Welche Versicherungen sind für Familien wichtig?

Spätestens, wenn sich der erste Nachwuchs ankündigt, stellen sich die meisten die Frage, ob und welche Absicherung die junge Familie braucht. Schließlich ist man nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich, sondern trägt die Verantwortung für einen kleinen Menschen.

Daher erreicht uns oft die Frage von werdenden Eltern: Was brauchen wir denn für Absicherung für das Kind?

Doch beginnt die Suche nach der angemessenen Absicherung nicht beim Kind, sondern bei den Eltern! Hierbei gibt es drei wesentliche Bausteine, die es zu berücksichtigen gilt.

Erstens: Haftpflichtversicherung. Diese gehört zur Grundausstattung eines jeden Haushalts. Diese sichert die Familie gegen Schadenersatzansprüche von Dritten ab. Darüber hinaus prüft jede Versicherung, ob erhobene Ansprüche überhaupt gerechtfertigt sind. Hierbei spricht man vom sogenannten passiven Rechtschutz. Wenn man also nicht gerade mit Absicht jemanden vom Fahrrad schubst, ist man rund um geschützt. Auch deliktunfähige Kinder (bis zum 7. Lebensjahr) können darüber abgesichert werden. Solche Verträge kosten maximal 100€ im Jahr.

Zweitens: Arbeitskraftabsicherung. Wer übernimmt die Versorgung der Kinder, wenn die Eltern oder ein Elternteil nicht mehr arbeiten können? Die Leistungen der Sozialversicherungen sind hier viel zu gering, denn es gibt maximal etwa ein Drittel vom Brutto, wer gar nicht mehr arbeiten kann. Deshalb ist es absolut wichtig, hier ein ausgewogenes Konzept zu haben. Wir erstellen deshalb immer ein Strategie-Papier, bei dem man aus drei Absicherungs- und Preisniveaus wählen kann. Entscheidend ist, dass die Eltern gesund sind, sonst wird der Schutz teuer, löchrig oder unmöglich. Daher gilt: So früh wie möglich darum kümmern!

Drittens: Absicherung für den Todesfall. Wenn ein Partner oder gar beide versterben sollten, sind die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung ebenfalls viel zu gering. Aus diesem Grund ist eine ausreichende Todesfallabsicherung notwendig. Hier gibt es zwei Optionen: Entweder man wählt eine klassische Risikolebensversicherung, die im Fall der Fälle eine große Summe auszahlt oder alternativ eine Risikorentenversicherung, die jeden Monat eine Rente auszahlt. Aus unserer Sicht ist die Rente die bessere Wahl. Denn die Kalkulation der Versicherungssumme entfällt. Mit Aufnahme des Haushaltsplans ist der monatliche Bedarf direkt ersichtlich und kann als Grundlage gewählt werden. Die Absicherung sollte so lange laufen, bis das Kind wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen kann, also mit etwa 25 Jahren. Die Preise dafür sind moderat.

Erst wenn diese drei Aspekte ausreichend erfüllt sind, sollten sich Eltern überhaupt Gedanken über die Absicherung des Nachwuchses machen. Hintergrund ist, dass es viel wahrscheinlicher ist, dass den Eltern etwas passiert, als den Kindern.

Haben die Eltern ein vernünftiges Konzept für die eigene Absicherung geht’s an den Schutz des Kindes. Hier gibt es viele unnötige Produkte und wenige Sinnvolle.

Was könnt ihr getrost vergessen? Das sind alle Arten von Rentenversicherungen, die meist niedliche Namen wie die berühmte Biene oder der gründe Drache haben. Die Kosten sind exorbitant und die Produkte dieses Geld nicht wert! Wollen Oma oder Opa den Kleinen etwas gönnen, sollen sie entweder ein Tagesgeldkonto einrichten oder die Kosten für den Musikunterricht oder den Sportverein übernehmen. Auch Krankenzusatzprodukte für Kinder halten wir für überflüssig. Die gesundheitliche Versorgung in Deutschland, speziell von Kindern, ist hervorragend. Zu überlegen ist, ob ein Wechsel der Krankenversicherung sinnvoll sein kann, da es unterschiedliche Leistungen gibt.

So gesehen, können wir nur zwei Produkte für Kinder empfehlen: Die Unfallversicherung und eine sogenannte funktionelle Invaliditätsversicherung. Das erste kennt wohl jeder. Wenn sich die Kleinen böse verletzen und ein bleibender Schaden zurück bleibt, zahlt diese Versicherung eine einmalige Leistung. Damit können besondere Therapien oder z.B. Umbauten am Haus bezahlt werden.

Das zweite ist eher unbekannt. Die funktionelle Invaliditätsversicherung (oder auch Existenzschutzversicherung) zahlt eine Rente aus, wenn ein schwerer Unfall passiert ist, das Kind pflegebedürftig wird, an einer Schweren Krankheit leidet oder bestimmte Grundfähigkeiten, wie Laufen oder Sprechen verliert. Die Leistungsprüfung ist relativ objektiv und die Antragsprüfung simpel. Das ganze Produkt ist recht transparent und kostengünstig.  Solange wie das Kind eingeschränkt ist, leistet die Versicherung. Damit ist das Kind, in unseren Augen, ausreichend abgesichert.

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Sicher, man kann noch ganz viele „tolle“ Produkte abschließen, aber damit ist niemandem geholfen, außer dem Vertreter. Es können nie alle Risiken abgesichert werden. Aber mit diesen Empfehlungen müsst ihr euch zumindest in gravierenden Fällen keine Sorgen um das Finanzielle machen. Ansonsten lautet unser letzterAbsicherung von Familien Genießt das Leben als Familie und verbringt möglichst viel Zeit mit eurem Nachwuchs!

Bei weiteren Fragen könnt ihr euch gern an uns wenden!

 

5 Kommentare

  1. Empfehlenenswert ist m.E. noch der Teil eines jeden Vertrages “Was ist vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.”. Denn jedem wird wohl einleuchten, dass man nicht alles versichern kann. Um sich jedoch nicht in falscher Sicherheit zu wiegen, sollte man wissen, wann man besonders vorsichtig sein sollte…

  2. Dem kann ich nur zustimmen!!! Steht Nachwuchs ins Haus, sollten werdende Eltern zunächst an ihre eigene Gesundheit denken und sich umfassend gegen existenzielle Risiken absichern. Geht es um die Absicherung der eigenen Kinder halte ich den Abschluss einer Kinderinvaliditätsversicherung auch für sehr sinnvoll. Schließlich springt sie mit der Zahlung einer lebenslangen Rente ein, sobald das Kind an einer schweren Erkrankung wie einer Behinderung leidet. Hingegen sollte man auf den Abschluss anderer Versicherungen verzichten, da zahlreiche Versicherungen häufig derart konzipiert sind, sodass die Kinder automatisch mitversichert sind. Darüber hinaus sollte der Versicherungsabschluss mit Vorsicht angegangen werden, da sich unter den zahlreichen Versicherungen gelegentlich Angebote tummeln, die der Familie keinen nützlichen Mehrwert bieten.

  3. Hallo Jungs,

    grundsätzlich ein riesen Lob an Euch, macht Ihr sensationell gut. Bin selbst Papa und Versicherungsmakler. Gehe auch in 99% der Fälle mit Euren Meinungen konform, aber hier ausnahmsweise mal nicht. Was ist , wenn mein Kind mal eine wirklich schwere Erkrankung hat und mein Kind dann den Spezialisten braucht, in diesem einen Krankenhaus und dieser Spezialist sich nicht wirklich für die Gebührenordnung der Ärzte interessiert und auch über den Höchstsätzen abrechnet? Wahlarzt, Wahlkrankenhaus und über den Höchstsätzen der GOÄ , als Schutz für mein Kind, dass sind mir 5-6 Euro Monatsbeitrag wert.

    1. Hallo Björn,

      danke für dein Feedback! Keine Frage, dass einem der Schutz des eigenen Kindes alles wert ist. Und ja, man kann eine solche Zusatzversicherung natürlich abschließen. Wir verbieten niemanden, dies zu tun. Eine solche Zusatzversicherung gehört gern zu den “Kann-Versicherungen”. Allerdings und ja, da kann man geteilter Meinung sein, sehen wir dies nicht als existenzielles Risiko an. Anders als z.B. eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit.

      Bekommt man eine vernünftige Krankenzusatzpolice mit ambulanter und stationärer Zusatzleistung für 5€ im Monat? Kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Aber lasse mich gern aufklären 🙂

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

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