen Preis) und eine mit (näherungsweise) allen Kosten.

Die lächerlichen „paar“ Prozente machen also bei diesem Beispiel über 217.000€ aus. 217.000€, die in die Tasche der Versicherung, der Kapitalanlagegesellschaft und des Vermittlers wandern. Und wie verteilt sich das jetzt? Die Versicherung bekommt etwa 6.500€, davon erhält der Vermittler 2.700€. Großer Gewinner in dem Spiel ist die Fondsgesellschaft, die im Laufe der Zeit 208.000€ einstreicht. Nach Kosten ergibt sich somit eine Rendite von etwa über 2%. Davon gehen dann noch mal Steuern ab. Das zeigt, dass man nicht versuchen sollte Steuern zu „sparen“, sondern Kosten! Wenn wir bei diesem Trauerspiel noch den Kaufkraftverlust berücksichtigen, hat Klaus im Endeffekt sein Geld verbrannt.

Nett, oder? Und wer ist der Verlierer in dem Spiel? Unser lieber Klaus, der den Worten unserer Politiker und „Experten“ Taten folgen ließ und seine Altersvorsorge in die (falsche) Hand nahm.

Und was nun? Weinen? Schimpfen? Alles Geld verjubeln? Nein! Es gibt Alternativen. Diese werden wir in einem anderen Beitrag zeigen.

ps: Die Gesetzliche Rentenversicherung hat übrigens einen Kostensatz von 1,4%.

Warum die Gesetzliche Rente besser als ihr Ruf ist

Die Gesetzliche Rente hat immer noch einen schlechten Ruf. Hier erklären wir, wie sie funktioniert, wie du in Windeseile deine Rente ausrechnen kannst und warum sie unter Umständen sogar besser als die privaten Alternativen ist.

Welche Leistungen gibt es?

Es gibt zwei verschiedene Leistungen: Rente und Rehabilitation. Die Gesetzliche Rente übernimmt alle Kosten der Reha nach Unfällen oder Erkrankungen. Wer also nach einer überstandenen Krebserkrankung eine Reha machen möchte, muss sich an die Deutsche Rentenversicherung wenden.

Die Gesetzliche Rentenversicherung finanziert dir auch deine Reha

Die zweite Leistung ist wesentlich bekannter: Renten. Davon gibt es wiederum drei Arten: wegen Alters, wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und wegen Todes. Als Pflichtversicherter hast du grundsätzlich Anspruch auf alle drei Renten. Wenn du freiwillig versichert bist, erhältst du dagegen keine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit.

Damit du die Renten erhältst, musst du die sogenannte Wartezeit erfüllen. Das heißt, du musst mindestens fünf Jahre versichert sein, bevor du irgendeine Rente bekommst. Wartezeiten sind sowohl Monate, in denen du Beiträge gezahlt hast, als auch sog. Ersatzzeiten in den du kranken- oder Arbeitslosengeld erhalten hast.

Was ist die Renteninformation?

Die Renteninformation ist deine Wertmitteilung, die du jährlich erhältst. Du bekommst sie automatisch zugeschickt, wenn du 27 bist und mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt hast. Ab 55 bekommst du alle drei Jahre eine ausführliche Rentenauskunft. Allerdings kannst du sie jedoch auch jederzeit kostenfrei hier bestellen.

Wie hoch ist deine Gesetzliche Rente?

Für die meisten ist die Höhe der eigenen Renten und wie man sie ermittelt ein Mysterium. Zum Glück gibt es eine denkbar einfache Faustformel. Dazu kommen wir gleich. Zunächst die vollständige Formel. Sie gilt für alle drei Renten (Rente wegen Alters, Todes, verminderter Erwerbsfähigkeit).

Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor x Rentenwert = Monatsrente

Die Entgeltpunkte entsprechen deinen bislang eingezahlten Beiträgen. Anders als bei privaten Versicherungen sammelst du aber nicht Euros an, sondern diese Punkte. Die Punkte stellen ein Verhältnis dar. Du bekommst genau einen Entgeltpunkt, wenn du so viel verdienst (und Beiträge zahlst) wie der Durchschnittsverdiener in Deutschland. Dieser Wert wird jedes Jahr neu ermittelt, da sich das durchschnittliche Einkommen jedes Jahr ändert und in der Regel steigt. verdienst du weniger als der Schnitt, zahlst du entsprechend weniger ein und du bekommst z.B. nur 0,72 Entgeltpunkte.

2017 musst du 37 103€ für einen Entgeltpunkt verdienen. Das entspricht einem Beitrag von knapp 6.700€ im Jahr. Wenn dein Bruttoeinkommen 50.000€ beträgt, bekommst du 1,3476 Punkte. Allerdings gibt es eine Grenze nach oben: die Beitragsbemessungsgrenze. Verdienst du oberhalb von 5.700€ brutto (Ost) bzw. 6.350€ brutto (West) monatlich, zahlst du keine weiteren Beiträge mehr ein. Maximal kannst du also pro Jahr etwa 2,05 Entgeltpunkte sammeln. Verdienst du 40 Jahre lang immer genau wie der Durchschnitt, hast du also 40 Punkte auf deinem Konto.

Wichtig: Wer im Osten wohnt und arbeitet, dessen Verdienst wird mit einem Umrechnungsfaktor erhöht. Damit sollen die niedrigeren DDR- und Ostverdienste aufgewertet werden.

Betriebliche Altersversorgung
Arbeitnehmer und -geber zahlen gemeinsam ein, das nennt man paritätische Finanzierung

Der Zugangsfaktor drückt aus, wann du deine Rente in Anspruch nimmst. Wenn du früher als gesetzlich vorgesehen in Rente gehst, erhältst du einen Abschlag. Wenn du jedoch später (als 67) in Rente gehst, bekommst du einen Zuschlag. Gehst du genau „richtig“ in Rente, beträgt der Zugangsfaktor 1,0. Gehst du einen Monat früher in Rente, beträgt der Wert noch 0,997. Jeder Monat eher reduziert deine Rente also um 0,3% pro Monat. Ein Jahr “kostet” also 3,6%. Dieser Abschlag bleibt für immer bestehen! Maximal reduziert sich deine Rente um 18%, wenn du fünf Jahre zu früh in Rente gehst. Wenn du einen Monat später in Rente gehst, kriegst du einen Zuschlag von 0,5% pro Monat. Deine Rente kannst du maximal um 30% erhöhen, wenn du fünf Jahre wartest. Bei Renten wegen Todes oder verminderter Erwerbsfähigkeit gibt es Sonderregeln.

Der Rentenartfaktor bestimmt sich – völlig überraschend – nach der Art der beantragten Rente.

Der letzte Faktor ist der Rentenwert. Dieser wird ebenfalls jährlich neu festgesetzt und sagt aus, wie viel Wert ein Entgeltpunkt ist. Dieser Faktor ist Gegenstand zahlreicher Debatten und Reformen. X verschiedene Dämpfungs- und Nachhaltigkeitsfaktoren lassen einen kaum mehr nachvollziehen, wie genau er zustande kommt. Jedenfalls beträgt er 2017 30,45€ für Westdeutschland und 28,66€ für Ostdeutschland. Das bedeutet, wenn du 40 Jahre lang exakt wie der Durchschnitt verdient hast und genau mit 67 Jahren in Rente gehst, bekommst du 1.146€ im Osten und 1.218€ im Westen Bruttorente pro Monat. Was es mit der Bruttorente auf sich hat, kommt weiter unten. Nun noch zur Faustformel: Die allereinfachste ist: 40% deines Bruttoeinkommens. So hoch dürfte in etwa deine Rente ausfallen.

Eine weitere Faustformel des Kollegen Markus Rieksmeier geht folgendermaßen:

Bruttoeinkommen (monatlich) / 100 x Beitragsjahre = Bruttorente West (monatlich) (+10% = Bruttorente Ost)

Wenn du ein Jahr lang 1.000€ brutto verdienst, steigt dein Rentenanspruch um 10€ bzw. 11€. Oder anders: für 1.000€ Beitrag (z.B. freiwillig eingezahlt), bekommst du etwa 4,39€ Rente monatlich. Für 1.500€ gesetzliche Rente pro Monat musst du etwa 341.000€ Beiträge zahlen.

Was ist mit Steuern und Sozialabgaben?

Bisher haben wir über Bruttorenten gesprochen. Denn auf die gesetzliche Rente fallen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge an. Der Wert, der in deiner Renteninformation steht, ist also nicht der Betrag, der auf deinem Konto eines fernen Tages landet.

Wenn du gesetzlich krankenversichert bist, möchte als erstes deine Krankenkasse etwas von deiner Rente haben. Dabei zahlst du den halben Beitragssatz von derzeit 7,3%, sowie den eventuell anfallenden Zusatzbeitrag. Die andere Hälfte zahlt die gesetzliche Rentenversicherung in Form der sog. Krankenversicherung der Rentner. Aber Achtung: Den Zuschuss bekommst du nur, wenn du in der zweiten Hälfte deines Erwerbslebens zu mindestens 9/10 in der Gesetzlichen Krankenversicherung oder familienversichert warst. Wenn du privat krankenversichert bist, übernimmt die Rentenversicherung ebenfalls die Hälfte, maximal jedoch den Wert, den sie zu einer gesetzlichen Krankenversicherung zuschießen würde. Das musst du allerdings beantragen.

Danach kommt die Pflegeversicherung. Diesen Beitrag zahlst du vollständig allein. Hier kommen also noch einmal 2,55% hinzu (seit 2017) bzw. 2,8%, wenn du keine Kinder hast.

Insgesamt fließen also etwa 10% deiner Bruttorente an die Krankenkasse und Pflegeversicherung.

Hinzu kommt, dass die Renten zunehmend besteuert werden. Gehst du 2040 oder später in Rente (bist du also 1973 oder später geboren), musst du 100% davon versteuern. Wie viel genau richtet sich natürlich nach deinem persönlichen Steuersatz und den anderen Einkünften, die du dann hast.

Beispiel 1: Klaus, 67, gesetzlich kranken- und rentenversichert, Altersrente brutto: 1.500€
– Beitrag zur Krankenkasse: ca. 120€ (109,50€ übernimmt die Rentenversicherung)
– Beitrag zur Pflegeversicherung: ca. 40€
– Steuern: ca. 103€
= Nettorente: ca. 1.237€

Beispiel 2
Maria, 67, gesetzlich renten- und privat krankenversichert,
Altersrente brutto: 1.500€
– Beitrag zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung: 300€
+ Zuschuss zur Krankenversicherung 109,50€
– Steuern: ca. 97€
= Nettorente: ca. 1.212€

Beispiel 3
Lisa, 67, gesetzlich renten- und privat krankenversichert,
Altersrente brutto: 1.500€
– Beitrag zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung: 600€
+ Zuschuss zur Krankenversicherung 109,50€
– Steuern: ca. 31€
= Nettorente: ca. 978€

Tipps und Tricks

Der erste Tipp lautet: Steuererklärung machen (lassen). Denn die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung kannst du zum Teil steuerlich absetzen. 2017 kannst du bis zu 19.624€ an Beiträgen in der Steuer angeben. Aus diesem Grund lohnt sich die Steuererklärung in der Regel auch für alle Angestellten.

Kontenklärung: Mit deiner ersten Renteninformation erhältst du auch einen ausführlichen Versicherungsverlauf. Dort sind Verdienste und eventuelle Anrechnnungszeiten aufgeführt. Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, dich bei den Sozialversicherungsträgern anzumelden und die Beiträge abzuführen. Aber erstens werden überall, wo Menschen arbeiten, Fehler gemacht und zweitens gibt es auch schwarze Schafe, die es damit nicht so genau nehmen. In jedem Fall ist es dein Nachteil, wenn die Daten nicht stimmen. Aus diesem Grund solltest du dich frühzeitig und regelmäßig um eine Kontenklärung bemühen. Wenn du einmal die Rente beantragst und feststellst, dass 40 Jahre zuvor geschlampt wurde, hast du schlechte Karten, das zu korrigieren. Die deutsche Rentenversicherung berät dich im Übrigen dabei.

Mütterrente: Jedes Kind bringt dir bares Geld. Dem „Staat“ ist die Mutterschaft knappe 90€ Monatsrente wert – pro Kind, das ab 1992 geboren ist! Dafür müsstest du gute 20.000€ Beitrag zahlen. Du bekommst nämlich pro Kind drei Entgeltpunkte gutgeschrieben. Du wirst also so gestellt, als würdest du drei Jahre durchschnittlich verdienen und Beiträge zahlen. Für Kinder, die vor 1992 geboren sind, erhält die Mutter 2 Entgeltpunkte, also etwa 60€ Zusatzrente. Mittlerweile ist es so, dass jedes Kind zur Geburt eine Steuer-ID-Nummer erhält. Darüber werden die Erziehungszeiten automatisch zugordnet. Ein Antrag ist also nicht nötig. Bei Kindern, die vor 1992 geboren sind, kannst du auf Antrag deine Kindererziehungszeiten klären. Auch hier hilft dir im Zweifel die Deutsche Rentenversicherung.

Für jedes Kind gibt’s die Extraportion Rente

Beratung: Bei allen Fragen zur Gesetzlichen Rentenversicherung stehen dir die Berater grundsätzlich kostenfrei zur Seite. Mittlerweile kann man – wie bei uns – sogar online einen Beratungstermin buchen.

Zuzahlungen: Wenn du 50 Jahre oder älter bist, kannst du freiwillig in die gesetzliche Rente zuzahlen. Das funktioniert über einen Umweg: Indem du sagst, du möchtest früher in Rente gehen. Dadurch würde deine Rente für jeden Monat eher etwas geringer ausfallen. Diesen Abschlag kannst durch die Zuzahlungen ausgleichen.

Allerdings musst du dann später nicht eher in Rente gehen, sondern kannst zum regulären Alter in den Ruhestand gehen. Die Zuzahlungen haben deine Rente dann jedoch erhöht. Wie oben gezeigt, kriegst du für je 10.000€ Beitrag ca. 44€ Rente. Lebenslang. Jeden Monat. Das ist aktuell deutlich mehr als bei den privaten Anbietern. Da bekommst du nämlich derzeit nur etwa 30€ Rente. Doch gar nicht so doof, die gesetzliche Rente, oder? Selbstständige können ja ohnehin ihre Beiträge selbst festlegen. Sicherlich, die Rendite der privaten Anbieter war vor einigen Jahren deutlich höher und wir gehen davon aus, dass dies auch irgendwann wieder der Fall ist.

Was uns aber stört, ist ein völlig undifferenziertes Bashing der Gesetzlichen Rentenversicherung. Denn die Fakten sprechen ja eine deutlich andere Sprache.

Aus diesem Grund ist die Gesetzliche Rentenversicherung für alle eine solide Basis der Altersvorsorge.

Allerdings und das ist wichtig zu wissen, ist jeder Euro, den du in die Gesetzliche Rente einzahlst erstmal „weg“. Du kommst nicht mehr an das Geld. Deswegen empfehlen wir mit der Altersvorsorge erst zu beginnen, wenn einige Dinge geklärt sind.

Übrigens: Die Kabarett-Sendung “Die Anstalt” vom ZDF hat sich am 04.04.2017 ebenfalls mit dem Thema beschäftigt. Schau mal rein, es lohnt sich!

Gern unterstützen auch wir dich bei der Planung deines (Un-)Ruhestands! Hier kannst du bequem einen Termin bei uns vereinbaren.

Wir erklären, wie die Basis-Rente funktioniert

Die Basis-Rente oder auch Rürup-Rente wird immer wieder als optimale Möglichkeit der Altersvorsorge genannt. In diesem Abschnitt erklären wir, wie sie funktioniert und ob sie wirklich so geeignet ist.

Altersvorsorge in Deutschland ist nach dem Drei-Schichten-Modell aufgebaut. Die erste Schicht ist die Grundversorgung. Dazu zählen die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) und die Basis-Rente („Rürup“). Die zweite Schicht ist die kapitalgedeckte Zusatzversorgung. Dazu zählen die Betriebs- und die Riester-Rente. Die dritte Schicht ist die kapitalgedeckte Privatversorgung, zu der die Privatrenten zählen.

Basis-Rente als Alternative und Ergänzung zur gesetzlichen Rente

Die Basis-Rente (auch „Rürup-Rente“) ist die kapitalgedeckte Alternative und Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung. Sie richtet sich in erster Linie an Selbstständige und Unternehmer, die nicht freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen möchten. Allerdings kann jeder, der seinen Wohnsitz in Deutschland hat und einkommensteuerpflichtig ist, diese Form der Altersversorgung abschließen.

Es ist möglich, Zusatzbausteine wie Berufsunfähigkeits- oder Hinterbliebenenrente abzuschließen. Die Basis-Rente wird analog zur Gesetzlichen in der Ansparphase steuerlich gefördert. Dafür unterliegen die Renten der Besteuerung.

Förderung der Basis-Rente

Die Basis-Rente basiert auf Freiwilligkeit und Förderung. Damit die Bevölkerung, insbesondere Selbstständige, privat für die Rente vorsorgt, lockt der Staat mit Steuervorteilen. Die Beiträge zur Basis-Rente sind wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung im Rahmen der Steuererklärung abzugsfähig. Dadurch sinkt das zu versteuernde Einkommen und damit die zu zahlende Steuer. Dabei steigt der Teil, der angerechnet werden kann Jahr für Jahr.

Abzugsfähigkeit der Beiträge in der Basis-Rente

2017 kannst 84% der Beiträge bis maximal 23.362€ in der Steuererklärung angeben. Der Maximalbeitrag von derzeit 23.362€, richtet sich nach dem Beitragssatz und der Bemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung. Steigt der Beitragssatz oder die Bemessungsgrenze, steigt auch der maximal anrechenbare Betrag bei der Steuererklärung. Sinken die Werte, sinken auch die Abzugsmöglichkeiten in der Steuererklärung. Wenn du verheiratet und gemeinsam veranlagt bist (Ehegattensplitting) kannst du Doppelte einzahlen und angeben. Dein Partner kann dann bei der Steuererklärung jedoch nichts angeben.

Wenn du selbstständig bist, musst du nichts weiter beachten. Etwas komplizierter ist es bei Angestellten. Dort wird der steuerfreie Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung abgezogen. Damit werden beide Gruppen gleich behandelt.

Hier ein Beispiel für einen Angestellten und Selbstständigen mit einem Bruttoeinkommen von 50.000€:

Beim Angestellten reduziert sich das zu versteuernde Einkommen um 3.725€, beim Selbstständigen um 8.400€. Der Angestellte erhält eine Steuererstattung von ca. 1.490€, der Selbstständige von 3.380€. Ein zweites Beispiel für zwei sehr gut verdienende Personen mit 100.000€ Bruttoeinkommen:

Das zu versteuernde Einkommen sinkt jeweils deutlich um 13.229€ bzw. 19.624€. Der Angestellte bekommt 5.290€, der Selbstständige 7850€ erstattet.

Wichtig: Die steuerlichen Bedingungen der Basis-Rente sind identisch zur Gesetzlichen Rentenversicherung.

Wenn du einen Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsbaustein einschließt, profitierst du in von der gleichen steuerlichen Förderungen.

Eingeschränkte Flexibilität der Basis-Rente

Eine Basis-Rente ist als Leibrente konzipiert. Das heißt, die Leistungen sind ausschließlich gleiche oder steigende monatliche Renten. Eine Entnahme oder Teilauszahlung ist nicht möglich.

Die Rente kann bei Verträgen ab 2012 frühestens mit dem 62. Lebensjahr beginnen. Bei Verträgen, die älter sind, gilt das 60. Lebensjahr als frühestmöglicher Beginn.

Du kannst den Beitrag jederzeit anpassen. So kannst du beispielsweise mit einem kleinen monatlichen Beitrag starten und am Jahresende im Rahmen der Höchstbeiträge in beliebiger Höhe zuzahlen.

Die Basis-Rente ist nicht kündbar. Du kannst sie lediglich beitragsfrei stellen. Währenddessen verzinst sich das Kapital weiter, allerdings fallen auch die jährlichen Verwaltungsgebühren an. Im schlimmsten Fall fressen die Kosten das Guthaben nach und nach auf.

Den Anbieter kannst du grundsätzlich wechseln. Doch wie bei der Riester-Rente sind die Versicherungen nicht verpflichtet, das Guthaben zu übertragen.

Deine Hinterbliebenen erhalten im Todesfall grundsätzlich nichts. Wenn du deine Angehörigen absichern möchtest, muss den entsprechenden Zusatzbaustein abschließen.

Willst du zusätzlich das Risiko einer Berufsunfähigkeit absichern, kannst du einen Zusatzbaustein abschließen. Allerdings muss der Beitrag zur Altersvorsorge min. 50% des Gesamtbeitrags ausmachen. Wenn also der Beitrag zu BU 100€ monatlich beträgt, müssen noch einmal min. 100€ in die Hauptversicherung eingezahlt werden. Die Hauptversicherung kannst du nicht beitragsfrei stellen, ohne dass der BU-Schutz verloren geht. Kannst du dir die 200€ also einmal nicht leisten, verlierst du den wichtigen BU-Schutz. Es ist also besser, Risikoschutz und Altersvorsorge zu trennen. Insgesamt zahlst du für die Kombination mehr als für eine Solo-Absicherung.

Garantien der Basis-Rente

Die Anbieter müssen dir die eingezahlten Beiträge garantieren. Allerdings ziehen sie davon die Kosten und Gebühren ab. Den Rest verteilen sie auf die durchschnittliche Rentenbezugsdauer von 18 Jahren. Bei klassischen Verträgen verzinst sich das Kapital mindestens mit dem Garantiezins. Bei fondsgebundenen Verträgen gibt es keinen Garantiezins.

Es ist jedoch egal, wie alt du wirst. Du bekommst jeden Monat deine Rente, egal ob du 80 oder 100 Jahre alt wirst. Damit bekommst du Planungssicherheit für deinen Ruhestand.

Das Kapital ist während der Ansparphase vor der Verwertung geschützt. Das bedeutet, das Kapital bleibt beim Arbeitslosengeld und im Insolvenzfall vollständig unberücksichtigt.

Dieser „Hartz-IV“- und Pfändungsschutz gilt jedoch nur für die Ansparphase. Wenn du einmal Rente beziehst, unterliegt sie oberhalb der Pfändungsfreigrenze selbstverständlich der Verwertung.

Auszahlung der Basis-Rente

Die Auszahlung erfolgt ausschließlich in monatlichen Raten. Die Renten unterliegen dem persönlichen Steuersatz. Allerdings werden noch nicht 100% der Rente versteuert. Derzeit unterliegen 74% der ausgezahlten Rente der Einkommensteuer. Dieser Satz erhöht sich bis 2020 um jährlich 2%, ab dann um jährlich 1%. 2040 unterliegen dann alle Renten der 1. Schicht – also gesetzliche und Basis-Rente – der vollen Besteuerung.

Dieser steuerfreie Anteil wird zu Rentenbeginn festgesetzt und gilt den Rest des Lebens.

Beispiel:

Monatliche Rente: 1.000€
Jahresrente: 12.000€
Steuerpflichtiger Anteil: 74%
Steuerpflichtiger Betrag: 8.640€
Lebenslanger Freibetrag: 3.120€

Steigt aufgrund von Überschüssen die Rentenleistung ergibt sich folgendes Bild:

Monatliche Rente: 1.050€
Jahresrente: 12.600€
Abzgl. Freibetrag: 3.120€
Steuerpflichtiger Betrag: 9.480€

Diese Regelungen sind identisch zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Allerdings unterliegen auch die Zusatzbausteine wie Berufsunfähigkeit und Hinterbliebenenschutz der Besteuerung. Dadurch ist eine Rente aus Berufsunfähigkeit einer Basis-Rente steuerlich meist schlechter gestellt, als eine Private BU. Bei privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen richtet sich der zu versteuernde Teil nach dem Ertragsanteil. Dieser ist umso höher, je länger die BU-Rente noch bezogen wird.

Beispiel: Ein 35 Jähriger Mann wird 2025 berufsunfähig, die BU-Rente läuft bis zum 67. Lebensjahr, also noch 32 Jahre.

Je später der Rentenbeginn bzw. je höher die BU-Rente, desto deutlicher ist der Nachteil der Basisrenten-BU gegenüber der Privaten. Der scheinbare Vorteil und das Verkaufsargument verwandeln sich in einen Nachteil. Hinzu kommt die Inflexibilität. Aus diesem Grund raten wir von der BU-Absicherung über eine Basis-Rente ab.

Bewertung der Basis-Rente

Die Basis-Rente ist als kapitalgedeckte Alternative bzw. Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung konzipiert. Sie richtet sich dabei in erster Linie an Unternehmer und sehr gut verdienende Angestellte. Diese profitieren überdurchschnittlich von der steuerlichen Förderung.

Diese großzügige steuerliche Förderung in der Ansparphase wird mit einer sehr geringen Flexibilität erkauft. Wenn du eine Basis-Rente abschließt, solltest du dir einigermaßen sicher sein, diese durchzuhalten und nicht zwischendurch ans Kapital zu müssen. Was für die Altersvorsorge im Allgemeinen gilt, trifft für die Basis-Rente besonders zu.

Sie eignet sich für Personen, die kurz vor dem Ruhestand sind und sich hohe Sonderzahlungen leisten können. Sie profitieren von der Differenz der steuerfreien Beiträge und dem steuerpflichtigen Rentenanteil. Wer also kurz vor Rentenbeginn Auszahlungen aus anderen Verträgen erwartet oder sonstiges Vermögen anlegen will, kann hierbei tatsächlich einen guten Schnitt machen.

Sie eignet sich durchaus für Unternehmer mit stabilen Erträgen. Wer nicht in die gesetzliche Rentenversicherung gehen möchte und eine lebenslange Basis-Absicherung sucht, trifft damit eine gute Wahl.

Die Basis-Rente eignet sich nicht für durchschnittlich verdienende Arbeitnehmer und Existenzgründer. Gerade Existenzgründer sollten einen weiten Bogen um den Abschluss machen. Die Wahrscheinlichkeit, zwischendurch Geld für die Firma zu benötigen, ist einfach zu groß. Hier sind flexiblere Lösungen gefragt. Des Weiteren sind die steuerlichen Auswirkungen aufgrund des geringen Einkommens zu Beginn oftmals nicht sehr groß.

Gern unterstützen wir dich bei der Gestaltung deiner Altersvorsorge! Hier kannst du direkt einen Termin bei uns vereinbaren.

Wie funktioniert die Riester-Rente?

Die Riester-Rente lockt mit Zulagen und Steuervorteilen. Doch lohnt sie sich? Und wenn ja, für wen? Wir klären auf!

Altersvorsorge in Deutschland ist nach dem Drei-Schichten-Modell aufgebaut. Die erste Schicht ist die Grundversorgung. Dazu zählen die gesetzliche Rentenversicherung und die Basis-Rente („Rürup“). Diese haben wir in den beiden vorangegangenen Beiträgen erklärt. Die zweite Schicht ist die kapitalgedeckte Zusatzversorgung. Dazu zählen die Betriebs- und die Riester-Rente. Die dritte Schicht ist die kapitalgedeckte Privatversorgung, zu der die Privatrenten zählen.

Riester-Rente als Zusatzversorgung in der Altersvorsorge

Die Riester-Rente soll den beschlossenen Rückgang des gesetzlichen Rentenniveaus kompensieren. Ziel damals war es, dass mehr Menschen ihre Altersvorsorge auf private Produkte ausdehnen. Riestern kannst du auf vier Wegen: Banksparplan, Rentenversicherung, Fondssparplan oder Bausparer.

Jedoch kann nur eine Versicherung eine lebenslange Rente garantieren. Deshalb schließt der Anbieter eines Bank- und Fondsparplans zu Rentenbeginn eine Rentenversicherung ab. Diese übernimmt ab dem 85. Lebensjahr die Auszahlung. Mit allen Varianten kannst du auch Wohneigentum erwerben und entsprechende Kredite tilgen. Der sog. Wohnriester ist so gesehen, gar nicht notwendig.

Riestern kannst du auch über deinen Betrieb. Das empfehlen wir jedoch nicht, denn auf die Rente werden dann Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fällig.

Wer nicht aufpasst, steht am Ende mit leeren Händen da

Förderung der Riester-Rente

Die Riester-Rente basiert auf Freiwilligkeit und Förderung. Damit die Bevölkerung privat für die Rente vorsorgt, lockt der Staat mit Zulagen und Steuervorteilen. Unmittelbar förderberechtigt sind:

  • Personen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind,
  • Beamte und
  • Bezieher von Elterngeld und Erwerbsminderungsrente.

Mittelbar förderberechtigt sind Ehegatten von unmittelbar Förderberechtigten, wenn diese einen eigenen Vertrag haben. Die Förderung erhältst du, wenn du mindestens 4% deines Vorjahresbruttoeinkommens bzw. des Gewinns vor Steuern abzüglich Zulagen und Steuervorteilen einzahlst.

Mindestens 60€ im Jahr muss aber jeder selbst einzahlen. Das nennt sich Sockelbeitrag.

Die Förderung besteht aus Zulagen und Steuervorteilen. Die Grundzulage beträgt 175€ im Jahr (2018, alt: 154€). Für jedes Kind, das nach dem 01.01.2008 geboren ist, gibt’s 300€ im Jahr. Für ältere Kinder 185€. Die Kinderzulage gibt’s jedoch nur solange, wie du auch Kindergeld erhältst. Bei der Steuererklärung prüft das Finanzamt automatisch, ob eine Steuererstattung mehr bringt als die Zulage. Maximal kannst du 2.100€ im Jahr inkl. Zulagen in einen Riestervertrag einzahlen. Um die Förderung zu bekommen, musst du einmalig einen Dauerzulagenantrag ausfüllen.

Beispiel 1
Maria, 25.000€ jährliches Bruttoeinkommen, keine Kinder

Eigenbeitrag:
4% von 25.000€ = 1.000€ – 175€ Grundzulage = 825€ Eigenbeitrag jährlich

= Förderung: 17%

Beispiel 2
Christoph, 25.000€ jährliches Bruttoeinkommen, 3 Kinder nach 2008 geboren

Eigenbeitrag:
4% von 25.000€ = 1.000€ – 175€ Grundzulage – 900€ Kinderzulage = 60€ Eigenbeitrag jährlich (Mindesteigenbeitrag)

= Förderung: 94%

In beiden Fällen zahlen beide insgesamt 1.000€ jährlich in ihren Vertrag ein. Maria muss davon jedoch 846€ selbst tragen, Christoph nur 60€.

Beispiel 3
Claudia, 100.000€ jährliches Bruttoeinkommen, keine Kinder

Eigenbeitrag:
4% von 100.000€ = 4.000€ (maximal jedoch 2.100€) – 40% Steuererstattung = ca. 1.260€ Eigenbeitrag jährlich

= Förderung: 40%

Es ist möglich, dass du dich ergänzend gegen Berufsunfähigkeit (BU) und Tod zu versicherst. Allerdings darf der Betrag maximal 20% des Gesamtbetrags ausmachen. Bei 2.100€ bleiben da bloß 420€ jährlich oder 35€ im Monat übrig. Damit kommst du nicht wirklich weit. Außerdem wird die BU-Rente zu 100% versteuert.

Wenn du einen Riester-Vertrag abschließt, musst du nur einmal ein Formular ausfüllen, den sog. Dauerzulagenantrag. Die Versicherung oder Bank schickt dir dann jährlich einen Fragebogen. Damit prüfen sie, ob sich etwas bei dir geändert hat. Diese Daten leiten sie dann an die Zulagenstelle weiter. Der ganze Prozess ist für dich also einfach und schlank.

Betriebliche Altersversorgung
Bei der Riester-Rente zahlen Sparer und Staat gemeinsam ein

Wenn du eine Steuererklärung machst, prüft das Finanzamt automatisch, welche Variante – Zulagen oder Steuerermäßigung – besser für dich ist.

Eingeschränkte Flexibilität der Riester-Rente

Wenn du zwischendurch ans Guthaben willst, hast du schlechte Karten. Zwar kannst du die Riester-Rente kündigen oder Guthaben entnehmen, dann musst du jedoch die Förderung zurückzahlen. Vor allem am Anfang kann das dazu führen, dass du überhaupt nichts ausgezahlt bekommst.

Der Grund ist, dass die Kosten am Anfang hoch sind.Dadurch ist das Guthaben manchmal geringer als die erhaltenen Zulagen. Eine Ausnahme gibt es, wenn du das Geld zum Erwerb von Wohneigentum verwendest. Das ist jedoch wiederum auf selbst genutzte Immobilien beschränkt. Dann musst du die Zulagen nicht zurückzahlen.

Laut Gesetz ist ein Anbieterwechsel möglich. Die Anbieter müssen Guthaben freigeben, sind jedoch nicht verpflichtet, Guthaben anderer Gesellschaften anzunehmen. Es ist daher immer noch schwierig, zieht sich oft über Monate und kostet regelmäßig Gebühren. Ob sich das im Einzelfall lohnt oder eine Beitragsfreistellung sinnvoller ist, solltest du vorab prüfen.

Oft wird plakativ mit „Hartz-IV-Sicherheit“ der Riester-Rente geworben. Das trifft jedoch nur auf geförderte Beiträge in der Ansparphase zu. In der Auszahlungsphase kann die Rente genau wie alle anderen Einkünfte oberhalb der Pfändungsfreigrenze verwertet werden.

Garantien der Riester-Rente

Ein weiterer Pluspunkt, der gern ins Feld geführt wird, sind die Garantien. Das Gesetz schreibt vor, dass die Anbieter mindestens die eingezahlten Beiträge und Zulagen auszahlen. Allerdings gibt es auch hier Einschränkungen. Die Grünen haben im Bundestag eine Kleine Anfrage zum Thema Beitragsgarantie gestellt.
Das Versicherungsaufsichtsgesetz bietet die Möglichkeit, Leistungen – auch garantierte – zu kürzen, um eine drohende Insolvenz eines Versicherers abzuwenden. Des Weiteren kann die Aufsichtsbehörde den Rückkauf und die Auszahlung von Guthaben verbieten. Damit können die Leistungen theoretisch auch unter den garantierten Wert sinken.

Jedoch ist dies das letzte Mittel. Die Aufsichtsbehörde Bafin prüft regelmäßig die Finanzstärke und Solidität der Versicherer. Bevor es zur Kürzung von garantierten Leistungen kommt, greifen zahlreiche andere Mechanismen. Letztlich wägt die Bafin ab, was für die Gesamtheit der Sparer besser ist.

Um es mit den Worten des ehemaligen Bundesfinanzministers zu sagen: Besser 90% von X als 100% von nix. Soll heißen: Es ist im Zweifel für den Sparer besser, 90% der garantierten Rente zu erhalten, als dass der Versicherer komplett pleitegeht und die Rente pfutsch ist.

Im Übrigen wurde für die mögliche Insolvenz von Versicherern vor Jahrzehnten die Protektor Lebensversicherung AG gegründet. Sie ist die Sicherung des deutschen Versicherungsmarktes und kauft die Bestände von insolventen Versicherern. Sie übernimmt die Verwaltung und Auszahlung von Leistungen. Die Einrichtung kann die Insolvenz eines mittleren Versicherers sicher verkraften. Ob das bei den Branchenriesen auch noch funktioniert, ist ungeprüft und nicht absehbar.

An dieser Stelle sei noch ein wichtiger Hinweis erlaubt. Über die Möglichkeit, auch garantierte Leistungen herabzusetzen, muss der Sparer nicht vorab informiert werden. Das ist bei allen Lebens- und Rentenversicherungen möglich.

Insgesamt halten wir dieses Szenario für wenig wahrscheinlich und relevant. Gleichwohl solltest du bei der Auswahl des Vertragspartners auf dessen Finanzstärke achten.

Auszahlung der Riester-Rente

Die Auszahlung der Rente ist für Verträge, die seit dem 01.01.2012 abgeschlossen wurden, mit dem 62. Geburtstag möglich. Verträge, die älter sind, dürfen frühestens mit der Vollendung des 60. Lebensjahres die Rente auszahlen.

Die Rente gibst du zu 100% bei deiner Steuererklärung an und versteuerst sie mit dem dann gültigen persönlichen Steuersatz. Sozialversicherungsbeiträge fallen nicht an. Ab 2018 gilt das auch für die Riester-Rente im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung.

Beziehst du Grundsicherung oder eine Erwerbsminderungsrente bleiben die ersten 100€ der Riester-Rente frei. Ab dem 101. Euro wird die Riester-Rente zu 70% auf die Grundsicherung angerechnet. Diese Neuerung gilt ab 2018.

Generell ist lediglich eine Rentenzahlung vorgesehen, die mindestens gleichbleibend oder aber steigend sein muss. Das nennt man Leibrente. Du kannst dir jedoch einmalig bis zu 30% des Kapitals auszahlen lassen. Daraus ergibt sich steuerlich jedoch ein Problem. Die Auszahlung wird als normale Einnahme versteuert. Dadurch steigt im ersten Jahr dein persönlicher Einkommensteuersatz enorm an. Die fällige Einkommensteuer fällt entsprechend saftig aus. Das solltest du also vorher mit deinem Steuerberater besprechen.

Hierzu ein Beispiel (Werte alle gerundet, ohne Sozialversicherungsbeiträge, Stand 2016):

  • Du hast mit der Riester-Rente ein Kapital von 50.000€ angesammelt.
  • Davon lässt du dir 30%, also 15.000€ auszahlen. Vom Rest bekommst du eine Rente von ca. 105€.
  • Aus der gesetzlichen Rente bekommst du 1.500€ Rente
  • Insgesamt erhältst du also brutto 1.605€ Rente.
  • Davon gehen ca. 65€ Steuer ab.
  • Durch die Einmalzahlung der 15.000€ musst du jedoch insgesamt ca. 5.140€ Steuern zahlen.
  • Ein Drittel der Auszahlung verschwindet also in der Staatskasse.

Das muss nicht nachteilig sein. Jedoch sollte der Berater auf diesen Punkt im Rahmen seiner Beratung deutlich hinweisen.

Bewertung der Riester-Rente

Die Zusatzversorgung mittels Riester eignet sich für:

  • Frauen mit Kindern, da sie oftmals geringere Rentenansprüche erwerbe
  • gut verdienende Angestellte aufgrund der großzügigen Steuerermäßigung in der Anzahlungsphase und
  • Beamte.

Vor allem Frauen, die im Schnitt eine deutlich schlechtere Versorgung aufweisen, haben die Möglichkeit, über die Kinderzulagen eine vom Partner unabhängige Zusatzrente aufzubauen.

Geringverdiener profitieren zwar einerseits meist von sehr hohen Förderquoten. Da jedoch die Rente auf die Grundsicherung angerechnet wird, ist dies oft ein Nullsummenspiel und nicht generell zu empfehlen.

Die Riester-Rente lohnt sich meist nicht für Normalverdiener und Personen, die keine Zulagen erhalten, wie z.B. Selbstständige.

Wir unterstützen dich bei der Entscheidung, ob die Riester-Rente für dich geeignet ist. Einfach online einen Termin bei uns buchen!

Wie funktioniert die betriebliche Altersversorgung?

Die betriebliche Altersversorgung ist eine Möglichkeit für den Ruhestand zu sparen. Uns stand ein Experte zu den wichtigsten Fragen Rede und Antwort.

Hallo Matthias! Du bist Aktuar. Was genau ist das und was machst du?

Aktuare sind Mathematiker die sich mit Fragen aus dem Versicherungswesen beschäftigen. Sie setzen Theorien aus der Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung in die Praxis um und haben dabei immer auch das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Versicherungen im Blick. Meistens sind sie in der Produktkalkulation und im Risikomanagement tätig.

Als Aktuar in der betrieblichen Altersversorgung berate und unterstütze ich Firmen, die ihren Mitarbeitern eine Betriebsrente anbieten. Dabei geht es nicht nur um die Kalkulation und Prognose der, mit einer betrieblichen Altersversorgung verbundenen, Kosten für die Firma, sondern auch um die Auswirkungen auf deren Bilanz. Außerdem behalte ich die rechtlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen im Blick, um insbesondere finanzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und den Unternehmen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Schließlich hat betriebliche Altersversorgung selten etwas mit dem Kerngeschäft der Unternehmen zu tun.

Was ist eigentlich eine betriebliche Altersversorgung?

Bei einer betrieblichen Altersversorgung sagt der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern Leistungen bei Eintritt eines „biologischen Ereignisses“ zu. Biologische Ereignisse sind das Erreichen der Altersgrenze, Invalidität und Tod. Leistungen können einmalige Kapitalzahlungen, lebenslange Rentenzahlungen, aber auch Sachleistungen, sogenannte Deputate sein.

Wie funktioniert die betriebliche Altersversorgung?

Grundsätzlich kann der Arbeitgeber frei entscheiden, wann und wie viel er an seine Arbeitnehmer leistet. Sein Versprechen wird in einer sogenannten Pensionszusage fixiert. Ein Kleinunternehmer schließt üblicherweise mit jedem einzelnen Mitarbeiter eine Einzelzusage bzw. Versorgungszusage ab, die die Bedingungen für die Auszahlung sowie die Höhe der späteren Versorgungsleistungen regelt.

In größeren Unternehmen ist das unpraktisch. Wer will schon mit 10.000 Beschäftigten verhandeln? Deshalb legt man hier eine Versorgungsordnung für die gesamte Belegschaft auf. Diese wird im Gegensatz zur Einzelzusage nicht von jedem Mitarbeiter unterschrieben, sondern stellvertretend für alle durch den Betriebsrat. In den ersten Paragrafen wird dann meist geregelt, wer von dieser Versorgungsordnung erfasst wird (z.B. alle Mitarbeiter in Werk A, die sich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis befinden).

Eine Pflicht eine Versorgungszusage oder eine Versorgungsordnung zu erteilen, gibt es nicht. Diese Dokumente regeln die konkrete Ausgestaltung der betrieblichen Altersversorgung im Unternehmen. Bei der grundsätzlichen Entscheidung handelt es sich um eine freiwillige unternehmerische Grundentscheidung.

Im einfachsten Fall legt der Arbeitgeber dann Geld zurück, um im Leistungsfall eine Rente oder ein Kapital an den Arbeitnehmer auszahlen zu können. Diese Form der betrieblichen Altersversorgung heißt unmittelbar oder intern finanziert:

unmittelbar finanziert, Direktzusage

Oft möchte der Arbeitgeber aber die mit einer solchen Versorgungszusage verbundenen finanziellen Risiken nicht selbst tragen und schaltet daher einen externen Versorgungsträger, z.B. eine Lebensversicherung, ein. Er legt nicht selbst Geld zurück, sondern zahlt Beiträge an eine Lebensversicherung. Tritt der Leistungsfall ein, zahlt die Lebensversicherung die Leistungen direkt an den Arbeitnehmer aus. Diese Form der bAV heißt mittelbar oder extern finanziert:

mittelbar finanziert, extern

Die Beiträge können vom Arbeitgeber direkt gezahlt werden oder aus dem Bruttogehalt des Arbeitnehmers finanziert werden. Im ersten Fall spricht man von Arbeitgeberfinanzierung und im zweiten Fall von einer arbeitnehmerfinanzierten Entgeltumwandlung. Üblich sind aber auch Kombinationen aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerfinanzierung, sog. Matching-Lösungen.

Was ist der größte Vorteil/Nachteil einer betriebliche Altersversorgung für mich als Arbeitnehmer?

Die größten Nachteile für Arbeitnehmer betreffen die spätere Auszahlungsphase. Die Betriebsrenten sind dann sowohl steuer- als auch krankenversicherungspflichtig und werden ggf. auf die Grundsicherung im Alter angerechnet, was die betriebliche Altersversorgung gerade für Geringverdiener weniger attraktiv macht.

Wer nicht aufpasst, hat bei der Betriebsrente Nachteile

Der Arbeitnehmer zahlt die Beiträge bei einer Entgeltumwandlung bis zu einer Grenze aus dem Bruttogehalt. Deswegen sind die Beiträge im Gegensatz zur privaten Altersvorsorge (3. Schicht) steuer- und sozialversicherungsfrei.
Wirklich sinnvoll wird die bAV für den Arbeitnehmer, wenn der Arbeitgeber die Entgeltumwandlung ergänzt oder gar komplett trägt. Unabhängig von der Finanzierungsart besteht ein weiterer Vorteil in der Haftung des Arbeitgebers. Fällt der eingeschaltete externe Versorgungsträger, also z.B. die Lebensversicherung, aus, haftet der Arbeitgeber für sein Versorgungsversprechen und muss in diesem Fall die Betriebsrente selbst zahlen.

Was ist der größte Vorteil/Nachteil einer betrieblichen Altersversorgung für den Arbeitgeber?

Die bAV ist eine freiwillige Arbeitgeberleistung, die zur Mitarbeitergewinnung und -bindung eingesetzt werden kann. Die Bildung von Pensionsrückstellungen senkt den zu versteuernden Gewinn. Dadurch bleibt Kapital im Unternehmen, das der Betrieb für Investitionen nutzen kann.

Andererseits geht der Arbeitgeber sehr lange andauernde Verpflichtungen ein. Eine Liquidation ist bei bestehenden Pensionsverpflichtungen nicht möglich und Unternehmensverkäufe scheitern nicht selten daran. Es gilt der Grundsatz: Was der Arbeitnehmer hat, das darf ihm niemand mehr nehmen.

Wie funktioniert das, wenn ich mal meinen Job wechsle oder mich selbstständig mache?

Arbeitnehmerfinanzierte Zusagen (Entgeltumwandlung) sind sofort unverfallbar. Das heißt, wenn der Arbeitnehmer den Betrieb verlässt, gehören ihm sofort alle bezahlten Ansprüche.

Arbeitgeberfinanzierte Zusagen sind nach fünf Jahren unverfallbar. Das heißt, der Arbeitnehmer behält – je nach konkreter Zusage – einen Anspruch auf den bisher finanzierten Teil seiner Zusage.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es auch möglich, die Zusage auf den neuen Arbeitgeber zu übertragen oder selbst weiter zu führen. Insbesondere wenn die betriebliche Altersversorgung mittelbar über eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine Lebensversicherung finanziert wird, ist das möglich.

Was ist, wenn ich zwischendurch mal an das Geld meiner betrieblichen Altersvorsorge will?

Das ist recht schwierig. Die steuerliche und sozialversicherungspflichtige Förderung setzt voraus, dass der Arbeitnehmer Leistungen nur bei Eintritt eines biologischen Ereignisses (siehe oben) bekommt.

Die einzige Möglichkeit bestände darin, die Pensionszusage aufzulösen und den Arbeitnehmer dafür abzufinden. Dies ist aber nur im laufenden Arbeitsverhältnis möglich und auch nur dann, wenn alle Beteiligten zustimmen. Ist man aus dem Unternehmen ausgeschieden oder werden bereits Leistungen ausgezahlt ist eine Abfindung nur unter sehr strikten Voraussetzungen möglich.

Wie sehe ich, dass meine bestehende betriebliche Altersvorsorge auch sinnvoll für mich ist?

Viele Unternehmen teilen ihren Arbeitnehmern regelmäßig (i.d.R. jährlich) den aktuellen Stand ihrer Anwartschaft auf Betriebsrente mit. Außerdem hat der Arbeitnehmer einen Auskunftsanspruch gegenüber seinem Arbeitgeber.

Sinnvoll kann eine betrieblichen Altersvorsorge aber auch aus einem ganz anderen Grund sein. Gerade für Arbeitnehmer in handwerklichen Berufen ist es oft schwer, einen bezahlbaren Versicherungsschutz bei Invalidität oder Tod zu erhalten. Bei bestehenden Vorerkrankungen oder etwas fortgeschrittenem Alter ist das oft unmöglich. Ein Arbeitgeber kann hingegen seine komplette Belegschaft als Kollektiv gegen diese Risiken versichern.

Für den einzelnen Arbeitnehmer entfällt dabei meistens die Gesundheitsprüfung, sodass die betriebliche Absicherung deutlich günstiger als die private bzw. eine Absicherung überhaupt erst möglich ist. Aber Achtung, die BU-Rente über den Betrieb ist steuer- und sozialversicherungspflichtig, im Gegensatz zur privaten Lösung.

Die Absicherung von Berufsunfähigkeit über den Betrieb hat durchaus Vorteile

Auch bei der Absicherung von BU oder Tod bleiben beim Jobwechsel die unverfallbaren Ansprüche erhalten. Der Teil, der bis dahin finanziert wurde, bleibt bestehen. Wenn ich später berufsunfähig werde, wird dieser ausgezahlt. Oftmals kann der Vertrag privat weitergeführt werden.

Was ist, wenn mein Betrieb pleitegeht?

Bei der betriebliche Altersversorgung über einen externen Versorgungsträger (Lebensversicherung oder Pensionskasse), zahlt dieser die Rente aus. Kritisch wird es, wenn das Unternehmen die Betriebsrente durch Bildung von Pensionsrückstellungen selbst finanziert. In diesem Fall springt bei einer Pleite der Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) ein. Jedes Unternehmen, das seine betriebliche Altersversorgung selbst finanziert, muss Beiträge an den PSV zahlen. Im Falle der Insolvenz leistet der PSV gezahlt. Eine Insolvenz gefährdet also nicht die späteren Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge. Allerdings ist der PSV nicht verpflichtet, die Renten regelmäßig zu erhöhen.

Wie legen die mein Geld eigentlich an?

Wenn eine Lebensversicherung oder Pensionskasse eingeschaltet wird, unterscheidet sich die Kapitalanlage im Grunde nicht von der Geldanlage bei einer privaten Rentenversicherung.
Ein Pensionsfonds kann das Geld riskanter angelegen. Darüber entscheidet aber grundsätzlich der Arbeitgeber. Geht die Geldanlage schief und erreicht nicht die in der Pensionszusage versprochene Rentenhöhe, muss der Arbeitgeber die entstandene Lücke aus der eigenen Tasche auffüllen. Das Kapitalanlagerisiko trägt also der Arbeitgeber komplett.

Ob bei der betrieblichen Altersversorgung mehr als beim Sparschwein rauskommt hängt von der Kapitalanlage ab

Der Arbeitgeber kann aber auch auf eine Pensionskasse oder Lebensversicherung verzichten. Statt Beiträge zu zahlen, investiert er das Geld zum Beispiel in neue Anlagen oder Maschinen. Aus den Erträgen dieser Investitionen zahlt der Arbeitgeber die späteren Renten. Auch hier trägt der Arbeitgeber das Anlagerisiko allein.

Was ist mit meiner betrieblichen Altersvorsorge, wenn die Zinsen noch länger so niedrig sind?

Der Arbeitgeber hat die Wahl, Leistungen oder Beiträge zu garantieren.

Im ersten Fall garantiert der Arbeitgeber eine Rente oder Kapitalzahlung. Das nennt man Leistungszusage. 200€ Rente sind 200€ Rente, egal was die Zinsen machen. Das Problem hat der Arbeitgeber, der bei niedrigen Zinsen mehr Geld zurückstellen oder einzahlen muss.

Im zweiten Fall garantiert der Arbeitgeber z.B. 200€ einzuzahlen. Daneben muss der Arbeitgeber oder der Versorgungsträger mindestens den Beitragserhalt garantieren. Das nennt man Beitragszusage mit Mindestleistung. Das Risiko für den Arbeitnehmer ist also auf die Überschüsse begrenzt.

Ist der eingeschaltete Versorgungsträger nicht in der Lage, diese Mindestleistung zu erbringen (beispielsweise aufgrund einer lang anhaltenden Niedrigzinsphase), ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, diese Lücke selbst zu schließen.

Angenommen meine Rente beginnt mit 65 und ich lebe noch 30 Jahre. In diesen 30 Jahren verliert die Rente doch höchstwahrscheinlich enorm an Wert?

Um diesen Kaufkraftverlust zu verhindern, muss der Arbeitgeber alle drei Jahre prüfen, ob er die Renten erhöhen kann. Unterlässt er eine solche Erhöhung, ist er in der Pflicht wirtschaftliche Gründe dafür anzuführen.

Wenn ich als Arbeitgeber eine betrieblichen Altersvorsorge anbieten möchte, welche Möglichkeiten habe ich und worauf sollte ich achten?

Es gibt mehrere Möglichkeiten eine betriebliche Altersvorsorge konkret umzusetzen, die jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf die steuerliche Förderung und die Bilanz haben. Dadurch entsteht eine Komplexität, die gerade für kleine und mittlere Unternehmen ohne professionelle Unterstützung kaum zu handhaben ist.

Ein Arbeitgeber, der eine betriebliche Altersversorgung einführen möchte, sollte sich daher meiner Meinung nach zunächst Gedanken über ein paar grundsätzliche Fragen machen, wie zum Beispiel:

  • Wie viel Geld kann und will ich in die Hand nehmen?
  • Möchte ich nur eine Altersleistung oder auch Leistungen bei Invalidität oder Tod zusagen?
  • Will ich einen externen Versorgungsträger, z.B. eine Pensionskasse oder eine Lebensversicherung, einschalten?
  • Falls ja, wie riskant soll der eingeschaltete Versorgungsträger kalkulieren?
Beratung bei der Betriebsrente ist unerlässlich

Danach sollte der Arbeitgeber professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen und – falls existent – möglichst frühzeitig den Betriebsrat in die konkrete Ausgestaltung der betrieblichen Altersversorgung mit einbeziehen. Unterstützung findet der Arbeitgeber bei unabhängigen Beratern oder aber direkt bei den größeren Versicherern. Diese haben häufig einen Spezialvertrieb für betriebliche-Altersvorsorge-Produkte, der aufgrund der am Anfang beschriebenen Dreiecksbeziehung zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und eingeschaltetem Versorgungsträger auch nach Vertragsschluss eng mit dem Arbeitgeber zusammenarbeitet.

Wie lange dauert es durchschnittlich von der ersten Idee bis zur Einrichtung der betrieblichen Altersvorsorge?

Das ist wirklich schwer zu sagen und hängt von der Beantwortung der eben genannten Fragen ab.

Entscheidet man sich als kleines Unternehmen für die Einschaltung einer Lebensversicherung und die von denen angebotenen Standardprodukte, unterscheidet sich der Zeitaufwand kaum vom Abschluss einer privaten Rentenversicherung. In der Regel besteht in diesem Fall die Möglichkeit, dass der Versicherer die Beratung der Mitarbeiter und einen Großteil des Papierkrams übernimmt.

Wenn ein größeres Unternehmen mit Betriebsrat ein individuelles Versorgungskonzept auf die Beine stellen möchte, dauert das natürlich deutlich länger. Neben den Verhandlungen mit dem Betriebsrat muss in diesem Fall eine Versorgungsordnung unter Beachtung der geltenden arbeits- und steuerrechtlichen sowie bilanziellen Regelungen, unter Zuhilfenahme entsprechender Experten, erarbeitet werden.

Vielen Dank Matthias für das Interview!
Welche weiteren Fragen würdet ihr Matthias gern stellen? Schreibt sie einfach in die Kommentare!

Altersvorsorge für Selbstständige

In diesem Beitrag besprechen wir die Probleme und Lösungen für die Altersvorsorge bei Selbstständigen.

Fünf zentrale Probleme bei der Altersvorsorge für Selbstständige

Die Altersvorsorge bei Selbstständigen unterscheidet sich in der Regel fundamental von der bei Arbeitnehmern. Der Grund sind fünf zentrale Probleme:

1) Keine gesetzliche Rentenversicherung: Die meisten Selbstständigen unterliegen nicht der Rentenversicherungspflicht. Die Ausnahmen betreffen Lehrer/-innen, Pfleger/-innen, Hebammen und Entbindungspfleger/-innen, Lotsen, Künstler/-innen und Handwerker/-innen, die in die sog. Handwerksrolle eingetragen sind. Übrigens: Auch alle Scheinselbstständigen – also jemand, der keinen Arbeitnehmer/-in beschäftigt und nur für einen Auftraggeber/-in tätig ist – sind rentenversicherungspflichtig. Dadurch fehlt den meisten Selbstständigen zunächst einmal ein ganz wesentlicher Teil der Altersvorsorge. Das heißt: Du musst dich selbst kümmern!

2) Es gibt keinen Arbeitgeberin, der/die sich an deiner Altersvorsorge beteiligt. Bei Arbeitnehmern zahlt der/die Chef/-in die Hälfte des Beitrags zur Gesetzlichen Rente. Bist du selbstständig, musst du alle Beiträge allein bezahlen. Das solltest du bei der Kalkulation deiner Preise und der Höhe deiner Privatentnahme berücksichtigen.

Betriebliche Altersversorgung
Selbstständigen fehlt in der Regel der Finanzierungspartner für die Rente

3) Viele Selbstständige rechnen damit, ihre Firma im Alter zu verkaufen. Häufig überschätzen sie den Unternehmenswert eklatant. Das Ergebnis: Wenn es überhaupt einen Käufer gibt, kommt viel weniger als geplant in die Rentenkasse. Im Endeffekt steht die gesamte Altersvorsorge auf tönernen Füßen.

4) Läuft es mal nicht so, greifen viele Selbstständige auf ihre Altersvorsorge zurück, um die Firma zu halten. Das mag die Firma zwar kurzfristig retten, reduziert aber langfristig die Altersvorsorge und damit den Ruhestand.

5) Als Selbstständiger hast du in der Regel schwankende Einnahmen. Viele können daher gar keinen so hohen Fixbetrag wie nötig zur Seite legen. Allerdings gibt es dann auch wieder starke Monate oder mal eine Steuerrückerstattung. Dann ist plötzlich „zu viel“ Liquidität da.

Mit der richtigen Finanzplanung hast du auch schwankende Einnahmen im Griff

Die Lösung ganz allgemein

Wir empfehlen eine Basis-Absicherung von min. 1.000€ monatlich nach heutiger Kaufkraft. Diese Summe sollte ausschließlich aus einer Rentenversicherung der sog. 1. Schicht kommen. Nur eine Rentenversicherung kann dir eine lebenslange Rente garantieren. Kein anderes Finanzprodukt kann das. Als Beginn solltest du mit dem gesetzlichen Renteneintrittsalter von 67 Jahren rechnen. Wenn du früher in Rente gehen willst, musst du vorher mehr zur Seite legen. Wenn du später planst, reichen geringere Beiträge.

Überlege dir, wie viel Geld du pro Monat garantiert benötigst. Diesen Grundbedarf solltest du immer über Rentenversicherungen decken. Bedenke aber, dass Versicherungen und deren Sicherheit eine teure Angelegenheit sind. Hohe Renditen erzielst du mit Rentenversicherung eher nicht. Je höher dein Grundbedarf, desto mehr versicherte Rente brauchst du und desto höhere Beiträge musst du bezahlen.

Gesetzliche und Basis-Rente als Teil der Altersvorsorge für Selbstständige

Deinen Grundbedarf solltest du also mit Produkten dieser Schicht decken. Darunter zählen die Gesetzliche Rente, die Basis-Rente und Versorgungswerke (z.B. der Architekten). Beiträge, die du einzahlst, sind zum Teil steuerfrei. Ab 2025 sind sie komplett steuerfrei. Das heißt, sie reduzieren dein zu versteuerndes Einkommen und damit deine Steuerlast. Diesen „Vorteil“ erstattet dir das Finanzamt. Zahlst du also z.B. 10.000€ 2019 in ein solches Produkt und hast einen Grenzsteuersatz von 35% bekommst du ca. 3.000€ zurück.

Das heißt, dein tatsächlicher Aufwand beträgt nur 7.000€. Dafür ist ab 2040 die Rente aber komplett zu versteuern. Da du vermutlich einen geringeren Steuersatz haben wirst, entsteht ein echter Vorteil, der allerdings nicht so groß ist, wie die Marketingprospekte der Versicherer glauben machen wollen. Außerdem fallen Sozialversicherungsbeiträge im Alter an. Das solltest du bei der Altersvorsorgeplanung berücksichtigen.

Du kannst mit kleinen Mindestbeiträgen starten. Bei der Gesetzlichen Rente sind das ca. 85€ pro Monat. Bei der privaten Basis-Rente hängt es vom Anbieter ab. Weiterhin kannst du recht flexibel bis zu den Maximalbeiträgen zuzahlen. So kannst du deine Altersvorsorge an deine Ertragslage anpassen.

Du kannst dich auch auf Antrag pflichtversichern. Das geht jedoch nur in den ersten 5 Jahren nachdem du dich selbstständig gemacht hast. Die Vorteile der Pflichtversicherung sind: du behältst oder erwirbst Ansprüche auf die Erwerbsminderungsrente und bist in der Riester-Rente direkt zulagenberechtigt. Warst du vorher angestellt, solltest du jedoch inenrhalb von spätestens 2 Jahren den Antrag stellen. Somit bleibst du nahtlos in der Erwerbsminderungsrente versichert. Der große Nachteil der Pflichtversicherung auf Antrag ist, dass du nicht so flexibel bist. Entweder zahlst du 18,6% deines Gewinns als Beitrag (Stand 2019) oder aber einen Pauschalbetrag von monatlich ca. 580€ (West) bzw. ca. 534€ (Ost).

Alle Produkte der ersten Schicht leisten ausschließlich eine sog. Leibrente. Das bedeutet, du bekommst, so lange du lebst, eine monatliche Leistung, die mindestens gleich bleiben muss. Dadurch sicherst du das Risiko ab, dass du noch lebst, dein Geld aber schon alle ist.

Ein weiterer Pluspunkt der 1. Schicht ist die Insolvenzsicherheit. Bis zur Rente kommt niemand (auch du nicht) an das Geld ran. Diese Inflexibilität schützt also deine Altersvorsorge vor Zugriffen während der Sparphase.

Du solltest die private Basis-Rente nur dann der Gesetzlichen vorziehen, wenn du unbedingt in Aktien bzw. Fonds investieren möchtest. Ansonsten bist du aus unserer Sicht mit der Gesetzlichen Rente besser beraten. Bei der privaten Basis-Rente kannst du außerdem noch deine Beiträge gegen den Fall von Berufsunfähigkeit absichern. Das macht die Altersvorsorge noch sicherer, aber eben auch teurer.

Riester- und Betriebsrente als Teil der Altersvorsorge für Selbstständige

Die Riester-Rente kommt für dich in Betracht, wenn dein/-e Ehepartner/-in sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit unmittelbar zulagenberechtigt ist. Dann giltst du als mittelbar zulagenberechtigt. Ansonsten macht das Produkt keinen Sinn für dich. Bist du mittelbar zulagenberechtigt, erhältst du die Zulagen und evtl. Steuervorteile. Die Rente ist voll zu versteuern. Außerdem fallen SV-Beiträge an. Garantiert werden dir am Ende des Tages mindestens deine eingezahlten Beiträge und deine Zulagen. Die Rente kannst du dir zum Teil auf einen Schlag auszahlen lassen. Insgesamt ist die Riester-Rente für Selbstständige eher nicht geeignet.

Bei Riester- und Betriebsrente solltest du ganz genau hinschauen

Zur zweiten Schicht gehört auch die betriebliche Altersvorsorge. Diese kann, je nach Rechtsform deiner Firma, sehr interessant sein. Bei einer sog. Unterstützungskasse bist du beispielsweise sehr frei in der Gestaltung. Vor allem für Kapitalgesellschaften bieten sich viele Möglichkeiten. Der große Pluspunkt ist, dass die Beiträge als Betriebsausgabe gelten. Die Leistungen sind zu versteuern und es fallen Sozialversicherungsbeiträge an. Problematisch ist jedoch die Pfändbarkeit und Verwertbarkeit.

Wurde bei der Ausgestaltung der Betriebsrente nicht auf die Insolvenzsicherung geachtet, kann es bei einer Pleite böse enden. Hierbei solltest du dir in jedem Fall fachlichen Rat bei einem Makler oder Berater holen, der auf die Betriebsrente spezialisiert ist.

Private Rente als Teil der Altersvorsorge für Selbstständige

Rentenversicherungen der dritten Schicht bieten die höchste Flexibilität. Hier kannst du nahezu alles vereinbaren, was geht: Höhe der laufenden Beiträge, Zuzahlungen, Entnahmen, Rentenzahlungen, Einmalzahlungen, Absicherung der Beiträge gegen Berufsunfähigkeit, Kapitalanlage usw. Die Beiträge zahlst du aus deinem Bruttoeinkommen. Dafür profitierst du im Rentenbezug von der sog. Ertragsbesteuerung. Dadurch ist nur ein kleiner Teil der Rente steuerpflichtig. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fallen ebenfalls an. Guthaben und Rente sind bis auf geringe Freigrenzen pfändbar. Die dritte Schicht bietet somit nur einen eingeschränkten Schutz vor dem Zugriff.

Aktien und Co. als Teil der Altersvorsorge für Selbstständige

Bei der freien Kapitalanlage bist du sehr flexibel. Du bestimmst, worin du investierst und wie. Zuzahlungen und Entnahmen sind jederzeit möglich. Allerdings gibt es keine Garantien. Mit einem gut aufgestellten Depot wirst du jedoch langfristig, statistisch gesehen die höchste Rendite erzielen. Du solltest dich von kurzfristigen Schwankungen nicht aus der Ruhe bringen. Auf deine Erträge zahlst du lediglich die Abgeltungssteuer von 25% plus Soli. Damit dürfte die steuerliche Belastung unter deinem persönlichen Steuersatz liegen. SV-Beiträge fallen im Alter nicht an.

Allerdings musst du dich im Rentenalter selbst um die Anlage und Entnahme kümmern. Ob du dazu dann willens oder in der Lage bist, solltest du zumindest kritisch hinterfragen. Ist das Kapital alle, gibt’s kein Geld mehr. Das Langlebigkeitsrisiko kannst du damit also nicht absichern. Einen Pfändungs- oder Insolvenzschutz gibt es nicht.

Immobilien als Teil der Altersvorsorge für Selbstständige

Zunächst einmal ist eine Immobilie ein gewaltiges Klumpenrisiko. Häufig ist sehr viel Kapital sehr unflexibel in dem Objekt gebunden. Planst du allerdings die Immobilie selbst zu bewohnen und ist sie gut finanziert, kann sie einen sinnvollen Beitrag leisten. In jedem Fall bietet sie einen guten Pfändungsschutz. Angemessener Wohnraum (kein Schloss) kann dir nur schwer weggenommen werden. Beachte jedoch, dass du Rücklagen für Sanierungen und Renovierungen bilden musst. Nebenkosten fallen ebenfalls weiterhin an.

Du brauchst also auch mit Eigenheim monatliche feste Einkünfte. Wenn du Immobilien zur Kapitalanlage in Betracht ziehst, solltest du einiges Knowhow mitbringen, um nicht baden zu gehen. Die meisten privaten Investoren jedenfalls werden damit nicht reich. Offene Immobilienfonds könnte da unter Umständen die bessere Alternative sein.

Die eigenen vier Wände können Teil der Altersvorsorge sein

Firmenverkauf als Teil der Altersvorsorge für Selbstständige

Grundsätzlich solltest du nicht damit rechnen. Erstens ist es sehr schwer, den korrekten aktuellen Wert zu ermitteln. Zweitens ist es unmöglich den korrekten, zukünftigen Wert zu ermitteln. Und drittens schwankt dieser Wert vermutlich auch noch sehr stark. Sicherlich kannst du, wenn du kurz vorm Ruhestand stehst, den Firmenwert in etwa abschätzen. Aber dann musst du noch einen Käufer finden. Da ist schon so mancher böse aufgewacht. Sieh den Firmenverkauf – sofern er überhaupt infrage kommt – eher als i-Tüpfelchen.

Und sonst so?

Du bist verheiratet? Dann mach in jedem Fall einen Ehevertrag! Klingt unromantisch. Aber richtig unromantisch wird’s bei einer Scheidung. Und teuer dazu. Dann klamüsert ihr eure Altersvorsorgen und Vermögen mühsam auseinander. Durch die Zugewinngemeinschaft erhält jeder Partner die Hälfte des Zugewinns, der in der Ehe entstanden ist. Daran verdienen vor allem Anwälte.

Mit einem Ehevertrag ist von Anfang an und vorher klar, wer was nach einer Trennung bekommt. So könnt ihr vereinbaren, dass der wirtschaftlich stärkere Partner für den schwächeren Partner die Altersvorsorge (zum Teil) übernimmt. Im Gegenzug behält jeder Partner sein Vermögen und seine Altersvorsorge. Such dir dafür juristische und steuerliche Hilfe.

Deine Altersvorsorge solltest du natürlich erst dann beginnen, wenn du bereit bist. Bereit bist du, wenn du deine existenziellen Risiken abgesichert, keine Schulden, einen ausreichenden Notgroschen hast und deine mittelfristigen Ausgaben und Konsumwünsche bezahlen kannst.

Deine Altersvorsorge solltest du gemeinsam mit einem Experten erstellen und regelmäßig anpassen. Im Vorfeld solltest du dir über deine Ziele, Wünsche, Bedürfnisse und Anforderungen klar sein.

Denk an deine Notfallplanung, also Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Testament. Das gehört definitiv zu einer vollständigen Altersvorsorge dazu.

Vorsorge für den Fall von Entscheidungsunfähigkeit ist integraler Bestandteil der Altersvorsorge

Stehst du etwa 10 Jahre vor deinem Ruhestand, beginnt langsam die Ruhestandsplanung. Dann werden die endgültigen Weichen gestellt. Fünf Jahre vorher geht’s an den Feinschliff. Für größere Sprünge und fundamentale Änderungen ist es dann in der Regel zu spät.

Gern unterstützen wir dich bei der Gestaltung deiner Altersvorsorge! Dazu kannst du einfach online einen Termin bei uns buchen.

Melde dich gern bei uns!

Dein Tom und dein Stephan

Du hast noch Fragen zum Thema Versicherungen und finanzielle Absicherung?





Seit 2011 sind Stephan Busch und Tom Wonneberger die PROGRESS Finanzplaner. In ihrem Blog erklären sie alles rund um Versicherungen und Finanzen - einfach und verständlich. Weitere Infos findest Du auf der Über Uns Seite.


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