Welche Versicherungen dein Unternehmen (nicht) braucht

Keine Kommentare

In diesem Beitrag erklären wir, welchen Versicherungsschutz dein Unternehmen (nicht) braucht und wie du am besten vorgehst.

Betriebshaftpflicht

Wenn du während deiner selbstständigen Tätigkeit jemand anderen einen Schaden zufügst, musst du diesen ersetzen. Grundsätzlich haftest du ebenso wie im Privatbereich unbegrenzt. Das Problem ist, dass von deiner Betriebsstätte (auch von deinem Home-Office) eine Gefahr ausgeht. Dadurch haftest du zum Teil sogar verschuldensunabhängig. Du kannst zwar die Haftung gegenüber Kunden und Lieferanten mit deinen Verträgen bzw. AGB zum Teil begrenzen. Hier ist juristischer Rat nötig. Gänzlich ausschließen kannst du die Haftung jedoch nie. Das heißt, JEDES Unternehmen, egal wie klein oder groß, braucht eine Betriebshaftpflicht.

Besonders wichtig ist sie, wenn du persönlichen Kundenumgang oder ein Geschäft hast, in dem Kunden verkehren. Dann kann es schnell mal passieren, dass sich jemand verletzt oder etwas kaputt geht.

Als Gewerbetreibender stellt der Gesetzgeber wesentlich höhere Anforderungen an dich was das Thema Sicherheit angeht. So bist du z.B. verpflichtet, sämtliche Betriebsstätten mit einem Feuerlöscher auszustatten. Wenn du das nicht hast, gefährdest du einerseits deinen Versicherungsschutz (wenn ein Schaden wegen eines Brandes auftritt) und andererseits kriegst du richtig Probleme mit der Berufsgenossenschaft, sobald du Mitarbeiter einstellst. Hier drohen dir Bußgelder von bis zu 50.000€.

Regeln für die Ausrüstung Feuerlöschern

Spezial: Produkt-, Berufs- und Vermögensschadenhaftpflicht

Je nachdem, in welcher Branche du unterwegs bist, ist es notwendig, spezielle Deckungen abzuschließen.

Du produzierst Waren und bringst sie in Umlauf? Dann haftest du dafür. Verletzt sich also jemand an deinem gezimmerten Tisch, musst du diesen Schaden ersetzen. Dafür brauchst du eine Produkthaftpflicht. Besondere Aufmerksamkeit ist gefordert, wenn du Sachen aus dem außereuropäischen Ausland importierst und hier verkaufst. Wenn du fremde Sachen als Händler in eigenem Namen verkaufst, haftest du ebenso dafür. Wenn du Einzelhändler belieferst, garantierst du vertraglich eine bestimmte Qualität. Wenn du diese dann nicht einhältst und der Händler die Ware aus den Regalen nimmt, musst du diesen Schaden ersetzen. Das ist dann ein Fall für die erweiterte Produkthaftpflicht.

In einigen Berufen ist eine Berufshaftpflichtversicherung notwendig oder gar vorgeschrieben. Vor allem in beratenden und in Heilberufen gehört diese zur Grundausstattung. Wer sich also als Anwalt, Steuerberater, Architekt, Ingenieur oder Arzt niederlässt, braucht sie.

Eine Vermögensschadenhaftpflicht deckt ausschließlich sog. Echte Vermögensschäden ab. Wer beispielsweise als Finanzberater eine falsche Empfehlung abgibt und der Kunde deswegen einen Verlust erleidet, haftet dafür. Also sollten sich wieder beratende bzw. treuhänderische Berufe darüber Gedanken machen.

Geschäftsinhalt und Betriebsunterbrechung

Am Anfang hast du vielleicht noch nicht die großen Werte in deiner Firma. Aber spätestens, wenn es bei dir läuft und du wächst, ändert sich das. Zum Geschäftsinhalt gehören Dinge wie Maschinen, Technik, Ausstattung, Waren, Rohstoffe und kaufmännische Einrichtung. Ohne diese Sachen steht dein Betrieb still. Sie sind also neben deiner Arbeitskraft Grundlage deines Erfolgs. Deshalb solltest du dir über deren Absicherung Gedanken machen. Eine Inhaltsversicherung ist gewissermaßen die Hausratversicherung für den Betrieb. Sie ersetzt die Schäden an deinem Inventar.

Eine Inhaltsversicherung deckt folgende Risiken: Feuer, Explosion, Leitungswasserschäden, Sturm und Einbruchdiebstahl. Zu dieser Basis kannst du weitere Risiken individuell absichern. Um den korrekten Bedarf und Versicherungssumme zu ermitteln, solltest du einen Profi hinzuziehen.

Du bist Händler und verkaufst Ware auf Kommission? Brennt der Laden und damit die Kommissionsware ab, musst du den Schaden ersetzen. Das musst du in der Inhaltsversicherung besonders vereinbaren.

Du bist Unternehmens- oder Steuerberater bzw. Anwalt? Dann achte darauf, dass die Wiederherstellung von Akten und Daten ausreichend mit abgedeckt ist. Üblich sind hier sehr geringe zusätzliche Versicherungssummen. Da gilt es im Angebot genau hinzuschauen.

Läden sollten auf eine ausreichende Deckung von Bargeld achten. Üblich sind sehr geringe Summen bzw. sehr hohe Sicherheitsanforderungen. Wenn dann Samstagfrüh in der Weihnachtszeit eingebrochen wird, kann das sehr schmerzhaft werden.

Wenn du deinen Laden oder dein Geschäft aus- oder umgebaut hast, achte darauf, dass die Dinge als Gebäudebestandteile und –einbauten explizit in den Versicherungsschutz aufgenommen werden.

Wichtige Klauseln, die aus unserer Sicht enthalten sein sollten sind: der Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit bis zu einer gewissen Summe, der Verzicht auf Unterversicherung bis zu einer gewissen Summe und der Verzicht auf den Einwand des Zeitwerts, so dass immer zum Neuwert entschädigt wird.

Um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden, musst du die vom VdS aufgestellten Sicherungsrichtlinien einhalten. Dazu gehören mindestens die richtige Ausstattung mit Feuerlöschern, die regelmäßige Prüfung aller elektrischen Geräte und Anschlüsse sowie der Einbruchschutz durch bündige Zylinderschlösser aller Eingangstüren und ausreichend dimensionierter Schließbleche bei Holztüren. Je nachdem was du für ein Geschäft oder Betrieb hast, kann der Versicherer zusätzliche Sicherungen verlangen. Wir stellen dir hier die entsprechenden Broschüren zur Verfügung.

Sicherungsrichtlinien für Geschäfte und Betriebe

Merkblatt Prüfung elektrischer Anlagen

Eine Betriebsunterbrechungsversicherung (BU) ergänzt diesen Schutz. Wenn dein Betrieb aufgrund eines Brands für einige Monate nicht produzieren kann, bleiben deine Kosten wie Miete und Gehälter dennoch bestehen. Die Wenigsten haben so viel Liquidität, um diese fixen Kosten zu decken. Die Betriebsunterbrechung leistet genau in diesen Fällen. Davon gibt es natürlich wieder verschiedene Formen. Für kleine Unternehmen ist in der Regel eine kleine Betriebsunterbrechung (KBU) ausreichend. Die Versicherungssumme ist der Einfachheit halber mit der der Inhaltsversicherung identisch.

Spezial: Elektronik, Maschinenversicherung

Elektronik- und Maschinenversicherungen sind Spezialthemen. Eine Maschinenversicherung deckt z.B. im Gegensatz zur normalen Inhaltsversicherung auch Bedienungsfehler oder den unerwarteten Ausfall des Geräts.

Die Elektronikversicherung ist dann sinnvoll, wenn kaum sonstige Werte wie Waren, Vorräte oder andere Betriebseinrichtung vorhanden ist. Eine Elektronikversicherung bietet darüber hinaus Schutz außerhalb des Betriebs. Das wiederum ist für viele Freelancer, Fotografen oder kleine Dienstleister wichtig.

Die Elektronikversicherung hat im Gegensatz zur Inhaltsversicherung keine Sicherungsanforderungen und leistet für alle Gefahren.

Rechtsschutz für Unternehmen

Eine Rechtsschutzversicherung hilft dir, deine Ansprüche durchzusetzen. Dabei prüft sie zunächst, ob Aussicht auf Erfolg besteht. Nur dann wird sie die Kosten wie z.B. für Anwälte, Gericht oder Gutachter tragen. Grundsätzlich sind wir nicht die größten Freunde von Rechtsschutzversicherungen. Bei Selbstständigen kommt es jedoch drauf an. Wir glauben, dass viele Probleme gar nicht erst entstehen müssen. Oft ist es besser, sich im Vorfeld rechtlich beraten oder Verträge prüfen zu lassen. Dafür brauchst du keinen Rechtsschutz, sondern einen vernünftigen Anwalt. Bevor du hier etwas abschließt, solltest du ganz genau wissen, für was du den Schutz brauchst und ob es nicht Alternativen gibt.

Warenkredit + Bürgschaft + Kaution

Bei Unternehmen, die viel vorfinanzieren, sind Warenkreditversicherungen und Bürgschaften wichtig. Eine Warenkreditversicherung springt dann ein, wenn dein Auftraggeber deine Leistung nicht mehr bezahlen kann. Sie schützt also vor Forderungsausfall. Wenn du wenige, große Aufträge hast, ist dieser Ausfall oftmals existenzbedrohend.

Viele Unternehmen müssen für Kredite große Sicherheiten liefern. Oftmals werden diese wie eine Kaution bar hinterlegt. Das reduziert die Liquidität des Unternehmens ganz dramatisch. Häufig ist eine Kaution oder Bürgschaft über eine Versicherung die bessere Wahl. Diese leistet exakt so wie eine Bank, belastet jedoch die Bonität nicht.

Jeder der Gewerberäume anmietet, leistet solche Bürgschaften und Kautionen. Die Kautionen werden häufig als Bareinlage an den Vermieter gezahlt. Gerade am Anfang brauchst du jedoch jeden Cent. Hier ist eine Mietkautionsversicherung sinnvoll. Du sparst dir die Bareinlage und bezahlst stattdessen jährlich deinen Versicherungsbeitrag. Dieser zählt im Übrigen als normale Betriebsausgabe. Wenn du schon Kautionen hinterlegt hast, kannst du eine Police abschließen und sie dir so zurückholen.

Wie du für dein Unternehmen am besten vorgehst

Suche dir zunächst einen guten Makler oder Versicherungsberater. Kläre für dich im Vorfeld, welche Erwartungen du hast und welche Unterstützung du brauchst. Zu Beginn sollte es darum gehen, die Risiken zu identifizieren. Jeder Betrieb hat unterschiedliche Gefahren und Bedarfe. Dann solltest du überlegen, welche Risiken du vermeiden oder zumindest minimieren kannst. Oft genügen kleine Änderungen um die Situation deutlich zu verbessern. Eine ausreichend große Liquidität gehört dazu. Risiken, die du nicht tragen kannst oder willst, solltest du versichern. Dafür macht dein Makler oder Berater eine Ausschreibung um den passenden Schutz zu finden. Prüfe regelmäßig die vereinbarten Versicherungssummen. Prüfe genauso regelmäßig, welch Risiken hinzukommen oder wegfallen und passe deine Verträge entsprechend an.

Übrigens: Auch wir helfen dir dabei, den passenden Versicherungsschutz für dein Unternehmen zu finden! Schreib uns eine Nachricht oder vereinbare direkt einen Termin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.