Lebensphasenberatung – Heirat

Was ändert sich durch eine Heirat? Auf was soll ich achten? Was sollte besprochen werden? Wir beleuchten alle Finanzfragen rund ums das Thema Heirat.

Einnahmen und Ausgaben

Wer heiratet, hat die Möglichkeit, sich steuerlich gemeinsam veranlagen zu lassen. Dies ist vor allem bei Paaren sinnvoll, die sehr unterschiedlich verdienen. Am besten hierzu den Steuerberater zurate ziehen. Spätestens jetzt sollte auch die gemeinsame Haushaltsführung inklusive Gemeinschaftskonten überdacht werden.

Haftungsrisiken

Wer anderen einen Schaden zufügt, haftet dafür in unbegrenzter Höhe. Deshalb stehen Haftungsrisiken ganz oben auf der Prüfliste. Singlepolicen können auf eine Familienpolice umgestellt werden, etwaige Doppelversicherungen können gekündigt werden, sofern dadurch der bisher bestehende Versicherungsschutz nicht beeinträchtigt wird. Dabei bleibt der ältere Vertrag bestehen. Bei älteren Verträgen wird eine Leistung wegen Schäden unter den Ehepartnern oft ausgeschlossen. Bei aktuellen Tarifen werden solche Schäden mittlerweile berücksichtigt. Unter diesem Gesichtspunkt lohnt sich beispielsweise eine Prüfung.

Krankheitskosten

Durch eine Heirat ergibt sich unter Umständen Änderungs- und Beratungsbedarf, z. B. in Bezug auf Beihilfevorschriften für Beamte, Ehegatten-Nachversicherung in der privaten Krankenversicherung oder die Mitversicherung von Ehepartnern oder Kindern. Wer gesetzlich krankenversichert ist, kann seinen Partner kostenfrei mitversichern wenn dieser weniger als 405€ im Monat bzw. 450€ bei geringfügiger Beschäftigung (Stand 2015) verdient.

Invalidität

Es sollte geklärt werden, ob beide Partner gemeinsam oder getrennt betrachtet werden sollen. Entsprechend sollte die bestehende Versorgung angepasst oder eine neue eingerichtet werden. Man sollte hierbei überprüfen, wer im Schadenfall Leistungen erhält.

Todesfall

Anlässlich einer Heirat stellt sich die Frage, ob (zusätzlicher) Absicherungsbedarf bei Tod eines Ehepartners besteht. Daher sollte dieser Bereich für beide Ehepartner analysiert werden. Hierzu gehört auch, bestehende Versorgungen zum Beispiel hinsichtlich der Höhe der Absicherung, der Bezugsrechte und der Garantiezeiten zu überprüfen und bei Bedarf zu ändern. Ehegatten haben Anspruch auf Hinterbliebenenrente, sofern der Ehepartner in der Gesetzlichen Rente versichert war. Wem was zusteht, haben wir im hier erörtert.

Pflege

Es sollte geklärt werden, ob bei der Bedarfsermittlung das Einkommen und das Vermögen beider Partner gemeinsam oder getrennt betrachtet und eventuelle Pflegeleistungen des jeweils Anderen berücksichtigt werden sollen. Entsprechend sollte eine bestehende Versorgung angepasst oder eine neue eingerichtet werden. Der Schutz des Ehepartners (und ggf. der Kinder) im Falle der eigenen Pflegebedürftigkeit ist ebenfalls zu berücksichtigen.

Ruhestand

Bei einer Heirat entstehen gegenseitige Versorgungsverpflichtungen – gesetzlich oder vertraglich. Daher sollte die Altersvorsorge beider Ehepartner komplett analysiert werden, zum Beispiel hinsichtlich der Höhe der Absicherung, der Bezugsrechte und der Garantiezeiten.

Sonstige Risiken

Singlepolicen (Rechtsschutz, Assistance) können auf eine Familienpolice umgestellt und etwaige Doppelversicherungen gekündigt werden, sofern dadurch der bisher bestehende Versicherungsschutz nicht beeinträchtigt wird. Viele Mandanten fragen Rechtsschutzversicherungen wegen Familienstreitigkeiten nach. Eine Scheidung kann sehr teuer werden, weshalb die meisten Tarife eine Leistung hier komplett ausschließen oder lediglich auf eine telefonische Beratung beschränken. Die Kosten richten bei einer Trennung richten sich dabei nach dem Streitwert, also den Vermögenswerten und Versorgungsansprüchen. Je höher diese sind, desto saftiger fallen Anwalts- und Gerichtskosten aus. Um dieser Problematik zu begegnen, ist ein Ehevertrag angebracht. Dieser mag unromantisch erscheinen, ist aber sehr viel günstiger, als ein späterer Rosenkrieg.

Manche fragen auch wegen Hochzeitsversicherungen an. Wir halten diese grundsätzlich  für überflüssig.

Vermögen – Verbindlichkeiten

Eine Heirat kann unter Umständen sehr viel Geld kosten. Daher sollte im Vorfeld der Bedarf ermittelt werden und ein entsprechender Sparplan entwickelt werden, um eine Kreditaufnahme zu vermeiden. Kredite sind grundsätzlich zunächst zu tilgen und eine Rücklage auf einem Tagesgeldkonto oder Ähnlichem von mindestens drei Monatsausgaben aufzubauen.

Sofern kein Ehevertrag geschlossen wurde, der etwas anderes regelt, gilt in Deutschland unter Ehe- und Lebenspartnern die Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet, dass Vermögen, Verbindlichkeiten und Versorgungsansprüche, die während der Ehe erworben werden, bei Trennung oder Tod zu gleichen Teilen auf die Eheleute aufgeteilt werden. Dies kann gerade bei größeren Vermögen oder Krediten im Zweifel zu unerwünschten Ergebnissen führen. Deshalb empfehlen wir eine juristische Prüfung und Ordnung der Vermögensverhältnisse.

Fazit

Vor allem aus steuerlicher und in versorgungsrechtlicher Sicht bietet die Heirat zahlreiche Vorteile. Eine Heirat bietet über dies eine sehr gute Gelegenheit, alle Verträge auf den Prüfstand zu stellen und Verbesserungsmöglichkeiten zu nutzen. Dieser finanzielle Aspekt sollte neben dem romantischen nicht vergessen werden!

Das sind natürlich sehr allgemeine Informationen und Punkte, auf die ihr achten solltet. Wenn ihr individuelle Fragen habt, meldet euch bei uns!

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