Was bringt ein Haushaltsplan?

7 Kommentare

Wie viel Geld habe ich heute schon ausgeben?

Und wie viel wird voraussichtlich am Ende des Monats übrig bleiben?

Fiel es dir schwer, sofort genaue Beträge nennen zu können? Verwerflich ist das nicht – das 21. Jahrhundert bietet mehr als genug Möglichkeiten, sein Geld quasi aus dem Fenster zu werfen. Vor allem in Großstädten wie Dresden ist das Angebot an Geschäften, Restaurants, Cafés, Bars, Freizeitaktivitäten und anderen Dienstleistern riesig. Hinzu kommt das Privileg zu jeder Tageszeit, 365 Tage im Jahr, seine materiellen Wünsche mit nur wenigen Klicks im Internet erfüllen zu können. Dann bestellt man schnell das 30. Paar Turnschuhe oder bucht eben einen Wochenendtrip nach Prag, weil man per E-Mail ein super Angebot erhalten hat. Wie viel man am Monatsende inklusive Miete, Nebenkosten, Versicherungen und Co. ausgeben hat, kann man meist nur noch schätzen. Und immer häufiger stellt man mit dem Blick auf die Kontoauszüge fest, dass man sich doch ordentlich verschätzt hat.

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Die Versuchung lauert an jeder Ecke. Wer nicht aufpasst, landet schnell in der Schuldenfalle

Mit diesem Artikel möchten wir dir also nicht eine lästige Pflicht auferlegen, sondern dich vor bösen Überraschungen bewahren und dir die Möglichkeit geben, einen Überblick über deine finanzielle Situation zu geben. Mit einem Haushaltsplan kannst du die versteckten „Geldfresser“ erkennen und eliminieren. So besteht für dich die Gelegenheit einen Notgroschen aufzubauen, um ungeplante, teure Anschaffungen, wie z.B. die Reparatur des Laptops, bezahlen zu können ohne hohe Kreditzinsen an die Bank leisten zu müssen. In Zukunft wird es dir auch leichter fallen, größere Ausgaben und Anschaffungen zu planen.

Welche Wege es gibt einen Haushaltsplan zu führen, wirst du von uns erfahren. Welcher für dich der richtige ist, darfst du allein entscheiden.

Das gute alte Haushaltsbuch

Die älteste Variante einen Haushaltsplan zu führen, ist auch die einfachste und verständlichste: per Hand alle Einnahmen und Ausgaben aufschreiben. Dafür benötigst du lediglich ein Notizbuch und einen Kugelschreiber.

Damit du auch alle Beträge richtig erfasst, solltest du bei jedem Einkauf den Kassenzettel mitnehmen, Rechnungen aufheben und Ausgaben, für die du keinen Beleg erhältst, merken. Nimm dir täglich, z.B. vorm zu Bett gehen, ein paar Minuten Zeit und trage alle deine Zahlungen in dein Notizbuch ein. Du kannst beispielsweise alle Einnahmen und Ausgaben den jeweiligen Kategorien zuordnen.

So siehst du am Ende des Monats wofür du am meisten Geld ausgibst und wie viel dir noch zur Verfügung steht. Vorteilhaft ist bei dieser Form der Haushaltsplanung, dass du ein gewisses Maß an Ordnung mitbringst, um die Übersichtlichkeit gewähren zu können. Leider muss man sich bei dieser Variante Grafiken und Diagramme selbst erstellen, sofern man diese benötigt, was einige Zeit in Anspruch nimmt.

Sollte dir das Tabellenzeichnen und Kategorienausdenken zu aufwendig sein, haben wir noch einen Tipp für dich: Das Haushaltsbuch von Mäc-Geiz bietet dir für unter einem Euro vorgedruckte Tabellen, die du nur noch mit deinen Einnahmen und Ausgaben füllen musst.

Die Excel-Tabelle

Mit Excel hast du die Möglichkeit, nicht nur deine Einnahmen und Ausgaben genau zu erfassen, sondern diese auch ohne Probleme auswerten zu lassen. So kannst du deine Ausgabenentwicklung sogar grafisch aufbereiten und siehst auf einen Blick, ob du zu viel ausgibst oder es schaffst, Geld zur Seite zu legen. Weiterer Vorteil ist, dass du dir Budgets vorgeben kannst und siehst, ob du diese erfüllst oder überschreitest. So kannst du frühzeitig einer unguten Entwicklung entgegensteuern.

Allerdings erfordert es – sofern du die Tabelle selbst erstellst – einigen Aufwand und gewisse Kenntnisse, den Haushaltsplan zu erstellen. Dafür gibt es jedoch Vorlagen aus dem Internet oder aber unseren Haushaltsplan.

Haushaltsplan PROGRESS

Haushaltsbuch 2.0

Mittlerweile existiert ja für alles eine passende App, warum nicht auch seinen Haushaltsplan mit Hilfe des Smartphones führen? So besteht die Möglichkeit Eintragungen schon unterwegs durchzuführen – das Risiko etwas zu vergessen reduziert sich so auch auf ein Minimum.

Als Android-Nutzer stehen dir viele kostenlose und hilfreiche Apps zur Haushaltsplanung zur Verfügung. „Unser Haushaltsbuch“ von Mavi Software ist beispielsweise empfehlenswert. Eine Registrierung wird hier nicht verlangt. Das Design ist relativ schlicht und schick gehalten. Für dich besteht die Möglichkeit Einnahmen und Ausgaben in Kategorien einzuteilen und das jeweilige selbst festgelegte Budget anzugeben. Die App berechnet auch sofort, wie viel Geld du diesen Monat noch übrig hast. Des Weiteren existieren zahlreiche Übersichten, wie z.B. Kreisdiagramme über die Verteilung der Einnahmen oder Ausgaben. Die Verschlüsselung mit einem Passwort ist ebenfalls möglich und schützt so deine Privatsphäre. Alles in allem lohnt sich diese App, vor allem für jene, die keinen Schritt ohne ihr Smartphone machen. Der einzige Nachteil besteht in der eingebetteten Werbung, welche jedoch nicht großartig stört.

Das Angebot an hilfreichen und kostenlosen Apps für Apple-Produkte sieht allerdings ziemlich mager aus. Die meisten Apps stellen eher eine Testversion da, d.h. man darf lediglich zwanzig Buchungen pro Monat vornehmen und muss danach die Vollversion im Appstore erstehen. Wir möchten jedoch nicht die Apple-Gemeinde entmutigen: Wir haben eine App gefunden, die ohne Zuzahlungen funktioniert! Sie heißt „Mehr vom Geld Haushaltsbuch“ und wurde von Norbert Frank entwickelt. Diese kann übrigens auch über den Google Play Store bezogen werden und ist somit auch für alle Geräte mit Android-Betriebssystem nutzbar. Eine Registrierung ist hier ebenfalls nicht erforderlich. Das Design ist schlicht in weiß und blau gehalten. Die Bedienung ist allerdings zu Beginn etwas kompliziert und erfordert Übung. Auch hier hast du die Möglichkeit Einnahmen und Ausgaben in Kategorien einzuteilen und sogar passende Icons auszuwählen. Es stehen dir ebenfalls Übersichten, wie z.B. eine Monatsauswertung oder ein Balkendiagramm zur Ausgabenverteilung, zur Verfügung. Sobald man also mit dieser App vertraut ist, kann auch sie ein nützlicher Helfer zur Haushaltsplanung sein.

Unten haben wir die drei Möglichkeiten einmal verglichen. Je mehr Kreuze, desto besser ist die Variante in dem Bereich.

  Haushaltsbuch Excel-Tabelle App
Flexibilität xx xxx x
Übersichtlichkeit x xxx xx
Funktionalität xxx xx x
Auswertung x xxx xx
Optik x xx xxx
Kosten xxx xxx xx

Was bringt das?

Der Haushaltsplan dient nicht dazu, dich selbst zu quälen. Das Haushaltsbuch ist das einfachste und wirksamste Instrument, das am Ende des Monats noch Geld übrig ist und nicht umgekehrt. Es ist die einfachste Lösung, sich von Banken und Mutti finanziell unabhängig zu machen. Mit einiger Übung wird das Führen des Buchs so alltäglich wie das Zähneputzen. Auch hier gilt, dass Regelmäßigkeit das wichtigste ist. Wenn du ihn täglich führst, brauchst du maximal 1 Minute am Tag oder 30 im Monat. Indem du dir dein individuelles Budget für z.B. deine Freizeit oder fürs Shoppen vorgibst, hast du kein schlechtes Gefühl mehr, mal Geld auszugeben, da du weißt: Ja, das kann ich mir leisten. Die ganzen kleinen Geldfresser, die jeden Tag an deinem Geldbeutel zerren, verschwinden mit der Zeit.

Wir führen seit über fünf Jahren einen Haushaltsplan und können sagen: Es funktioniert!

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Stephan B. (27) und Tom W. (25) führen seit Jahren erfolgreich Buch über ihre Einnahmen und Ausgaben

7 thoughts on “Was bringt ein Haushaltsplan?”

  1. Hans Müller says:

    Ein Link zur App/Apps wäre nicht verkehrt wenn man sich in so einem Beitrag drauf bezieht (ja man kann das auch selber suchen.. aber ihr wisst ja 🙂

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Hans,

      ja, guter Hinweis, die werden wir mal noch nachliefern!

  2. Marco Angermann says:

    Guter Artikel bzw. Beitrag und die App – Unser Haushaltsbuch – ist wirklich zu empfehlen!

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Marco,

      vielen Dank für das Lob und deine Empfehlung 🙂

  3. Enno says:

    Habe das selbst jahrelang praktziert, weiss also auch das es funktioniert. Nur wer das macht, erkennt für wie viele sinnlose Dinge das Ggeld oft ausgegeben wird. Euch beiden mit euren Ideen weiterhin viel Erfolg und einen langen Atem mit dem Gesamtprojekt.

  4. Lisa says:

    Danke für den Beitrag und eure Excel-Tabelle! Ich versteh leider nicht so ganz, wofür das erste Tabellenblatt gut ist. Denn meine Ausgaben gebe ich doch in den jeweiligen Monats-Tabellenblättern ein, oder?

    1. Tom Wonneberger says:

      Hallo Lisa,

      in das erste Tabellenblatt trägst du deine Budgets ein. Also wie viel willst/musst du für Miete, Auto usw. ausgeben. Die Zahl trägt es dann in alle Monate vor. Damit kannst du abgleichen, ob du zu viel in der jeweiligen Kategorie ausgegeben hast oder ob du im Plan liegst.

      Des Weiteren kannst du die Kategorien selbst umbenennen oder weitere hinzufügen. Diese trägt es automatisch in alle anderen Blätter vor.

      Außerdem trägst du deine Ersparnisse bzw. Schulden vom Anfang ein.

      Ich hoffe, ich konnte deine Frage beantworten!

      Viele Grüße

      Tom

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