Was kostet des Deutschen teuerstes Spielzeug – das Auto?

3 Kommentare

In Deutschland sind 43.431.124 PKW zugelassen und 2013 wurden 2.952.431 Autos neu angemeldet. Diese beeindruckenden Zahlen und die Erfahrungen in unseren Beratungen haben uns veranlasst, das Thema Autokauf mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Vor allem schauen wir uns, was so ein Auto eigentlich wirklich kostet und wie ich beim Kauf leicht mehrere Tausend Euro sparen kann.

Los geht’s ja immer mit dem Kauf der Karre selbst. Gebraucht? Neu- oder Jahreswagen? Leasing? Direkt vom Händel oder über ein Online-Portal? Hier gibt es kein richtig oder falsch, alle Wege haben ihre Berechtigung und alle haben Vor- und Nachteile. Klar sollte jedoch sein, dass das Auto zum Geldbeutel passen sollte. Leider wird gerade dieser Grundsatz häufig missachtet. Viele kaufen ein Auto nach dem Motto: Hauptsache groß und schnell.

Entscheidender als das wie und was, ist das „ob“. Im Klartext: in den meisten Fällen ist das Auto ein Luxusgut und keine Notwendigkeit. Wir glauben: Wer in der Stadt wohnt und nicht außerhalb arbeitet bzw. das Auto aus beruflichen Gründen benötigt, weil er beispielsweise Kundentermine hat, benötigt aus unserer Sicht KEIN Auto. In diesem Fall ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, Car-Sharing-Angebote und Taxi wirtschaftlich sinnvoller.

Wie luxuriös so ein Auto tatsächlich ist, zeigen wir mit der folgenden Aufstellung. Wir haben einmal alle relevanten Kosten bei der Anschaffung und Unterhaltung eines Autos zusammengefasst. Über jeden einzelnen Punkt lässt sich sicher trefflich streiten. Entscheidend ist aber vielmehr, sich einmal alle Punkte zu vergegenwärtigen und zu berücksichtigen. Wir gehen in unserer Auflistung von einem Neuwagen aus. Daher ist der Anschaffungspreis entsprechend hoch. Man kommt sicher günstiger, wenn man einen Gebrauchten kauft, allerdings ist dann beispielsweise der Aufwand für die Reparaturen meist höher.

Anschaffung/Finanzierung 25.000€
Kreditkosten (6,5% eff. Zins, 6 Jahre Laufzeit) 5.200€
Verbrauch (1,70€/l Super, 9.000 km p.a., 7l/100km) 1.100€ pro Jahr
Versicherung: Haftpflicht, Vollkasko 80€ pro Monat
Steuer 150€ pro Jahr
TÜV/HU (nach drei Jahren, dann alle 2 Jahre): 100€ je HU
Durchsicht (Ölwechsel, Pollenfilter, jedes Jahr): 100€ pro Jahr
Reifen (1 Satz Winter, 1 Satz Sommer, alle 4 Jahre): 800€
Reparaturen (über die Nutzungsdauer): 1.500€
Reinigung: 100€ pro Jahr
Parken + Stellplatz: 40€ pro Monat
Nutzungsdauer: 7 Jahre
Wiederverkaufspreis: 5.000€

Wenn wir nun alle Kosten zusammenfassen und aufs Jahr bzw. den Monat runterbrechen, ergibt sich folgendes Bild:

Gesamtkosten in 7 Jahren: 53.030€
Abzgl. Wiederverkaufspreis 48.000€
Gesamtkosten pro Jahr: 6.850€
Gesamtkosten pro Monat: 570€

Wer sich ein Auto dieser Preisklasse anschafft, blättert also im Laufe der Zeit einen riesigen Batzen Geld hin. Selbst wer auf einen Gebrauchten für ca. 8.000€ setzt, zahlt in sieben Jahren Nutzung knapp 30.000€ oder 350€ pro Monat. Zu bedenken ist ebenfalls die häufige Praxis in Familien, sich zwei Autos anzuschaffen. Das bedeutet dann doppelte Kosten.

Im Durchschnitt geht ein Viertel unserer Arbeitszeit nur fürs Auto (Anschaffung und Unterhalt) drauf, das sind 350 Stunden oder neun Wochen im Jahr! Hinzu kommen noch die 50 Stunden jedes Jahr, die wir im Stau verbringen.

Arbeitszeit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das eigene Auto ein Luxusobjekt ist. Die wenigsten sind wirklich aus beruflichen Gründen unbedingt auf ihren fahrbaren Untersatz angewiesen. Wer sich für ein eigenes Auto entscheidet, sollte sich die Kosten bewusst machen und sich überlegen, ob es wirklich notwendig ist. Wer in der Stadt wohnt, hat zahlreiche günstigere und nervenschonendere Alternativen.

3 thoughts on “Was kostet des Deutschen teuerstes Spielzeug – das Auto?”

  1. Rico says:

    Mit dem Auto ist es wie beim Eigenheim. Das wird nicht rational entschieden. Den Leuten wird von Klein auf eingeimpft, man braucht ein Auto und ein eigenes Haus um gesellschaftlich als erfolgreich anerkannt zu werden. Wer zudem einmal ein Auto hat, will den Luxus natürlich nicht mehr missen. Es ist ja auch viel einfacher den Einkauf einfach in den Kofferaum zu werfen anstatt ihn mit der Straßenbahn oder zu Fuß zwei Blocks weiter zu schleppen.

  2. KfzSteuer says:

    Vielen Dank für den ausführlichen Artikel. Er trifft es wirklich auf dem Punkt. Nach dem Kauf meines ersten Autos war ich doch leicht erschrocken, was alles an Kosten auf mich zukommt. Speziell bei den Kfz-Steuern beim Diesel Fahrzeug hatte ich mich leicht verschätzt.

    1. Tom Wonneberger says:

      Vielen Dank für das positive Feedback! Ja, da verschätzt man sich leicht. Daher ist Aufklärung auch so wichtig.

      Viele Grüße

      Tom Wonneberger

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