Berufseinstieg – Ein kleiner Ratgeber

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Der Berufseinstieg ist eine aufregende Zeit des Umbruchs. Wir wollen mit diesem Artikel Ängste und Sorgen davor nehmen und ein paar Hinweise geben.

Das Ende des Studiums naht. Meist viel schneller als einem lieb ist, hat man sich doch an das mal mehr, mal weniger entspannte Studentenleben gewöhnt. Wir sprechen da aus Erfahrung.

Der drohende Beginn der beruflichen Karriere ist für die meisten eine der aufregendsten Zeiten im Leben – egal ob man sich selbstständig macht oder eine Anstellung sucht. Spätestens jetzt heißt es: eigene Wohnung, Verantwortung übernehmen, mit dem Geld klarkommen, Job finden usw. Fragen tauchen auf, die nie zuvor eine Rolle gespielt haben: Wie viel ist meine Arbeitskraft eigentlich wert? In welcher Branche will ich arbeiten? Schaff ich es, mein theoretisches Wissen aus dem Studium in der Praxis einzusetzen? Welche Versicherungen brauche ich? Werde ich den Anforderungen meines Arbeitgebers gerecht? Reicht mein Geld? Hab ich noch Freizeit? Werde ich jetzt zum Spießer?

Berufseinstieg

Selbstbewusstsein

Zunächst mal ganz wichtig: Bleib du selbst! Verbiege dich nicht und folge deiner Leidenschaft. Wenn du ein Studienfach oder Ausbildungsberuf gewählt hast, weil er dich interessiert (hat), hast du schon mal einiges richtig gemacht. Nichts ist grausamer, sich zur Arbeit zu quälen und sich jeden Tag zu überlegen, für wen man den Mist eigentlich macht. Insofern: Folge weiterhin deinem inneren Antrieb. Hör auf deine innere Stimme!

Überleg dir, was dir wichtig im Leben ist und wo deine Prioritäten liegen. Willst du viel Geld verdienen? Dann wirst du über Überstunden, Weiterbildung und co. nachdenken müssen. Denn: die allermeisten sind aufgrund von überdurchschnittlichem Einsatz und Arbeit vermögend geworden. Denkt aber daran, dass Geld nicht alles ist.

Wenn dir aber Freizeit, Freunde, Umfeld, nette Atmosphäre wichtiger sind, wähle deinen zukünftigen Arbeitgeber entsprechend danach aus. Keine falsche Bescheidenheit: DU suchst dir das Unternehmen aus, nicht umgekehrt! Wenn du, z.B. im Bewerbungsgespräch merkst, dass die Chemie nicht stimmt, lass es! Gut ausgebildete, junge Leute werden stark umworben. Die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen beträgt etwa 5%, das bedeutet, es herrscht faktisch Vollbeschäftigung. Im Gegenteil: In einigen Berufszweigen suchen die Unternehmen händeringend nach Berufsanfänger – eine unglaublich vorteilhafte Position!

Für alle, die die Karriere-Leiter erklimmen wollen, empfiehlt es sich auch, frühzeitig mit Weiterbildungen zu beginnen. Oftmals unterstütz der Arbeitgeber dieses Ansinnen. Darüber hinaus gibt es das ein oder andere Förderprogramm. Wie groß die sog. Bildungsrendite (der Ertrag in Form eines höheren Gehalts oder besserer Arbeitsbedingungen aufgrund Investitionen in die eigene Bildung) tatsächlich ist, werden wir in einem der nächsten Beiträge untersuchen.

Das liebe Geld

Viele Studenten und Azubis leben von ca. 600€ im Monat und kommen damit meist gut klar. Wenn dann das erste Mal „richtig“ Geld verdient wird, kommt dem ein oder anderen vielleicht der Gedanke: „Was kostet die Welt?!“. Hier ist unser Rat: Immer schön langsam! Haltet euer Geld erstmal zusammen. Sich an mehr Geld zu gewöhnen fällt leicht, der umgekehrte Weg ist ungleich schwerer. Einen einmal gewöhnten Lebensstandard gibt man ungern auf. Wie sinnvoll es sein kann, ein Weilchen etwa auf Studentenniveau weiterzuleben, möchten wir euch mit folgendem Rechenbeispiel deutlich machen:

Marie ist 26 Jahre alt und hat ihr BWL-Studium abgeschlossen. Nun beginnt sie bei einem mittelständischen Unternehmen im Bereich Einkauf. Im Studium hat sie von 600€ gelebt. Jetzt verdient sie zu Beginn 1.600€ netto. Sie rechnet damit, dass sie 900€ im Monat braucht, da sie nun selbst z.B. für ihre Versicherungen und das Auto aufkommen muss und sie Mittags nicht mehr in die Mensa gehen kann. Den Rest legt sie auf einem Tagesgeldkonto zur Seite. Nach fünf Jahren hat sie über 43.000€ rumliegen. Sie hat damit eine absolute finanzielle Freiheit und kann quasi machen was sie will: sich selbstständig machen, auswandern, ein Häuschen bauen oder nur noch halbtags arbeiten und den Rest der Zeit sich ehrenamtlich engagieren.

Das Beispiel soll eines zeigen: Es lohnt sich, darüber nach zu denken, eine Weile weiter auf schmalem Fuß zu leben. Es geht nicht darum, an allem zu knausern, sondern sich Gedanken zu machen, ob es nötig ist, das ganze Geld, was man zu Beginn verdient, auf den Kopf zu hauen. Es kommt auch überhaupt nicht darauf an, wie du sparst, sondern das du sparst. Den größten Geld- und Zeitfresser haben wir ja in einem früheren Beitrag vorgestellt.

Welche Versicherungen brauche ich?

Versicherungen gehören ja nun eher zu den weniger spannenden Themen, doch wissen die meisten Berufseinsteiger, dass sie nicht drum herum kommen. Vor allem im Studium wird man ja oftmals bereits von diversen Versicherungs- und Finanzonkels dazu angequatscht.

Die Frage nach den wirklich notwendigen Versicherungen ist nicht allzu komplex. Um die wichtigste musst du dich eigentlich gar nicht kümmern: Die Krankenversicherung. Die allermeisten sind einfach gesetzlich versichert und das ist auch gut so. Allen Unkenrufen zum Trotz lässt sich sagen: Das System funktioniert. Daneben brauchst du eine Privathaftpflichtversicherung, da du nicht mehr über deine Eltern versichert bist. Das ganze kostet um die 70€ im Jahr. Als drittes ist eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung notwendig, da der Staat in dem Bereich sehr knausrig ist. Was du dabei beachten solltest erklären wir hier. An monatlichen Aufwendungen kannst du mit 40 bis 70€ rechnen.

Mehr brauchst du für den Anfang nicht! Keine Hausrat, keine Altersvorsorge, keine Rechtschutz.

Am besten ist es, wenn du dich bereits vor Ende des Studiums an einen Makler oder Berater wendest und die notwendigen Dinge vorbereitest. Dann hast du nämlich den Kopf für Umzug, Berufseinstieg und so weiter frei und kannst dir sicher sein: Sollte mal wirklich was passieren, muss ich mir ums Finanzielle keine großen Sorgen machen.

Um euch noch mehr Sicherheit zu geben, arbeiten wir an einer Checkliste, die ihr dann verwenden könnt.

Das Leben nicht vergessen

Und zum Schluss der wohl wichtigste Hinweis: Vergiss das Leben nicht! Kümmer dich einmal richtig um die obigen Sachen und dann hab Spaß in deinem neuen Lebensabschnitt. Leben heißt dabei aber nicht, die Kohle in Restaurants und Shoppingmalls zu verbrennen, sondern Zeit mit seinen Freunden, Familie und Partner zu verbringen. Zeit statt Zeug! Dass es dabei ganz viele Dinge gibt, die nichts kosten, zeigt euch dieses Buch. Geheimtipp!

Die Glücksforschung zeigt: Es ist sinnvoller sein Geld in Erlebnisse, also Zeit zu investieren, als in materielle Dinge. Erlebnisse werden mit der Zeit immer schöner, während Gegenstände meist immer hässlicher werden.

Die Glücksforschung zeigt: Es ist sinnvoller sein Geld in Erlebnisse, also Zeit zu investieren, als in materielle Dinge. Erlebnisse werden mit der Zeit immer schöner, während Gegenstände meist immer hässlicher und wertloser werden.

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